Wochen der Entscheidung

TRIER. Mit Riesenschritten geht es auf die Sommerferien zu. In diesen Wochen werden die letzten Klassenarbeiten geschrieben - und mit ihnen fällt in vielen Fällen die Entscheidung über die Zeugnisnote. Eine belastende Zeit vor allem für schwächere Schüler. Wie kann man die Fünf auf dem "Giftblatt" doch noch vermeiden? Das hat der TV Experten gefragt.

Mark kann nachts kaum noch schlafen. In wenigen Tagen steht die letzte Mathe-Arbeit an, bei der er unbedingt eine Drei schreiben muss. Sonst ziert sein Zeugnis eine Sechs, und das heißt: Er müsste die Klasse wiederholen. Seine ganzen Freunde würde er kaum noch sehen, von der Schande, ein "Sitzenbleiber" zu sein, einmal ganz abgesehen. Auch Marks Eltern machen sich Sorgen und fragen sich, was Mark und sie jetzt noch tun können. Wie sie auf keinen Fall reagieren sollten, ist für Gerd Zachris von der Schulpsychologischen Beratungsstelle für den Kreis Trier-Saarburg klar: "Panik-Attacken zu kriegen oder in Aktionismus zu verfallen, bringt gar nichts." Schließlich seien Zeugnisnoten "so überraschend wie Weihnachten". Eltern sollten das ganze Jahr über den Leistungsstand ihres Kindes informiert sein, findet der Schulpsychologe. Dennoch könne ein Endspurt in manchen Fällen durchaus sinnvoll sein. Schließlich sei noch vier Wochen Zeit, die Resultate zu verbessern. Das klappe am besten mit einer intensiven Beteiligung am Unterricht sowie der "gewissenhaften Vor- und Nachbereitung der Stunden", sagt Alfred Schmitt, Stellvertretender Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Daun. Eltern sollten gezielt das Gespräch mit den Fachlehrern suchen und beraten, wie und wo ihr Kind sich verbessern kann. "Wir wären froh, wenn die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern besser wäre", sagt Schmitt - und nicht nur dann einsetzte, wenn eine Katastrophe drohe. Der Pädagoge rät "versetzungsgefährdeten" Schülern, das Gespräch mit guten Klassenkameraden zu suchen. Die könnten nicht nur Unterrichtsinhalte intensiver erklären, als das dem Lehrer manchmal möglich sei, sondern auch Tipps geben, "wie man lernt". Noch auf professionelle Nachhilfe zu vertrauen, hält Schmitt für etwas spät. In Einzelfällen könne das allerdings auch jetzt noch helfen. Das sieht auch Eugen Karges so, Leiter des Nachhilfe-Studienkreises in Bitburg: Nachhilfe sei dann am wirkungsvollsten, wenn sie zu Beginn des Schuljahres einsetze. "Panik-Aktionen bringen nicht viel." Wenn allerdings die letzte Klassenarbeit "das Zünglein an der Waage" spiele und die Wissenslücken nicht zu groß seien, könne auch kurzfristige Nachhilfe noch Sinn machen. Mark, der übrigens nur in diesen Zeilen existiert, bleiben also noch eine Menge Möglichkeiten, seine Drei in Mathe zu bekommen. Damit er nachts wieder gut schlafen kann.