Wieder fallen Hunderte Flüge aus

Wieder fallen Hunderte Flüge aus

Gesperrte Autobahnen, gestrichene Flüge und jede Menge Blechschäden - Schnee und Eis haben Deutschland seit Tagen fest im Griff. Entwarnung kann TV-Wetterexperte Dominik Jung noch nicht geben.

Trier/Berlin. Spaziergänger, Schlittenfahrer und Skiläufer können sich freuen: Etwa zehn Zentimeter Schnee liegen derzeit in der Region Trier, auf dem Feldberg im Schwarzwald sind es 68, auf der Zugspitze sogar satte 2,5 Meter. Und die Meteorologen rechnen damit, dass die weiße Pracht zumindest bis Ende der Woche erhalten bleibt. Menschen hingegen, die einfach nur schnell und sicher von A nach B kommen wollen, müssen mit Problemen rechnen. Denn vorerst bleibt es kalt. Und wenn es - so derzeit die Vorhersage - am kommenden Samstag wärmer wird, droht laut Wetterexperte Dominik Jung wieder gefährlicher Eisregen.

Flughäfen:
Allein am größten deutschen Flughafen in Frankfurt wurden am Montag erneut rund 500 Flüge gestrichen, wie der Flughafenbetreiber Fraport mitteilte. Grund sei vor allem ein Rückstau, weil am Sonntag viele Maschinen wegen Eisregens am Boden geblieben waren. In München sollten zum Wochenstart insgesamt 126 Flüge annulliert werden. Die Ausfälle und Verspätungen wirkten sich auch auf den Luxemburger Flughafen aus: Flüge von und nach Frankfurt und München aber auch Paris und London wurden ganz gestrichen. Andere hatten Verspätung. Weniger Probleme hatte der Flughafen Frankfurt-Hahn. Nach Angaben einer Sprecherin kam es lediglich zu Verspätungen. Trotz der Höhenlage habe das Bodenpersonal weniger Eis entfernen müssen als auf anderen Flughäfen. Sieben Maschinen wurden auf den Hunsrück-Airport umgeleitet, weil ihre Zielflughäfen gesperrt waren. Die Lufthansa empfahl auf die Bahn umzusteigen. Doch hatte auch die ihre Probleme.

Der Bahnverkehr
in Deutschland rolle, es komme aber zu Verspätungen, sagte ein Bahnsprecher. "Es sind keine Strecken gesperrt." Als Vorsichtsmaßnahme sei die Höchstgeschwindigkeit der ICE-Züge auf 200 Kilometer pro Stunde begrenzt worden.

Auf glatten Straßen gab es deutschlandweit zahlreiche Staus und Unfälle. Mindestens 200 wetterbedingte Autounfälle zählte die rheinland-pfälzische Polizei von Sonntag bis Montag, viele davon bei Mainz. Dabei gab es mehr als ein Dutzend Leicht- und Schwerverletzte. Der Sachschaden liegt nach Schätzungen der Polizeipräsidien bei mindestens 400 000 Euro. In der Region Trier hat es laut Polizei trotz Schnee und Eisglätte überraschend wenige Unfälle gegeben. Auf der Hunsrückhöhenstraße bei Odert (Landkreis Bernkastel-Wittlich) ist allerdings am frühen Morgen ein LKW von der Straße abgekommen und in die Leitplanke gerutscht. Verletzt wurde niemand. Auch in der Eifel blieb es trotz eisigen Wetters recht ruhig.
Ganz anders sah es dagegen auf der A 4 aus: Weil Lastwagen zwischen Friedewald und Bad Hersfeld wegen des Schnees nicht mehr anfahren konnten, blieb die Autobahn Richtung Frankfurt stundenlang gesperrt. Die Autos stauten sich zeitweise bis nach Gotha - bis zu 70 Kilometer Stillstand meldete die Polizei von dort.

Im regionalen Busverkehr kam es hauptsächlich zu Verspätungen. In Trier fuhren am Morgen die meisten Busse trotz Schnee. Wegen Schneeglätte konnten die Rhein-Mosel-Busse zwischenzeitlich Ittel, Idesheim, Hofweiler und Idenheim nicht anfahren.

Die Vorhersage:
Ab Dienstag lassen die Schneefälle Jung zufolge langsam nach. Mittwoch kann sich sogar mal längere Zeit die Sonne zeigen, bevor es am Donnerstag vor allem im Süden wieder neue Schneeschauer geben kann. "Auch von Donnerstag bis Samstag dauert das frostige Winterwetter an - es steht uns somit also eine weitere volle Winterwoche ins Haus" sagt Wetterexperte Jung. Ab Samstag könnte der Schneefall dann in Regen übergehen und erneut gefährliches Glatteis mit sich bringen.

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