| 21:33 Uhr

22 000 Menschen, 74 Nationen

Spielerisch andere Kulturen erleben – darum ging es auch (von links) Franz-Xaver Tran Thanh Nhat, Nico Lu und Frank Karsten. TV-Foto: Hermann Pütz
Spielerisch andere Kulturen erleben – darum ging es auch (von links) Franz-Xaver Tran Thanh Nhat, Nico Lu und Frank Karsten. TV-Foto: Hermann Pütz
Bereits zum zweiten Mal beteiligen sich die Saarburger an der bundesweit laufenden "Interkulturellen Woche". Insgesamt drei Einzelveranstaltungen sollen Einheimische und Menschen mit Migrationshintergrund aus der Region zusammenbringen und zum Austausch anregen. Einer dieser Termine war der "Tag der Kulturen". Von unserem Mitarbeiter Hermann Pütz

Saarburg. "Alle anders - Alle gleich" lautete das Motto des Festes, das der "Arbeitskreis Integration in der Verbandsgemeinde Saarburg" gemeinsam mit dem Jugendmigrationsdienst des Caritas-Verbandes für die Region Trier auf die Beine gestellt hatte.Die Organisatoren hatten sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln an einem Ort - in diesem Fall in der Saarburger Grundschule St. Laurentius - zusammenzubringen. Im Mittelpunkt stand neben dem Gespräch das gemeinsame Feiern.

Vor allem Kinder und Jugendliche waren in die Sporthalle der Grundschule gekommen. Vor dem Hintergrund der öffentlichen Debatte um die Notwendigkeit, Zuwanderer gesellschaftlich zu integrieren, stellte Bürgermeister Leo Lauer in der Eröffnungsansprache zum "Tag der Kulturen" klar, "dass es sich dabei keineswegs um eine Alibi-Veranstaltung handelt. Bereits in der Vergangenheit hat die Verbandsgemeinde Saarburg nicht zuletzt dank des Engagements des ,Arbeitskreises Integration' bei der Eingliederung von Immigranten große Fortschritte gemacht."

Nach Auskunft des Bürgermeisters haben von derzeit 22 000 Menschen, die in der Verbandsgemeinde Saarburg leben, rund 1500 einen Migrationshintergrund. 74 Nationalitäten sind vertreten.

Die kulturelle Vielfalt zu erleben, das war in der Laurentius-Grundschule auf unterschiedliche Weise möglich. Für die Kleinen gab es eine Spielecke mit Bauklötzen, einer Kletterwand und anderen Attraktionen. Außerdem hatte die aus Saarburg stammende Deutsch-Russin Olga Jacoby eine Ausstellung mit Privatfotos von in Saarburg lebenden Menschen aus insgesamt sieben Ländern zusammengestellt - darunter Sri Lanka, Vietnam und Kasachstan. Außer der kulturellen konnte auch die kulinarische Vielfalt erlebt werden. Saarburger Gastronomen hatten Speisen aus unterschiedlichen Ländern zu einem "Teller der Vielfalt" zusammengestellt. Verschiedene Workshops sollten die Besucher dazu anregen, sich spielerisch mit der Vielfalt der Kulturen auseinanderzusetzen.

Franz-Xaver Tranh Thanh Nhat, der an der Organisation des "Tages der Kulturen" in Saarburg beteiligt war, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf. "Allerdings darf man die Erwartungen in solche Veranstaltungen nicht zu hoch setzen", erklärte er. Dafür sei das Thema "Integration" zu komplex. "Uns kommt es auf die Signalwirkung an. Wir wollen zeigen, dass etwas getan wird."

Der "Tag der Kulturen" war Teil der bundesweiten "Interkulturellen Woche", einer Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Den Abschluss bildet heute um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Laurentius die Veranstaltung "Lebenswege". Monika Groß, eine Christin aus Irsch, Rachel Kyll, eine in Trier lebende Jüdin, und die aus Trier stammende Muslima Rahma Lamine erzählen von ihrem Glauben.