Zahl der Kirchenaustritte in der Region Trier deutlich angestiegen

Zahl der Kirchenaustritte in der Region Trier deutlich angestiegen

Wegen der Affäre um den inzwischen beurlaubten Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist die Zahl der Kirchenaustritte deutlich angestiegen – auch im Bistum Trier. „Das ist das einzig wirksame Protestmittel der Gläubigen“, sagen Kritiker.

Wenn kein Wunder mehr geschieht, dürfte der Verwaltungschef des Trierer Bistums, Georg Bätzing, irgendwann im kommenden Frühjahr eine unfrohe Botschaft verkünden. "Die Zahl der Kirchenaustritte ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen", wird der Generalvikar dann sagen und wohl etwas böse in Richtung der Nachbardiözese Limburg schauen. Denn der dortige Bischof, Franz-Peter Tebartz-van Elst, dürfte mit seinem Finanzgebaren eine der Hauptursachen dafür sein, dass bundesweit derzeit viele Katholiken ihrer Kirche den Rücken kehren.

Beispiel Trier: Seit 1. Oktober haben auf dem Standesamt 74 Menschen ihren Austritt erklärt; im Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum 29. Der Limburger Bischof habe "die Zahlen nach oben getrieben", sagt ein Sprecher.

Beispiel VG Hermeskeil: Zehn Austritte allein im Oktober registrierte der Standesbeamte. Im gesamten Vorjahr waren es 45. "Einige Leute haben gesagt, dass sie wegen Limburg austreten", sagt Wolfgang Nellinger.

Beispiel VG Obere Kyll: Dort traten vergangenes Jahr 16 Gläubige aus der Kirche aus. In diesem Jahr sind es schon 22, davon allein sieben im Oktober. "Für uns ist klar, dass es da einen Zusammenhang gibt zur aktuellen Diskussion über die Amtskirche", sagt Dieter Hilgers.

Es gibt allerdings auch Standesämter in der Region, in deren Beritt sich die Kirchenaustritte auf Vorjahresniveau bewegen. Dennoch: Insgesamt ist die Zahl der Kirchenaustritte deutlich angestiegen, wie eine TV-Umfrage ergab - um knapp 20 Prozent. Im vergangenen Jahr war die Zahl im Bistum Trier noch rückläufig.
Christian Weisner von der Initiative "Wir sind Kirche" spricht von einem "Warnsignal der Gläubigen". Die Kirche müsse darauf mit mehr Transparenz, Offenheit und einem Ende des Scheindialogs reagieren.
"Wir haben nichts zu verstecken", sagt der Trierer Generalvikar Georg Bätzing. Seine Schlussfolgerung aus dem sprunghaften Anstieg der Austrittszahlen: "Wir müssen transparenter werden und erklären, wozu wir das Geld einsetzen. Es kommt den Menschen zugute."

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