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Aus für Saarburger Messe

Ein Blick in die Vergangenheit: 2012 strömen sonntags zahlreiche Besucher über das Freigelände, um sich über Neuwagen, Gesundheitsthemen und Handwerksbetriebe zu informieren. TV-Foto: Archiv/Friedemann Vetter
Ein Blick in die Vergangenheit: 2012 strömen sonntags zahlreiche Besucher über das Freigelände, um sich über Neuwagen, Gesundheitsthemen und Handwerksbetriebe zu informieren. TV-Foto: Archiv/Friedemann Vetter
Saarburg. Der Saarburger Gewerbeverband (SGV) hat die für dieses Jahr geplante Gewerbeschau abgesagt. Als Grund gibt der Vorstand an, dass sich zu wenige regionale Unternehmen an der Messe beteiligen wollten. Alexander Schumitz



Auf der Mitgliederversammlung im November war sie vom Vorstand des Saarburger Gewerbeverbands (SGV) als einer der wichtigsten Termine für 2014 genannt worden: die Saarburger Gewerbeschau. Es hätte die zehnte sein sollen. Doch daraus wird nun - zumindest erst mal - nichts. Der Vorstand des SGV hat die Regionalmesse von seiner Agenda gestrichen.

Auf der Internetseite des Verbands heißt es unter der Überschrift "Gewerbeschau" lapidar: "Zur Zeit ist keine weitere Gewerbeschau geplant." Direkt darunter wirbt der SGV noch für die Veranstaltung, die im Zwei-Jahres-Turnus stattfand: "Die Gewerbeschau bietet den Betrieben ein attraktives Forum, um ihre Leistungsfähigkeit und ihre Innovationsfreude unter Beweis zu stellen. Die steigende Zahl der Aussteller ist ein Indiz für eine erfolgreiche Entwicklung. Waren bei der ersten Gewerbeschau circa 30 Firmen beteiligt, so verzeichnete die Gewerbeschau eine konstante Steigerung auf heute (2012) 75 Aussteller." Auch nach der letzten Schau vor zwei Jahren waren alle, Aussteller und der Vorsitzende des SGV, Heinz-Berthold Kind, voll des Lobes über die Gewerbeschau im Gewerbegebiet Irscher Straße. Auf TV-Anfrage hat Kind inzwischen Gerüchte bestätigt, wonach es in diesem Jahr keine Gewerbeschau geben wird. Der Frust über diese Entwicklung ist dem 52-Jährigen noch anzuhören.

Geplant war, die Messe auch auf die beiden Gewerbegebiete am Saarufer und in Ayl auszuweiten. Der Vorstand habe ein neues Konzept entwickelt. "Uns war klar, dass die Schau für die Kunden interessanter werden musste." Denn eines war den Machern wohl klar: "Es ist schwierig, Aussteller für eine einfache Messe zu gewinnen. Und der Rückgang der Besucherzahlen muss gestoppt werden."

Aber das vom Vorstand erarbeitete Konzept scheint die potenziellen Aussteller und Mitglieder nicht überzeugt zu haben. "Es gab trotz direkter Ansprache der Unternehmen nur fünf Zusagen", sagt Kind. Oft hätten die angesprochenen Firmen abgewunken. "Die sahen eher den Aufwand, ihre Hallen für die Messe herzurichten, als den Nutzen für die Kundengewinnung."

Wie es mit der Gewerbeschau weitergehen könnte, will Kind nicht sagen. Er hatte bereits im November angekündigt, dass er ab September nicht mehr als Vorsitzender für den SGV zur Verfügung stünde und beim Neujahrsempfang der Stadt und des Verbands heftig die - aus seiner Sicht - Untätigkeit der Vereinsmitglieder kritisiert.

Stefan Müller-Hamann, Sprecher des Arbeitskreises Ideen und Konzepte im SGV, bedauert, dass die Schau abgesagt wurde. "Ein Tag der offenen Tür würde den Unternehmern in den Gewerbegebieten helfen, auf sich aufmerksam zu machen", sagt der Textilhändler aus der Saarburger Innenstadt. Er hofft, dass die SGV-Mitglieder sich noch mal zu einem Konzept durchringen können, um sich zu präsentieren.
Stadtbürgermeister Jürgen Dixius betont in seiner Stellungnahme, dass die Stadt und die Verbandsgemeinde den SGV "selbstverständlich unterstützen werden", wenn es zu einer Neuauflage der Messe kommt.Meinung

Wichtige Aufgaben wartenDie Absage der Gewerbeschau ist ein Signal, zeigt es doch, dass es im Saarburger Gewerbeverband nicht rund läuft. Das ist schade, denn nur wer zusammenhält, kann Veranstaltungen stemmen, die weit über das Mittelzentrum Saarburg hinaus ausstrahlen. Die meisten Unternehmer und Händler im Verband sind darauf angewiesen, dass sie Kunden aus dem Umland für sich gewinnen können. Dafür müssen sie sich gemeinsam für ihre Interessen einsetzen und sich gemeinsam präsentieren. Zu den wichtigsten Aufgaben des neuen Vorstands wird gehören, die Mitglieder wieder zusammenzuführen. Dazu gehört auch, die Kluft zwischen den Händlern in der Innenstadt und den Unternehmern in den Gewerbegebieten zu überbrücken. Das könnte den Weg in eine erfolgreiche Zukunft des Verbands ebnen. saarburg@volksfreund.de