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Einzelhandel
Innenstadt versus Internet

Stefan Müller-Hamann vom Saarburger Gewerbeverband und seine Mitarbeiterin Irmgard Merz sind stolz auf die Statements der Kunden, die mit Fotos im Schaufenster ausgehängt wurden.
Stefan Müller-Hamann vom Saarburger Gewerbeverband und seine Mitarbeiterin Irmgard Merz sind stolz auf die Statements der Kunden, die mit Fotos im Schaufenster ausgehängt wurden. FOTO: Dirk Tenbrock
Saarburg. Aktion Heimat shoppen: Kunden erklären, warum sie so gerne in Saarburger Geschäften einkaufen. Von Dirk Tenbrock

Die goldenen Zeiten, als es keine Alternative zum Shopping in den Innenstädten gab, sind längst passé. Kaufhäuser auf der grünen Wiese und der Einkauf bei den Riesen im World-Wide-Web graben den inhabergeführten Geschäften in den Innenstädten mehr und mehr das Wasser ab, die Bequemlichkeit siegt. Die Preise im Netz sind niedrig, die Umtauschpolitik kulant und die Nach-Hause-Lieferung erfolgt meist innerhalb von 24 Stunden. Es sei höchste Zeit, dass sich der Einzelhandel auf seine Stärken besinne, um verlorenes Terrain zurückzugewinnen, sagten sich die Industrie- und Handelskammern und riefen mit den Kaufleuten bundesweit die Aktion „Heimat shoppen“ ins Leben.

In Saarburg wurden über einen Zeitraum von mehreren Wochen die Kunden befragt, warum sie gerne im sogenannten stationären Einzelhandel ihre Schuhe, Kleidung oder Accessoires einkaufen. Dazu haben die Geschäfte Fotos von den Kunden gemacht, deren Aussagen dazu geschrieben und diese Statements in ihren Schaufenstern ausgehängt.

In Saarburg haben am Freitag und Samstag rund 30 Fachgeschäfte an der Aktion teilgenommen und die Ergebnisse präsentiert. Dutzende Kunden haben damit öffentlich ihre Meinung kundgetan. Immer wieder wurde das besondere Flair von Saarburg gelobt, vor allem auch in Verbindung mit gastronomischen Angeboten wie essen gehen, Kaffee oder einen Sekt trinken – und natürlich Eisessen. An oberster Stelle steht für die (Stamm-)Kunden die hervorragende persönliche Beratung beim Einkauf, diese sei unersetzlich. Mancher findet es auch einfach netter und persönlicher als im Internet zu kaufen oder findet es gut, dass man beim Umtausch einen Ansprechpartner habe. Katharina Graeper aus Fellerich kommt beispielsweise nach Saarburg weil sie „unsere Innenstädte lebendig erhalten will“. Auch viele andere Kunden betonen diesen Aspekt und kaufen deshalb bewusst im örtlichen Fachhandel.

Wegen Stellungnahmen wie dieser spricht Stefan Müller denn auch von einem Erfolg der Aktion: Man habe ein positives Image bei den Kunden gewonnen und die Gelegenheit, diese Stärken weiter auszubauen.

Auch der Konzer Einzelhandel machte beim Heimat shoppen mit: Rund 25 Geschäfte beteiligten sich an der Aktion. Von Optikern über Bekleidungs- bis zu Spielwarengeschäften. Um einen Eindruck davon zu vermitteln, wie die Stadt aussehen würde, wenn die lokalen Geschäfte schließen würden, hatten die Läden teilweise ihre Schaufenster mit Papier überklebt.