Wohnungsmieten und Kaufpreise in Rheinland-Pfalz steigen

Wohnungsmieten und Kaufpreise in Rheinland-Pfalz steigen

Da die Nachfrage nach Wohnraum weiter hoch ist, müssen Mieter und Käufer in Rheinland-Pfalz tiefer in die Tasche greifen. In allen Landkreisen und kreisfreien Städten haben sich die Mieten im ersten Halbjahr 2019 erhöht, wie die Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz mitteilte.

Im Landesschnitt musste Mieter demnach 3,6 Prozent mehr bezahlen. In Mainz fiel der Anstieg mit 2,7 Prozent etwas geringer aus. In Trier dagegen erhöhten sich die Mieten um 4,3 Prozent.

Den stärksten Anstieg der Mieten bei den kreisfreien Städten gab es den Angaben zufolge in der ersten Jahreshälfte 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in der Industriestadt Ludwigshafen. Bei den Landkreisen stand der Kreis Bad Dürkheim in der Pfalz an der Spitze. Die günstigsten Eigentumswohnungen waren nach Angaben der Förderbank in Pirmasens und im Kreis Birkenfeld zu haben.

Im vergangenen Jahr sind laut ISB im ganzen Land rund 13 400 neue Wohnungen entstanden. Das seien gut 2500 Wohnungen mehr als 2017. Am lebhaftesten war die Bautätigkeit im Kreis Mainz-Bingen: Hier entstanden 1500 neue Wohnungen. Bei den kreisfreien Städten steht Mainz mit 1300 neuen Wohnungen an der Spitze.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind im vergangenen Jahr auch mehr Baugenehmigungen erteilt worden. 2018 sei der Bau von 14 400 Wohnungen genehmigt worden. Das ist demnach ein Zuwachs von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Überdurchschnittlich viele Wohnungen wurden in der Landeshauptstadt genehmigt: Auf 1000 Einwohner kamen dort 7,2 Baugenehmigungen. In den kreisfreien Städten Pirmasens und Worms war es hingegen nur eine Baugenehmigung pro 1000 Einwohner.

Der DGB-Vorsitzende Rheinland-Pfalz/Saarland, Dietmar Muscheid, forderte: „Damit Wohnen zukünftig nicht immer noch teurer wird, muss dringend mehr Wohnraum in öffentlicher Trägerschaft entstehen.“ Viele Städte seien bereits am Rande ihrer Verdichtungspotenziale angelangt. In den Landkreisen müssten auch mehr Wohnungen entstehen. „Die Landesregierung hat Vorschläge dazu gemacht, die es jetzt umzusetzen gilt. Sollte der Erfolg ausbleiben, muss die Landkreisordnung so geändert werden, dass Wohnraum in Trägerschaft der Kreise leichter entstehen kann.“

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