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"Wir investieren in das Personal der Polizei"

"Wir investieren in das Personal der Polizei"

Nach einem Bericht des Trierischen Volksfreunds über die angespannte Personalsituation bei der Polizei, wehrt sich das Innenministerium gegen den Vorwurf, das Land spare auf Kosten der Gesundheit seiner Polizisten oder auf Kosten der Sicherheit.

Trier/Mainz. Die Beamten beim Polizeipräsidium Trier sind durchschnittlich mehr als 50 Jahre alt, und fast 20 Prozent von ihnen sind nur eingeschränkt dienstfähig. Insbesondere im Wechselschichtdienst führt dies zu personellen Engpässen, die nur mit Extraschichten, Rotationskräften und Überstunden überwunden werden können (der TV berichtete).
Laut Innenministerium ist die Sicherheit der Bevölkerung dadurch allerdings nicht beeinträchtigt. "Natürlich kann es immer wieder zu längeren Wartezeiten kommen. Etwa dann, wenn Beamte mit schwerwiegenden Einsätzen beschäftig sind", sagt Pressesprecher Marco Pecht. Selbstverständlich genössen diese Vorrang.
Die Zahl der Straftaten nehme allerdings ab - zumindest im Landesschnitt: 2013 wurden landesweit 30 Fälle (minus 0,01 Prozent) weniger erfasst als 2012. "Damit ist der niedrigste Stand seit 2002 erreicht", betont Pecht.
Hier: Zunahme der Straftaten


Die Zahlen des Innenministeriums zeigen allerdings auch: Die Situation in der Region Trier ist grundlegend anders. Hier ist die Zahl der Straftaten im gleichen Zeitraum um rund 2500 gestiegen - auf 36 822 im Jahr 2013 (7,3 Prozent mehr). Zugenommen hat laut Statistik, über die der Volksfreund bereits schrieb, die Zahl der Einbrüche- und Einbruchsversuche (705 Fälle/plus 122). Das Trierer Präsidium geht davon aus, dass dafür vor allem organisierte Banden verantwortlich sind. Hauptursache des Anstiegs sind jedoch Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylrecht, die mit der Ausweitung der Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Trier zusammenhängen. Die Aufklärungsquote liegt bei 66 Prozent. Damit erreicht das Präsidium Trier den Spitzenwert in Rheinland-Pfalz.
Um die Polizei demografiefest zu machen, stellt das Land mehr Anwärter ein. 2007 waren es 300, 2013 schon 440. "Das heißt aus unserer Sicht: das Land investiert in das Personal der Polizei", sagt Pecht. Die Gesamtzahl der Beamten soll bis 2016 allerdings auf 9014 gesenkt werden. 2011, als dies beschlossen wurde, gab es noch 9360 Polizisten. kah