Winkelmeier unter Druck

NEUWIED. (red) Die Stadt Neuwied hat eine Immobilie des Bundestagsabgeordneten Gert Winkelmeier ("Die Linke") ins Visier genommen, in der drei Prostituierte ihre Dienste anbieten. "Wir streben die Schließung an", bestätigte Sprecher Erhard Jung.

Mitarbeiter der Bauordnungsverwaltung haben sich das Haus im Stadtteil Engers angeschaut, das Winkelmeier zusammen mit einem Freund besitzt. Dabei war nach Auskunft Jungs zu entscheiden, ob es sich um einen Fall von "Wohnungsprostitution" oder um ein "Bordell" handelt. Das Ergebnis: Die Neuwieder Bauexperten werteten es als Bordell, das in dem dortigen Mischgebiet nicht zulässig ist. Unterdessen ist der Druck auf Winkelmeier gewachsen: Für die Konten des Abgeordneten interessiert sich nicht nur die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts jahrelanger Steuerhinterziehung. Das Amtsgericht Montabaur prüft, ob der Linke auch Firmen künstlich arm gerechnet hat. Weil sich zudem Hinweise verdichten, dass der Politiker im Dunkel des Rotlichts mehr Geschäfte gemacht hat, als er vorgibt, betreibt ein PDSler bereits ein Partei-Ausschlussverfahren gegen Winkelmeier.