Zeugin im „Brieger“-Prozess: Angeklagter hatte öfter Ausraster

Zeugin im „Brieger“-Prozess: Angeklagter hatte öfter Ausraster

Der wegen Mordes an Lolita Brieger angeklagte Landwirt hat nach Aussage einer Ex-Freundin öfter „Ausraster“ gehabt. Immer wenn er auf seinem Hof überfordert gewesen sei, habe er Gegenstände herumgeworfen oder gegen Maschinen getreten, sagte die 45-Jährige am Donnerstag vor dem Landgericht Trier.

(dpa/lrs/wie)Er sei aber nicht auf Menschen losgegangen und habe sich schnell wieder beruhigt. Sie habe sich Ende 1997 nach knapp zwei Jahren Beziehung von dem 51-Jährigen getrennt. Der Bauer steht seit Anfang März vor Gericht. Er soll 1982 seine Ex-Freundin Lolita Brieger ermordet und ihre Leiche auf der früheren Mülldeponie im nordrhein-westfälischen Frauenkron verscharrt haben.

Ein Grund für die Trennung sei gewesen, dass sie bei Nachforschungen zu dem mysteriösen Verschwinden der Lolita Brieger keine Antworten von dem Bauern bekommen und sich auf dessen Hof in Scheid (Kreis Vulkaneifel) plötzlich nicht mehr wohlgefühlt habe, sagte die Zeugin. „Wenn ich über Beton lief, dachte ich, sie (Lolita) könnte darunter liegen.“ Die Leiche Briegers war erst im Herbst 2011 nach dem Hinweis eines Zeugen entdeckt worden.

Die Zeugin sagte, sie habe eines Tages unter Tischwäsche versteckt Zeitungsausschnitte über Lolita gefunden. Als sie ihren damaligen Freund darauf ansprach, habe er gesagt, Lolita sei eine Freundin von ihm gewesen. Sie sei schwanger gewesen und sein Vater habe ihr 200.000 Mark für eine Abtreibung gegeben. Sie sei nach Holland gegangen, auf die schiefe Bahn geraten und arbeite nun als Prostituierte, habe er gesagt. „Das Ganze wurde immer mysteriöser“, sagte die 45-Jährige. Die Beziehung zu dem Landwirt habe sich verändert. „Er war unnahbar.“ Und sie habe sich ständig beobachtet gefühlt. „Den Druck habe ich nicht ausgehalten.“

Eine andere ehemalige Freundin, die Ende der 70-er Jahre kurz mit dem Bauern zusammen war, seitdem aber regelmäßig Kontakt zu ihm hatte, sagte, sie traue ihm nicht zu, Lolita ermordet zu haben. Eine Nachbarin des Mannes berichtet von Gerüchten, die seit Jahren rund um den Wohnort des Angeklagten kursierten, er habe Lolita umgebracht. Sie schließt nicht aus, dass er der Mörder sein kann.

Der Prozess geht am 8. Mai mit der Vernehmung von Zeugen weiter. Die Plädoyers sind frühestens für den 23. Mai geplant.