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Worms: Sehenswürdigkeiten und Freizeittipps

Tourismus : Worms: Sehenswürdigkeiten und Freizeittipps

In Worms wird Geschichte erlebbar. Wir erklären, welche Sehenswürdigkeiten man in der Stadt am Rhein nicht verpassen sollte.

Was gibt es in Worms?

Die kreisfreie Stadt Worms liegt direkt am linken Rheinufer im südöstlichen Teil von Rheinland-Pfalz und trägt den Beinamen „Nibelungenstadt“. Viele Szenen des um 1200 von einem unbekannten Dichter in Liedversen niedergeschriebenen Heldenepos spielen in und um Worms. Einige Sehenswürdigkeiten von Worms sind eng damit verbunden. Die Protagonisten um Drachentöter Siegfried waren immer präsenter Teil der Stadtgeschichte und haben hier ihre sichtbare Heimat. So stritten sich Kriemhild und Brünhild in Worms auf den Stufen des Doms und Hagen plante hier den Mord am Drachentöter Siegfried. Seit 2002 finden alljährlich die Nibelungen-Festspiele im Sommer als Open-Air-Theaterereignis vor dem Dom in Worms statt. Die Aufführungen vor der besonderen Kulisse machen die Festspiele zu einem außergewöhnlichen Kulturereignis, das stets um ein vielfältiges Rahmenprogramm ergänzt wird.

Die „Stadt der Religionen“ bietet ihren Besuchern mit Themen wie jüdische Geschichte, Reformation und dem Dom auch zahlreiche Highlights der europäischen Kulturgeschichte zwischen Mittelalter und Neuzeit. In kaum einer europäischen Stadt können so viele bedeutende, bauliche Zeugnisse jüdischer Geschichte und Tradition aus 10 Jahrhunderten bestaunt werden wie in "Warmaisa", so der hebräische Name der Stadt Worms, einst auch "Klein Jerusalem" genannt. Ob Jüdischer Friedhof "Heiliger Sand", Trauerhalle im Jugendstil, jüdisches Viertel mit Synagoge, Ritualbad und Jüdisches Museum – vielerorts ist die jüdische Tradition in Worms mit ihren Sehenswürdigkeiten noch heute präsent. Zudem erhielten die Städte Worms, Speyer und Mainz für ihre sogenannten SchUM-Stätten von der UNESCO im Jahr 2021 den Titel Weltkulturerbe und sind damit das erste jüdische Welterbe Deutschlands.

Luthers Widerrufsverweigerung auf dem Wormser Reichstag von 1521 hat bis heute weltweit deutlich sichtbare Spuren in Geschichte und Gegenwart hinterlassen. Kaiser Karl V. ließ Luther 1521 nach Worms auf den Reichstag laden, wo er seine Schriften widerrufen sollte. Wichtigstes Monument der Erinnerung an Luther und den Reichstag 1521 ist das Lutherdenkmal auf dem Lutherplatz. 1868 eingeweiht, wurde Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott” in Stein umgesetzt, umrahmt von bronzenen Figuren. Neben dem internationalen Reformationsdenkmal in Genf gilt es als weltweit größtes Reformationsdenkmal.

Als Krone der Stadt und große Sehenswürdigkeit von Worms gilt der Kaiserdom. Der Dom St. Peter zählt gemeinsam mit den Domen in Mainz und Speyer zu den wichtigsten Schöpfungen romanischer Kirchenbaukunst. Seine Ursprünge reichen in die frühchristliche Epoche spätromanischer Zeit zurück.

Hat Worms eine schöne Altstadt?

Die mittelalterliche Altstadt von Worms wurde zu großen Teilen beim verheerenden Stadtbrand im Jahre 1689 und im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und ist daher heute nur noch in Teilen erhalten. Sie befindet sich nicht rund um den Dom und den Marktplatz, wie Urlauber vielleicht vermuten würden, sondern liegt im nördlichen Teil der Innenstadt. Erhaltene und wiederaufgebaute historische Häuser und Straßenzüge, teils noch von Stadtmauern umgeben, befinden sich im Bereich des ehemaligen jüdischen Viertels rund um die Judengasse.

Viele Sehenswürdigkeiten befinden sich rund um den Marktplatz mit dem Rathaus, der in seiner heutigen Form aus den 1950er Jahren stammt. Der Platz ist erst seit den 1890er Jahren ein freier Platz, auf dem der Wochenmarkt stattfindet. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war der ein Straßenmarkt Mittelpunkt des Marktgeschehens, der sich zwischen Ostchor des Doms und der heutigen Petersstraße erstreckte. Der Wormser Wochenmarkt findet heute dreimal wöchentlich dienstags, donnerstags und samstags auf dem Marktplatz statt. Von März bis Oktober bieten die Wormser Marktwinzer dort einen wechselnd bewirtschafteten Weinstand vor der Dreifaltigkeitskirche.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Worms für Kinder?

Worms ist eine junge und moderne Stadt. Für Kinder, Jugendliche und Familien gibt es daher jede Menge zu erleben. Das Angebot reicht von kindgerechten Gästeführungen über Stadtrallyes hin zum Besuch im Tiergarten. Abwechslungsreich für Groß und Klein sind auch die Schiffsfahrten auf dem Rhein, für Abkühlung im Sommer sorgen die Freibäder und Badeseen in und um Worms. Einen Ausflug für die ganze Familie lohnt auch das Nibelungenmuseum an der Wormser Stadtmauer. Hier wird mit moderner Technologie die berühmte Heldensage und deren Entstehung inszeniert. Mithilfe von Mediaguides in mehreren Sprachen gehen Jung und Alt in dem Literaturmuseum auf eine spannende Entdeckungsreise. Wer sich noch intensiver mit der Thematik befassen möchte, der steigt hinab ins Mythenlabor und taucht ein in das Reich der Nibelungen und die unendliche Welt der Mythen und Sagen.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in der Altstadt von Worms?

Die eigentliche Altstadt von Worms befindet sich im nördlichen Teil der Innenstadt. Die meisten Sehenswürdigkeiten hingegen liegen rund um den Dom und den Marktplatz.

Auf den Spuren der Nibelungen

In Worms spielen die Nibelungen eine wichtige Rolle. Sie gehören zu den bekanntesten deutschen Erzählungen und sind Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes. Besucher können sich mit einigen Sehenswürdigkeiten von Worms auf die Spuren der Nibelungen begeben und beispielsweise den Nibelungenturm besichtigen. Auf der rheinland-pfälzischen Rheinseite ist der 53 Meter hohe, neuromanische Brückenturm der "alten" Wormser Rheinbrücke erhalten, der repräsentative Eingang zur Stadt Worms wurde 1900 nach Plänen von Stadtbaumeister Karl Hofmann errichtet.

Das Hagendenkmal an der Wormser Rheinpromenade erinnert an Hagen von Tronje, der den sagenumwobenen Nibelungenschatz geraubt und im Rhein versenkt haben soll. Sehenswert sind auch der Siegfriedbrunnen, der Siegfriedstein auf der Westseite des Doms und der Nibelungenlied-Brunnen in der Fußgängerzone. Wer mehr über die Erzählungen und ihre Protagonisten erfahren möchte, besucht das Nibelungenmuseum an der Wormser Stadtmauer. 

 Der Wormser Dom gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Der Wormser Dom gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Foto: dpa/Uwe Anspach

Dom St. Peter

Der Wormser Dom zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Worms. Die doppelchörige, romanische Pfeilerbasilika mit Querschiff wurde im 12. Jahrhundert auf den Fundamenten des von Bischof Burchard gebauten Doms errichtet. Im Inneren des Doms finden sich romanische und spätgotische Steinbildwerke, der Hochaltar stammt von Balthasar Neumann. 1048 erlebte der Dom sogar eine Papstwahl: Bischof Bruno von Tuol wurde hier zum Papst Leo IX. gewählt. Zudem diente der Dom fünf Generationen der salischen Herzöge als Grablege. Zusammen mit den Domen in Mainz und Speyer zählt der Wormser Dom zu den romanischen Kaiserdomen am Rhein. Bereits 783 fand hier ein kaiserliches Ereignis statt, als Karl der Große seine vierte Ehefrau Fastrada heiratete.

Dreifaltigkeitskirche

Die einschiffige barocke Hallenkirche wurde in den Jahren 1709 bis 1725 erbaut. Sie sollte als Reformationsgedächtniskirche ein Gegenstück zum Kaiserdom darstellen und ist heute die größte evangelische Kirche in Worms. Nach der Stadtzerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 errichtete man aus Dankbarkeit diese Kirche, als die Menschen wieder aus dem Exil in die Heimatstadt Worms zurückkehrten. Während der Bombardements im Jahre 1945 brannte die Kirche komplett aus, der Wiederaufbau dieser Sehenswürdigkeit erfolgte bereits ab 1955. Besonders sehenswert ist die farbenfrohe Ausgestaltung der 15 Buntglasfenster mit biblischen Szenen in Verbindung mit Auszügen aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis. Das Mosaik „Luther vor Kaiser Karl V." oberhalb der Orgelempore schuf der Schweizer Künstler Walter Eglin. Es gilt als das größte Natursteinmosaik Deutschlands.

Jüdische Monumente in Worms – UNESCO Weltkulturerbe

Seit dem 27. Juli 2021 zählen die sogenannten SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz zum UNESCO-Weltkulturebe. SchUM war ein einzigartiger jüdischer Gemeindebund, den die jüdischen Gemeinden der oberrheinischen Städte Speyer, Worms und Mainz bildeten. Er bestand ab dem 11. Jahrhundert bis zu den Pogromen ab 1349 und prägte die Architektur und das jüdische Leben im Land. Heute erinnern SchUM-Stätten, wie Gemeindezentren, Monumente oder Friedhöfe an den mittelalterlichen Verbund und spiegeln die verschiedenen Zeiten jüdischer Geschichte wider.

 Ein Teil der Stadtmauer von Worms.
Ein Teil der Stadtmauer von Worms. Foto: Getty Images/iStockphoto/no_limit_pictures

Zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt der jüdische Friedhof „Heiliger Sand“. Der älteste jüdische Friedhof Europas weist rund 2000 Gräber auf, die ältesten Grabsteine stammen aus dem Jahre 1058/59 und dokumentieren damit die erste große Blütezeit der seit etwa dem Jahre 1000 nachweisbaren jüdischen Gemeinde in Worms. Eine Sehenswürdigkeit von Worms ist auch das Jüdische Museum im Raschi-Haus. An dieser Stelle studierte vermutlich bereits der bedeutende jüdische Gelehrte Raschi in der Zeit um 1060. Teile des Erdgeschosses sind aus dem späten Mittelalter, der 1982 fertiggestellte Neubau ist dem früheren Haus nachempfunden und beherbergt das Jüdische Museum sowie das Archiv der Stadt Worms. Sehenswert ist die Dauerausstellung "SchUM am Rhein – Vom Mittelalter in die Moderne". Hier erfahren Besucher alles zu den einzigartigen SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz und die Bewerbung um den Status als Weltkulturerbe bei der UNESCO.

Stadtmauer

Die Wormser Stadtmauer gilt als eine der ältesten noch erhaltenen Stadtbefestigungen. Dies ist belegt durch die Mauerbauordnung aus der karolingischen Zeit, die um das Jahr 900 entstand. Bereits in spätrömischer Zeit erhielt die Stadt Worms eine Ummauerung, da die Bedrohung durch Überfälle von der rechten Rheinseite zunahm. Überreste des römischen Mauerrings sind heute noch am ehemaligen Stadtgraben am Heylshofpark sichtbar.

Rund um das Zentrum von Worms können auch Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtmauer entdeckt werden. An einem besonders geschichtsträchtigen Teil der südlichen Stadtmauer befand sich im 13. Jahrhundert der Turm „Luginsland“, ein Kerkerturm. Prominenter Häftling war im Jahre 1235 der deutsche König Heinrich VII.

Gibt es einen Rundgang für Sehenswürdigkeiten in Worms?

Wer nur wenig Zeit für eine Tour durch Worms hat, begibt sich mit dem Plan „Zu Fuß durch zwei Jahrtausende“ durch die Stadt. Dieser ist in der örtlichen Touristikinformation oder online erhältlich. Vor Ort weisen auch die Infostelen des Fußgänger-Leitsystems den Weg und führen Besucher zu den Haupt-Sehenswürdigkeiten von Worms wie der Nibelungenbrücke, dem Hagen-Standbild, dem Nibelungenmuseum, der Stadtmauer, dem Dom, der Dreifaltigkeitskirche und dem Lutherdenkmal.

Welche Sehenswürdigkeiten bietet die Umgebung von Worms?

Direkt am Rhein in der Metropolregion Rhein-Neckar gelegen, zwischen Pfälzer- und Odenwald und im Süden des Wonnegaus, ist Worms ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Beliebte Ziele sind die Städte Speyer, Mainz und Mannheim. Weinliebhaber, Radfahrer und Wanderer zieht es in die Regionen Pfalz oder Rheinhessen.