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Beim Olympia der Schäferhunde

Kein Team ist so gut wie das der italienischen Schäferhunde (im Bild). Die Tiere zeigen beim Agility-Turnier in Saarburg ihre Leistung. TV-Foto: Paul Heinz Loch
Kein Team ist so gut wie das der italienischen Schäferhunde (im Bild). Die Tiere zeigen beim Agility-Turnier in Saarburg ihre Leistung. TV-Foto: Paul Heinz Loch FOTO: (h_sab )
Saarburg. Aus den Niederlanden, Frankreich, Luxemburg, Deutschland und sogar Sizilien waren Hunde und Halter gekommen, um an der fünften kleinen WM-Turnier für deutsche Schäferhunde in Agility in Saarburg teilzunehmen. Die Tiere mussten dabei einen Parcours mit Hindernissen wie Wippen und Tunnel überwinden. Paul Heinz Loch

Saarburg. Hundegebell, Gesprächsfetzen in mehreren Sprachen, fröhliches Lachen- das war die Geräuschkulisse in der einstigen Tennishalle in Saarburg beim kleinen Agility-WM-Turnier. Der Ausrichter des Turniers, die Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV OG) Hermeskeil unter der Leitung von Michaela Ludwig, begrüßte Teilnehmer aus fünf Ländern.
Doch was heißt kleine WM? Ludwig sagt dazu: "Vor fünf Jahren wollte unser Verband die WM zum ersten Mal veranstalten, doch kamen zu wenig Teilnahmer aus dem Ausland. Wir haben das Turnier damals trotzdem gemacht mit Teilnehmern aus Deutschland, Luxemburg, Rußland, Polen, Niederlande, Belgien, und Kanada." Die Sportart sei im Ausland nicht so organisiert wie in Deutschland. Es sei deshalb schwierig, die Teams ausfindig zu machen. Der Verein organisiere nun jedes Jahr diese kleine WM. Die Agility- Ortsgruppe Hermeskeil besteht schon seit 1962 und hat ungefähr 80 Mitglieder. In Hermeskeil kann der SV keine Halle nutzen, die für Agility geeignet wäre. Deshalb kommt sie nach Saarburg (siehe Extra II).
Italiener hängen alle ab


Der SV richtet das Turnier zum fünften Mal aus. Christina Lenz aus Coburg ist zum zweiten Mal dabei und lobt die Halle wegen ihrer optimalen Bedingungen. Insgesamt 73 Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und Italien waren angereist, die weiteste Anfahrt für dieses Turnier hatten die Teilnehmer aus Sizilien mit über 2000 Kilometern. Am Freitag und Samstag fanden Qualifikationsläufe statt, am Sonntag erfolgte das Finale mit den besten 40 Teilnehmern. Der Start erfolgte in drei Leistungsklassen.
Die Hunde müssen einen nach festen Regeln aufgebauten Parcours durchlaufen. Dieser ist in der höchsten Leistungsklasse 196 Meter lang. Die Hunde müssen Hindernisse wie Wippen, Hürden, Slalomstrecken und Tunnel in maximal 80 Sekunden durchlaufen. Es gibt besondere sogenannte Kontaktzonen, welche die Hunde betreten müssen. Der Hundeführer läuft im Parcoursbereich mit und gibt dem frei laufendem Hund dabei nur mit Hand- und Rufzeichen den vorgeschriebenen Weg an. Die Wertung erfolgt nach Zeit und Fehlern. Die Hunde warteten gespannt auf ihr Startsignal und sprinteten dann los, oft hatten die Hundeführer Mühe, mit ihren Hunden Schritt zu halten. Die Zuschauer verfolgten genau die Läufe ihrer Mitstreiter und sparten nicht mit Beifall und zustimmenden oder kritischen Bemerkungen. Gespannt warteten Alle auf die Ergebnisse und hofften auf einen guten Platz.
Das erfolgreichste Team kam aus Italien, den ersten Platz in der Einzelwertung belegte Heinz Elpers aus Gronau mit seiner Hündin Ondra. Den zweiten Platz belegte Josef Kötting aus Gescher mit Hündin Lynn, dritter Platz Sabine Matz aus Wesel mit Hündin Abby. Herrchen und Frauchen bekamen einen Pokal und ihre Hunde eine grosse Tüte Leckerli.
Extra

Die Agility- Halle Saarburg: Die Tennis Halle Saarburg war über Jahre nicht mehr benutzt und wurde 2013 von Sonja Dadario- Wanderscheid (vom Vorbesitzer Walter Elsässer) gekauft und in die jetzige Agility Halle umgebaut. Sie selbst ist in der Agility- Szene aktiv und war schon lange auf der Suche nach einem passenden Objekt. Für die WM 2014 in Luxemburg wurde die Halle schon zum Training genutzt. Besonders der spezielle Kunstrasen in der Halle, welcher auch weltweit in weiteren Agility- Hallen Verwendung findet, bietet Hunden und Haltern optimale Trainings- und Turnierbedingungen. Die Halle kann in drei Trainingszonen zur gleichzeitigen Nutzung unterteilt werden. Von Oktober bis April ist die Halle täglich belegt; an den Wochenenden mit Turnieren, ansonsten mit Training und Seminaren mit internationaler Beteiligung über Hundehaltung und Hundeerziehung. Im Sommer ist die Halle weniger frequentiert, da viele Veranstaltungen dann im Freien durchgeführt werden können. Das Bistro gibt Gästen die Möglichkeit zuzuschauen. phlExtra

Agility (für Wendigkeit, Flinkheit): ist eine Hundesportart. Kernstück ist die fehlerfreie Bewältigung einer Hindernisstrecke (Parcours) in einer vorgegebenen Zeit. In den 1980er Jahren kam diese Sportart auch nach Deutschland. (Quelle: Wikipedia) red/phl