Zu teuer: Öffentlicher Nahverkehr auf dem Land steht vor dem Aus

Zu teuer: Öffentlicher Nahverkehr auf dem Land steht vor dem Aus

Der Busverkehr in der Region ist bald nicht mehr zu finanzieren: Weil überwiegend nur noch Schüler transportiert werden und deren Zahl sinkt, fehlen den Busunternehmen Einnahmen. Die Kommunen fordern vom Land mehr Geld. Doch Mainz winkt ab.

Mobilität für alle, fordern die rheinland-pfälzischen Grünen. Jeder soll die Möglichkeit haben, möglichst kostengünstig und umweltschonend unterwegs zu sein. Dabei setzen die Grünen, wie auf ihrem kleinen Parteitag am Samstag in Trier beschlossen , auf einen "Mobilitätsmix": Als Alternative zum eigenen Auto sollen sich mehrere Menschen ein Auto teilen (Car-Sharing), Bahn- und Busfahren soll attraktiver gemacht werden.

Doch in der Region ist attraktives Busfahren kaum möglich. In den ländlichen Gebieten fahren öffentliche Busse nur noch, um Schüler zu transportieren. Da die Schülerzahlen jedoch weiter zurückgehen und gleichzeitig die Kosten für die Unternehmen steigen, wird es immer schwieriger, Linienverkehr aufrechtzuerhalten. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, dass man sich aufgrund der demografischen Entwicklung von einem flächendeckenden Personennahverkehr verabschieden müsse.

Einen solchen gebe es außerhalb von Trier bereits jetzt schon nicht mehr, kontert der Bitburger Landrat Joachim Streit, Vorsitzender des Zweckverbands Verkehrsverbund Region Trier (VRT). Auch Christian Weber, Vorsitzender des Verkehrsclub Deutschland in Trier, sieht die Grundversorgung beim Busverkehr in der Region längst nicht mehr gegeben. Sowohl Weber als auch Streit fordern vom Land mehr Geld für den Busverkehr. Statt 120 Millionen Euro in den Flughafen Hahn zu stecken, sollte das Land das Geld besser in den ÖPNV stecken, fordert der Chef eines Busunternehmens. Erste Unternehmen drohen damit, Schülern und Auszubildende keine Rabatte bei den Tickets mehr zu gewähren, falls sie nicht mehr Geld bekämen. Zwar fordern auch die Grünen eine Umverteilung der Landesmittel, allerdings von der Straße auf die Schiene. Auch aus dem rheinland-pfälzischen Infrastrukturministerium gibt es keine Signale für mehr Geld für den Busverkehr in der Region.

Mehr von Volksfreund