Wo ist das Geld für den Bitburg-Airport? - Billen schweigt, Höfken fordert Infos

Wo ist das Geld für den Bitburg-Airport? - Billen schweigt, Höfken fordert Infos

Ob die für Ende Dezember zugesagten 30 Millionen Euro für den Ausbau des Flugplatzes Bitburg inzwischen eingetroffen sind, ist nicht zu erfahren. Denn Michael Billen, der Einzige, der dazu Auskunft geben darf, schweigt. Ein Schweigen, das die Grünen scharf kritisieren.

Bitburg. Die Grünen im Eifelkreis Bitburg-Prüm, an deren Spitze die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken steht, kritisieren die Informationspolitik in Sachen Flugplatz Bitburg. Dieser soll nach den Plänen des luxemburgischen Projektentwicklers Frank Lamparski zu einem internationalen Werft-, Fracht- und Passagierflughafen ausgebaut werden. Die Grünen fordern Michael Billen (CDU), den Aufsichtsratsvorsitzenden der Flugplatz Bitburg GmbH, und die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm auf, die Informationen zum geplanten 380-Millionen-Euro-Projekt nicht länger hinter einer "Mauer des Schweigens" zurückzuhalten.
Ende Dezember hatte Billen sich nach eineinhalb Jahren erstmals wieder in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Frank Lamparski zu dem Flughafenprojekt geäußert. Dabei stellte sich heraus, dass aus dem ursprünglich für 2011 geplanten Verkauf der Flugplatzanteile nichts werden konnte.
Bedingungen nicht erfüllt


Denn Lamparski hatte die ihm gestellten Bedingungen nicht innerhalb der gesetzten Frist (31. Dezember 2011) erfüllt: Es lag kein geprüfter Geschäftsplan vor, denn Lamparski hatte sich geweigert, den beauftragten Wirtschaftsprüfern die Namen seiner Kunden oder Investoren zu nennen. Und auch der Beleg über das Investorengeld fehlte. Obwohl die mit dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Stadt Bitburg vereinbarte Absichtserklärung über den Verkauf damit Ende Dezember ihre Gültigkeit verloren hat, bedeutet dies nicht das Ende des Projekts.
Denn Billen und Lamparski gaben auch bekannt, dass ein asiatischer Investor bereit sei, 380 Millionen Euro in den Flughafenausbau zu investieren. Den Namen des Investors wollten sie allerdings nicht nennen. Die ersten 30 Millionen Euro sollten den beiden Männern zufolge bis Ende Dezember auf einem projektgebundenen Konto eingehen.
Ob das inzwischen passiert ist, ist nach wie vor unklar. "Bis alles geprüft ist und der Entwurf eines Kaufvertrags fertig ist, sage ich nichts", sagt Billen - der Einzige, der sich zum Flugplatz äußern darf.
Sollten die 30 Millionen Euro tatsächlich eintreffen, dürfte es nach TV-Informationen Februar werden, ehe der Vertrag fertig ist und dem Stadtrat Bitburg sowie dem Kreistag Bitburg-Prüm zur Entscheidung vorgelegt werden kann. So lange wird es wohl von offizieller Seite auch keine neuen Informationen geben. Eine Situation, die Höfken und ihr Kreisverband kritisieren. "Die Öffentlichkeit hat spätestens jetzt nach Ablauf der Frist das Recht auf klare Informationen", schreibt sie in einer Pressemitteilung. Da die Vertragsbedingungen nicht erfüllt wurden, betrachten die Grünen das Projekt, das sie ohnehin nie wollten, als gescheitert.Extra

Der Flugplatz Bitburg soll nach den Plänen Frank Lamparskis bis 2022 zu einem internationalen Flughafen wachsen, der 2000 Menschen Arbeit bietet. Die Säulen seines Konzepts sind: Flugzeug-Werften, Frachtflug (vor allem Richtung Asien), Geschäfts- und Passagierflug. Zunächst muss Lamparski das Flugfeld kaufen, das dem Bund gehört. Nach TV-Informationen kostet es rund 18 Millionen Euro. Mindestens weitere fünf Millionen Euro sind nötig, um die Landebahn auszubessern, Hallen zu sanieren und das Instrumentenlandesystem zu installieren. Noch 2012 will Lamparski den Flugbetrieb aufnehmen. kah

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