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"Aufpassen, dass wir nicht zurückbleiben!"

Auch im Bereich Mobilfunk gibt es auf dem Saargau derzeit keine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung. Foto: Hermann Pütz
Auch im Bereich Mobilfunk gibt es auf dem Saargau derzeit keine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung. Foto: Hermann Pütz
MERZKIRCHEN. "Bleiben wir bei der Modernisierung der Telefonnetze auf der Strecke?", fragen sich die Bürger von Merzkirchen. Denn die flächendeckende Versorgung des Saargaus mit Breitbandanschlüssen und Mobilfunk lässt zu wünschen übrig. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde deshalb die Forderung nach einer regionalen Initiative laut. ARRAY(0x1aff9ff00)

Kaum eine Branche hat sich in den vergangenen Jahren ähnlich rasant entwickelt wie der Bereich Telekommunikation. Handys gehören inzwischen zum Alltag und leistungsfähige Breitband-Telefonanschlüsse machen unter anderem die Arbeit mit dem Computer wesentlich komfortabler. Doch hat wirklich jeder die Möglichkeit, moderne Kommunikationstechnik zu nutzen? Bis heute gibt es auf dem Saargau keine flächendeckende Versorgung mit deutschen Mobilfunknetzen. Nachholbedarf gibt es auch im Festnetzbereich. So genannte DSL-Breitbandanschlüsse fehlen beispielsweise in Merzkirchen vollständig. Anbieter wegen zu geringen Profits ohne Interesse

"Dabei trägt die Kommunikationsfähigkeit erheblich zur Entwicklung der ländlichen Region bei", erklärte Peter Hemmerling, Ortsvorsteher von Merzkirchen und CDU-Fraktionsvorsitzender, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Auch ortsansässige Gewerbetreibende seien zunehmend auf leistungsfähige Kommunikationstechnik - beispielsweise das DSL-Netz - angewiesen. Nachforschungen von Ortsbürgermeister Martin Lutz haben unterdessen ergeben, dass beispielsweise Mobilfunkanbieter kaum Interesse am Ausbau ihrer Netze auf dem Saargau haben. "Wegen der geringen Bevölkerungsdichte gilt ein Ausbau als unrentabel", erklärte Lutz. Peter Hemmerling betonte: "Als kleine Gemeinde haben wir keine Chance, die Netzbetreiber für uns zu gewinnen." Wünschenswert sei deshalb eine regionale Initiative, vielleicht auf Verbandsgemeindeebene. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht hinter der übrigen Bevölkerung im Land zurückbleiben."Neues Licht für 60 Seelen

Während ein modernes Telefonnetz in Merzkirchen noch eine Wunschvorstellung ist, ist die Erneuerung der Straßenbeleuchtung im Ortsteil Rommelfangen inzwischen beschlossen. Derzeit finden in dem 60-Seelen-Dorf umfangreiche Kanal- und Straßenbauarbeiten statt (der Trierische Volksfreund berichtete). Ursprünglich hatten sich die Einwohner gegen eine neue Beleuchtung ausgesprochen, da sie - abgesehen von Ausgaben für neue Bürgersteige und die Anbindung an die Kanalisation - einen Teil der Kosten tragen müssen. Inzwischen habe sich die Einstellung der Bevölkerung jedoch gewandelt, so Ortschef Martin Lutz. 35 Prozent der 16 010,32 Euro Gesamtkosten für die neue Straßenbeleuchtung übernimmt die Gemeinde, die übrigen 65 Prozent (32 Cent pro Quadratmeter) entfallen auf die Bürger. Ein weiterer Beschluss bezog sich auf die Teilnahme der Gemeinde Merzkirchen an einer Bündelausschreibung für den kommunalen Strombedarf in den Jahren 2007 und 2008. Ebenfalls stimmte der Rat für die Einbindung einer Außenfläche in die Bebauung im Ortsteil Portz. Ausgangspunkt ist das Vorhaben eines Bürgers, ein vorhandenes Landswirtschaftsgebäude um ein Wohnhaus zu erweitern. Durchweg erfolgreich war die Arbeit der Jugendgruppe Merzkirchen in den vergangenen Jahren. Zu diesem Ergebnis kam die Saarburger Dekanatsjugendstelle, vertreten durch Silke Schwickerath. Rund 42 Mitglieder zwischen sieben und 23 Jahren zählt die im Jahr 2002 entstandene Jugendgruppe derzeit. Regelmäßige Treffen, Projekte zur Mitgestaltung des Dorflebens und verschiedene Aktionen auf Verbandsgemeindeebene - beispielsweise Kleidersammlungen - gehörten zum Jahresprogramm. Ortsbürgermeister Martin Lutz nutzte die Gelegenheit, der Dekanatsjugendstelle und den Betreuern der Gruppe für ihre Arbeit zu danken.