Zur Läuterung in die Eifel geschickt

Zur Läuterung in die Eifel geschickt

Die am Montag zum ersten Mal gezeigte neue Serie von RTL 2 "Die Mädchengang" ist im Januar in Malberg (Eifelkreis Bitburg-Prüm) gedreht worden. Sechs kriminelle Mädchen sollen durch professionelle Unterstützung in der Eifel wieder auf den rechten Weg gebracht werden.

Malberg. "Hier soll ich wohnen?" Zweifelnd und verärgert schaut sich die 18-jährige Janette um, als sie ihren Rollkoffer über eine verschneite, einsame Straße zieht. Was wie der Einzug in ein sibirisches Straflager anmutet, ist eine Szene aus der am Montag gestarteten Doku-Soap "Die Mädchen-Gang" auf RTL 2. Sie wurde im Januar in Malberg, laut Sender "ein abgeschiedenes Dorf in der Eifel", gedreht. Sechs angeblich schwierige Mädchen zwischen 16 und 20 Jahren ("Drogen, Sex, Gewalt und Alkohol bestimmen ihren Alltag", heißt es dramatisch in der Pressemitteilung des Senders) sollen drei Wochen lang zusammen mit professionellen Trainern wieder auf den rechten Weg gebracht werden.

Ganz so abgeschieden, wie es RTL 2 in der Serie darstellt, ist der 600-Einwohner-Ort in der Südeifel sicherlich nicht. Eher durch Zufall sei man auf Malberg gestoßen, sagt eine Sprecherin des Senders. Auf der Suche nach einer möglichst abgelegenen Unterkunft für die sechs Mädchen seien die Produzenten auf das alte Pfarrhaus in Malberg gestoßen. Das Haus sei ideal gewesen, sagt die RTL-2-Sprecherin. "Es liegt völlig abgelegen. Und bis zur nächsten Tankstelle und damit zum Alkohol sind es 40 Kilometer."

Seit einiger Zeit wird das 580 Quadratmeter große Haus samt 2000 Quadratmeter großem Garten als Feriendomizil vermietet. 1550 bis 2110 Euro pro Woche verlangen die Inhaber dafür. Drei Wochen war das Fernsehteam in Malberg.

Ortsbürgermeister Joachim Schmitt hält die Werbung für seinen Ort durch die Serie (1,4 Millionen Zuschauer sahen am Montag zu) eher für zweifelhaft. "Ich halte nichts von solchen Krawall-Sendungen", sagt Schmitt. Anfang Dezember habe die Produktionsfirma bei ihm angefragt, im Januar seien die Dreharbeiten losgegangen. Einmal habe er nachts einen Traktor organisieren müssen: Ein Fahrzeug der Fernsehleute hatte sich in einem Eifelacker festgefahren. Angst wegen der kriminellen Mädchen habe er nicht gehabt, sagt Schmidt. "Die waren alle nett, gar nicht so aggressiv, wie sie im Fernsehen rüberkommen."

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