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Zigarettenproduktion: Rückendeckung für den Tabakstandort Trier

Zigarettenproduktion: Rückendeckung für den Tabakstandort Trier

JTI ist mit 1800 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in der Region. Doch das Genussmittel Tabak steht in der Diskussion und vor Ort geht die Angst um die Jobs um.

Ein klares "Ja" zum Tabakstandort Trier haben sich die Betriebsräte der Zigarettenindustrie bei ihrer "Sektoralen Europäischen Betriebsrätekonferenz Tabak" in Trier bei Japan Tobacco International (JTI) gewünscht.

Ihr Wunsch blieb nicht lange ungehört. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, die Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Michaela Rosenberger, und Triers OB Wolfram Leibe stellen sich beim Besuch der Konferenz hinter das Anliegen.

DGB-Chef Hoffmann: "Tabak ist ein sensibles Genussmittel, aber es ist kein verbotenes oder illegales Produkt." Der Gesundheits- und Nichtraucherschutz habe hohe Priorität. Doch entsprechenden Schutzgesetze seien auch umgesetzt. "Wir brauchen in der Industrie aber auch weiterhin hoch qualifizierte Arbeitskräfte und Investitionen in die Standorte", sagte Hoffmann und forderte, dass die EU-Standards nicht die deutschen Standorte benachteiligten. Hoffmann lobte aber auch die Arbeit der Betriebsräte, die wie in Trier vernetzt mit anderen Betriebsräten in der Umgebung oder im europäischen Konzern, sich für die Arbeits- und Lebensbedingungen im Umfeld der Kollegen einsetzten.

Michaela Rosenberger stellt sich auch hinter die deutschen Zigarettenwerke: "Tabak ist ein Genussmittel wie Alkohol oder Schokolade. Da stellt sich dann aber die Frage, wie weit geht die Bevormundung noch?"

Deutliche Rückendeckung gab es auch vom OB Wolfram Leibe. "Die Zigarettenindustrie beschäftigt bei JTI und Landewyck und den Zulieferfirmen rund 3000 Menschen in Trier. JTI ist mit 1800 Beschäftigten das größte Unternehmen in der Stadt." Jährlich werden im Trierer Werk bis zu 50 Milliarden Zigaretten hergestellt.
Und Nichtraucher Wolfram Leibe fügte an: "Wenn die Menschen rauchen wollen, sollen sie rauchen."

Mit der sogenannten Tabakrichtlinie 2 befürchten die Betriebsräte allerdings, dass die deutschen Tabakstandorte gefährdet sind. Gerd Willems, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von JTI, hat diese Thematik mit Kollegen der anderen großen Tabakhersteller (Philip Morris, Reemtsma, BAT, JTI und Heintz van Landewyck) diskutiert. Gerd Willems: "Wir brauchen hier die Unterstützung der Politik in der Region, im Land und im Bund, um unsere Arbeitsplätze zu erhalten. Wir brauchen eine Politik mit Augenmaß."