Woran das Gesundheitssystem in der Region Trier krankt

Kostenpflichtiger Inhalt: Gesundheitsserie des Volksfreunds : Ärzte fehlen, Kliniken in Not: Die Zukunft medizinischer Versorgung

Der Volksfreund beleuchtet in einer Serie, wie sich das System wandelt, an welchen Lösungen die Region bereits tüftelt und wie es sich im Alltag gesünder leben lässt.

Die gesundheitliche Versorgung in der Region Trier steht vor einem umwälzenden Wandel. Der Gesundheitswissenschaftler Andreas Goldschmidt prophezeit, es werde in Jahrzehnten ein völlig anderes System der medizinischen Versorgung geben, als es Trierer, Eifeler und Hunsrücker noch heute kennen. Es werde „eine hocheffiziente fachärztliche Behandlung in zentralisierten Großkrankenhäusern mit hoher Spezialisierung und Qualität in den großen Ballungsräumen geben, wogegen im ländlichen Raum eher eine Grund- und Regelversorgung in überwiegend ambulant-stationären Gesundheitszentren stattfinden wird“, sagt der Forscher. Pflegefachkräfte, Altenhelfer und Hebammen müssten deutlich mehr ärztliche Tätigkeiten übernehmen, digitale Technik könne bei Diagnosen und Therapien helfen.

Die Gegenwart malt die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) nicht schwarz. „Derzeit sind in Rheinland-Pfalz sowohl die haus­ärztliche Versorgung als auch die fachärztliche Versorgung flächendeckend sichergestellt“, sagt sie.

Doch es bahnt sich bereits an, wo die Versorgung krankt und wie sie sich wandelt. Bis zum Jahr 2023 hören in der Region altersbedingt 173 Hausärzte, 298 Fachärzte und 84 Psychotherapeuten auf, die nachbesetzt werden müssen. Immer weniger Mediziner wollen von der Uni aufs Land, noch weniger alleine Tag und Nacht auf Abruf eine Praxis führen. In der Eifel und an der Mittelmosel gibt es bereits medizinische Versorgungszentren oder Genossenschaften, in denen mehrere Ärzte unter einem Dach arbeiten.

Rund um Daun legt das Land ein Pilotprojekt zur Telemedizin auf, bei dem ausgebildete Assistenzkräfte mit moderner Technik Daten wie den Blutdruck übermitteln und sich ein Arzt via Video-Chat zuschalten lässt.

Probleme haben aber auch die Kliniken in der Region. In Neuerburg schloss 2014 bereits das Krankenhaus, in Daun jüngst die Geburtsstation, Saarburg schreibt regelmäßig rote Zahlen. Die Bertelsmann-Stitung geht davon aus, dass die Versorgung sich bessern werde, wenn aus bundesweit 1400 Kliniken 600 große Krankenhäuser werden. Probleme plagen aber auch die Städte: Das Mutterhaus in Trier verhängte für bestimmte Bereiche einen Aufnahmestopp bei der Kinderkrebsstation, weil es an Fachkräften fehlt.

Wo es in der Gesundheitsversorgung in der Region hakt, welche Lösungen bereits gesucht werden, wie diese funktionieren und wie Rheinland-Pfälzer gesünder leben können, will der Volksfreund in der Serie „Hauptsache gesund“ aufzeigen. Diese beleuchtet sechs Wochen lang verschiedene Seiten des Gesundheitssystems.

Mehr von Volksfreund