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"Abhängen" muss niemand

Der Aeroclub Könen hatte gleich ein ganzes Segelflugzeug mitgebracht. Darin sitzen (von links) Karl Henning, Charlotte Hennen und Melanie Oesch. Foto: Hermann Pütz
Der Aeroclub Könen hatte gleich ein ganzes Segelflugzeug mitgebracht. Darin sitzen (von links) Karl Henning, Charlotte Hennen und Melanie Oesch. Foto: Hermann Pütz
KONZ. Jeder, der Kinder hat, kennt das: Die Schule ist aus, Hausaufgaben sind gemacht – was nun mit dem angebrochenen Nachmittag? Wenn dann keine Ideen kommen, ist Langeweile programmiert. Das zu verhindern, ist Ziel von "Easi", einem Projekt des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz. ARRAY(0x8970ac10)

"Mir ist so langweilig!" Diesen Satz kennt wohl jeder, der Kinder hat. Eine mögliche Antwort: "Nimm dir ein Buch und lies." Der elterliche Vorschlag ist durchaus verständlich, denn Lesen bildet bekanntlich. Doch eine positive Resonanz bleibt nicht selten aus: "Dazu habe ich keine Lust." Auch das ist nachvollziehbar, denn nach einem stressigen Vormittag in der Schule tut ein wenig Entspannung gut. Bloß wie? Oft fehlt es den jungen Leuten - sowie den beteiligten Erwachsenen - an Ideen. Eine mögliche Folge: "Abhängen" - Nichtstun. Um die Jugendlichen auf der Suche nach mehr Spaß in der schulfreien Zeit zu unterstützen und damit sie erst gar nicht auf die Idee kommen, Langeweile durch Alkohol oder Drogen zu bekämpfen, hat das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz (LKA) das Projekt "Easi" (Erlebnis, Aktion, Spaß, Infos) entwickelt. Ziel ist, Kinder und Jugendliche mithilfe von Informationsveranstaltungen auf das Freizeitangebot vor Ort hinzuweisen. Im Klartext heißt das: In Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen, Schulen und örtlichen Vereinen haben junge Leute die Gelegenheit, geballtes Wissen über die vielfältigen Möglichkeiten der Beschäftigung und Freizeitgestaltung zu sammeln.Experte: Hobbys fördern Persönlichkeit

Jüngst machte "Easi" in Konz Station. Zahlreiche Vereine und Organisationen aus der Verbandsgemeinde präsentierten sich und ihre Arbeit - Sportvereine, Musikvereine, das Deutschen Rote Kreuz. Das Interesse bei den rund 500 Mädchen und Jungen aus den fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen in Konz war groß. Das, was es auszuprobieren gab, konnte sich sehen lassen. So hatte beispielsweise der Aeroclub Könen ein komplettes Segelflugzeug aufgebaut, und der Kartclub Konz hatte ein paar "heiße Öfen" mitgebracht. Jene, die ihre Freizeit etwas ruhiger angehen wollen, informierten sich bei den Amateurfunkern oder den Sportfischern. Recht schnell wurde klar: Zumindest in Konz und Umgebung muss niemand "abhängen". "Junge Menschen, die ihre Erfüllung in einem Hobby finden, neigen wesentlich seltener zu Gewalt und Sucht als andere", erklärt LKA-Mann Roeder den Zweck der Veranstaltung. Denn: "Eine sinnvolle Freizeitgestaltung fördert die Entwicklung einer starken Persönlichkeit in besonderem Maß."