1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Zu wenig Einigkeit am Fluss: Wo der Tourismus besser werden muss

Zu wenig Einigkeit am Fluss: Wo der Tourismus besser werden muss

Mit der Zahl von Dachmarken in der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück liegt die Region Trier bundesweit mit an der Spitze. Dabei könnte man gerade an der Mosel noch mehr Kunden gewinnen – wenn die Zusammenarbeit dort vorangetrieben würde.

Zu wenig Einigkeit am Fluss: Wo der Tourismus besser werden muss
Foto: Klaus Kimmling
Zu wenig Einigkeit am Fluss: Wo der Tourismus besser werden muss
Foto: Klaus Kimmling

Die 800 Hoteliers und Gastgeber sowie 4000 Winzer an der Mosel dürften zufrieden sein. Was den Weintourismus in Deutschland angeht, kommt keiner an der Region vorbei.

"Die Mosel ist bundesweit das stärkste Ziel für eine Weinreise", sagt Bernd Eisenstein, Professor am Institut für Management und Tourismus, auf dem siebten Moselkongress - Motto: "Miteinander Weiterkommen" - in Trier. In einer Studie hat er für die Moselregion seit 2009 "eine positive Entwicklung" ausgemacht, ausgewiesen gutes Essen und Fahrradtourismus seien "Highlights".

Aber die Konkurrenz, wie etwa die von Eifel und Pfalz, schläft nicht, sie hat mächtig aufgeholt. Und die Mosel hat laut Eisenstein zu wenig Profit aus ihren verbesserten Werten geschlagen, noch mehr Besucher anzulocken. Derzeit gibt es jährlich 2,3 Millionen Gäste und sechs Millionen Übernachtungen. Eisensteins Tipp: "Die Zukunft liegt in mehr Kooperation untereinander."

Als eine der größten Hürden auf dem Weg zu mehr Gemeinsinn sieht Gregor Eibes, CDU-Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich, das "unzureichende Wir-Gefühl" entlang der Mosel. "Kirchturmdenken ist immer noch weit verbreitet", sagt er, gleichzeitig Vorsitzender der Regionalinitiative Mosel. Dabei wurde vor gut sechs Jahren eine eigene Dachmarke auch deshalb eingerichtet, um die Fronten zwischen den Orten der Ober-, Mittel- und Untermosel abzubauen.

Inzwischen nutzen bereits 400 Gastgeber und rund 100 Winzer das gemeinsame Mosel-Logo. Doch erst 87 von rund 800 Betrieben hätten eine Qualifizierung im Sinne der Regionalmarke bestanden, sagt Eibes: "Das ist noch ausbaufähig. Wir müssen unsere Dachmarke noch stärker nutzen." Und Albrecht Ehses, Weinexperte bei der Trierer Industrie- und Handelskammer (IHK), stellt fest: "Wir stehen uns meist selbst im Weg, wenn es um Organisation und Abstimmung geht."

Dies bezieht der IHK-Fachmann auch auf Kooperationen jenseits der Mosel. Dennoch seien Regionalmarken wie seit 2002 das Eifel-"e" mit seinen 310 Mitgliedern oder das Mosel-"M" die Basis für alle Akteure, regionale Produkte auf dem gleichen Niveau anzubieten. "Aber das ist ein zäher Prozess", sagt Ehses.