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Aus Australien und Kanada nach Bekond

Aus Kanada, aus Australien und ganz Deutschland stellten sich Mitglieder der weit verzweigten Portz-Familie zu einem Sippentreffen in Bekond ein.Foto: Josef Tietzen
Aus Kanada, aus Australien und ganz Deutschland stellten sich Mitglieder der weit verzweigten Portz-Familie zu einem Sippentreffen in Bekond ein.Foto: Josef Tietzen
BEKOND. Ist der beschauliche Ort Bekond lediglich beim legendären "Krumpernfest" das Pilgermekka für Besucher und Akteure aus aller Welt, trafen dort zu einem ganz speziellen Fest drei Kontinente aufeinander. Natürlich nicht im geografischen Sinn, sondern rein heraldisch-familiär. ARRAY(0x16bfd6be8)

Gelten anderenorts "Familienbande" gelegentlich als "Sippenfesseln", sehen die Mitglieder der Bekonder Familie Portz in ihren verwandtschaftlichen Verknüpfungen die Motivation zur "Wurzelpflege der herzlichen Art".Eigene Wurzeln nicht vernachlässigt

Für Bio-Bauer und Vollblut-Landwirt Gerhard Portz, einen der Hauptinitiatoren des gigantischen Familienspektakels, ist die Hege und Pflege seiner unterirdischen Keimlinge Pflicht. Doch auch die "eigenen Wurzeln" nicht zu vernachlässigen, ist für Gerhard Portz und seine neun Geschwister nicht nur Familien-, sondern Ehrensache. Deshalb setzten die "Bekonder Portzen" den Wunsch des 92-jährigen Clan-Seniors Peter mit viel Enthusiasmus in die Tat um. Wollte doch der alte Herr, der im rheinischen Düsseldorf eine neue Heimat gefunden hat, gerne noch einmal die gesamte Verwandtschaft treffen - natürlich an der Stätte seiner Kindheit auf der familieneigenen Scholle.Da staunte selbst der Ortspfarrer

Wie in der Landwirtschaft musste diese "Familienscholle" aber zuerst "bestellt" werden. Mit Einladungskarten in alle Himmelsrichtungen wurde im Januar die Saat ausgestreut. Und diese Saat ging vorbildlich auf. 160 Stammbaumsprosse, teils aus Deutschland, Kanada oder dem antipodischen Australien angereist, fanden sich unter strahlender Septembersonne rund um das Bekonder Schloss ein. Ausstaffiert mit Namensansteckern kamen sich die "fremden" Familienzweige schnell näher. Für den örtlichen Pfarrer Andreas Noster war diese "Heimsuchung" mit einem "ungläubigen Staunen" und einem nicht all-sonntäglichen Aha-Effekt verbunden. Noch nie zelebrierte Pastor Noster einen, fast den Rahmen der Dorfkirche sprengenden, Familiengottesdienst mit nur einer einzigen Familie.Neue Familienbande geknüpft

Weinprobe, Kutschfahrt, Tombola, eine Theateraufführung und natürlich geselliges Beisammensein bei Speis und Trank setzten das Tüpfelchen auf das "I". Neue Kontakte wurden interfamiliär geknüpft, alte vertieft und gegenseitige Besuche auch kontinentenüberbrückend ausgemacht. Kein Wunder, denn der Name "Portz" rührt vom lateinischen Wort "Porta" und bedeutet Türe. Dass eine Türe für jeden offen stehen sollte, ist für Gerhard Portz eine Lebensphilosophie. Mit der Familienfeier wurde der erste Schritt zu weiteren 160 offenen Türen gemacht.Morgen: Porträt des Ortsbürgermeisters von Newel, Matthias Mohn.