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Zittern und Bangen an der Rennstrecke

Zittern und Bangen an der Rennstrecke

Verständliche Folge der neuesten Entwicklung am maroden Nürburgring-Komplex: Die Region ist schockiert, die Mitarbeiter zittern und bangen um ihre Löhne.

Nürburg. Die Menschen am Nürburgring sind schockiert ob der neuesten Hiobsbotschaften. Seit Jahren sind sie schlechte Nachrichten, Sorgen, Zittern und Bangen gewohnt. Aber schlimmer geht\'s offenbar immer.
Bei Heinz Hoffmann, Betriebsratschef der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), klingelte das Telefon am Dienstag ohne Pause: "Dauernd rufen Firmen an, wollen wissen, was aus Verträgen und Aufträgen wird." Die Belegschaft der Nürburgring-Mitarbeiter sei hochgradig verunsichert, bange um ihre Löhne.
"Ganz Nürburg lebt vom Ring", sagt Nürburgs Bürgermeister Reinhold Schüssler, "alle zittern. Da geht jetzt vielleicht die ganze Region den Bach runter."
Ursula Schmitz, Inhaberin des Hotels am Tiergarten, sagt: "Ich lebe zu 100 Prozent vom Ring. Wir haben immer nur Publikum von der Rennstrecke zu Gast gehabt. Ich kann in meinem Alter nicht mehr auf Wellnesshotel umsteigen."
Hans-Joachim Retterath, Eigentümer der Tank- und Raststätte Döttinger Höhe, meint: "Wenn da irgendein reicher Russe kommt, das Ding mietet und es als Hobby ansieht, bin ich in drei Monaten nicht mehr hier."
Manfred Sattler, IHK-Chef und Amateur-Rennfahrer, meint: "Nach den Jahren mit den derzeitigen Betreibern hat der Nürburgring verdient, dass Profis ans Werk gehen und den Motorsport wieder in den Vordergrund stellen." ala/jl