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Autos teilen, Geldbeutel schonen - Carsharing in Saarburg

Die drei vom Carsharing: Mohammad Alzoubi (Autohaus Werner), Jürgen Dixius (Bürgermeister der Stadt Saarburg) und Heiner Behr (Geschäftsführer, Autohaus Werner). Foto: Stadt Saarburg
Die drei vom Carsharing: Mohammad Alzoubi (Autohaus Werner), Jürgen Dixius (Bürgermeister der Stadt Saarburg) und Heiner Behr (Geschäftsführer, Autohaus Werner). Foto: Stadt Saarburg FOTO: (h_sab )
Saarburg. Carsharing kommt nach Saarburg. Dafür kooperieren die Stadt und das Autohaus Werner. Marion Maier

Saarburg Immer mehr Menschen leihen sich Autos kurzzeitig mit Hilfe von Carsharing (siehe Info) aus. Das Auto teilen (wörtliche Übersetzung von Carsharing) hilft, den Verkehr und den Parkdruck in Städten zu vermindern. So kommt es, dass Städte sich auch auf diesem Sektor engagieren. Seit 2015 bieten die Stadtwerke Trier Carsharing an. Ab kommenden Mittwoch, 4. Oktober, spielt auch die Stadt Saarburg auf diesem Markt eine Rolle. Sie kooperiert dafür mit dem Autohaus Werner in Saarburg.
Drei Fahrzeugtypen der Marke Ford bietet das Autohaus dafür an. Die Nutzer können zwischen einem Ford Focus am Bahnhof (Nähe Elektrotanksäule), einem Ford Fiesta vor der Verbandsgemeindeverwaltung und einem Ford Transit, einem Transporter, beim Autohaus Werner wählen. Die Wagen müssen an den jeweiligen Parkplätzen abgeholt und dort auch wieder abgestellt werden.
Für Bürgermeister Jürgen Dixius liegen die Vorteile von Carsharing auf der Hand. Er sagt: "Teilen statt anschaffen liegt im Trend. Ein Auto kann mehrere Fahrzeuge ersetzen, was im Innenstadtbereich von Saarburg zu weniger Stau, mehr Parkplätzen und letztlich mehr Lebensqualität führt." Darüber hinaus seien die Leihautos neu und würden weniger Kohlendioxid ausstoßen als viele Privatautos. Ziel ist es, die Emissionen noch weiter zu reduzieren. Dixius: "2018 wollen wir das Angebot auch mit Elektrofahrzeugen ausbauen. Damit sind sie nicht nur eine praktische, sondern auch umweltfreundliche Alternative zum eigenen Auto." Stadt und Verbandsgemeindeverwaltung gehen mit gutem Beispiel voran. Sie besitzen jeweils eine Zugangskarte, so dass Dienstfahrten künftig mit dem Carsharing-Auto möglich sind.
Der Kooperationspartner der Stadt, Heiner Behr, Geschäftsführer von Autohaus Werner, betont: "Wir möchten die Mobilität von Saarburg und Umgebung mitgestalten und freuen uns daher, Einheimischen und Touristen mit Ford-Carsharing Fahrzeuge Fahrzeuge für verschiedene Nutzungsarten bieten zu können." Dass er damit Geld verdient, erwartet Behr nicht. Der Grund: Er hat sich mit Kollegen, die Carsharing anbieten, ausgetauscht. Allerdings hofft Behr zumindest auf einen Werbeeffekt für sein Unternehmen.
Für die Nutzer soll Carsharing möglichst einfach sein. Im ersten Schritt müssen sie sich online oder persönlich registrieren lassen (siehe unten) und zahlen einen einmaligen Startbetrag von 9,90 Euro. Kurzfristig kann das Auto dann per Internet, App oder telefonisch gebucht werden. Das geht sogar bis zu fünf Minuten vor der Abfahrt - sofern der gewünschte Wagen frei ist. Geöffnet wird das Fahrzeug dann per Handy oder Zugangskarte. Der Schlüssel steckt.
Die Kosten pro Fahrt sind abhängig vom Fahrzeugtyp, der Tageszeit, der Nutzungsdauer und der Kilometerzahl. Der günstigste Tarif ist der für den Ford Fiesta zwischen 22 und 8 Uhr: pro Stunde 1,50 Euro und 19 Cent pro Kilometer. Es gibt Tarifangebote für Gelegenheitsnutzer, Vielnutzer und Unternehmen. Neben den Fahrzeugen in Saarburg können Kunden alle Stationen und Fahrzeuge von Ford-Carsharing und dem Kooperationspartner DB Flinkster in mehr als 300 Städten deutschlandweit nutzen.
Benzin und Reinigung sind Teil des Angebots. Für den Fall, dass der Tank leergefahren wird, liegt eine Tankkarte mit Ausgabenlimit im Auto. Generell wird jedoch darum gebeten, Sprit nachzufüllen für den Fall, dass der Tank zu Dreiviertel leergefahren ist. Beim Auto teilen entfallen zudem Kosten für Wartung und Reparaturen.
Und für wen rechnet sich Carsharing? Es ist vor allem für Wenig- und Gelegenheitsfahrer interessant. Laut Bundesverband Carsharing sparen Autoteiler bis zu einer Fahrleistung von etwa 10 000 Kilometern pro Jahr (rund 800 Kilometer pro Monat) gegenüber dem privat angeschafften Neuwagen auf jeden Fall Geld ein.
Wer sich für Carsharing in Saarburg registrieren lassen möchte, muss für Vertrag und Kundenkarte bei Autohaus Werner in Saarburg vorbeischauen. Auf der Internetseite www.autohauswerner.de sind weitere Infos zu finden. Registrieren ist auch möglich auf www.ford-carsharing.de .KommentarMeinung

Runde Sache auf vier Rädern
Für Wenigfahrer ist Carsharing nahezu ideal. Unkompliziert und vergleichsweise günstig erhalten sie ein Auto, das sie mit etwas Planung sicher nutzen können. Damit sparen sie im besten Fall Geld und entlasten noch dazu den Verkehr. Mutig, dass sich die Stadt und ein Autohaus dafür zusammentun, um das Angebot ins 7412 Einwohner zählende Saarburg zu bringen. Bei Touristen lässt sich mit dem Angebot auch noch werben. Unterm Strich könnte das Saarburger Carsharing also ein Gewinn für alle werden - wenn es denn entsprechend genutzt wird. m.maier@volksfreund.deExtra: CARSHARING IN DEUTSCHLAND


Seit Ende der 1990er steigt die Zahl der Carsharing-Teilnehmer stetig. Laut Bundesverband Carsharing waren Anfang 2017 mehr als 1,7 Millionen Kunden bei den 150 deutschen Carsharing-Anbietern registriert, 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Orte mit einem Carsharing-Angebot stieg um 60 Gemeinden auf 597. Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverbands sagt: "In innenstadtnahen Wohngebieten ersetzt ein Carsharing-Fahrzeug heute bis zu 20 private Pkw. Vor allem stationsbasiertes Carsharing befreit Städte also in erheblichem Umfang von überflüssigen Autos."