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Beim Wasser soll’s gerechter werden

Saarburg. Ab 2018 wollen die Werke im westlichen Teil der Verbandsgemeinde Saarburg so abrechnen wie im östlichen Teil - sofern der Rat zustimmt. Für manche kann Wasser teurer werden. Marion Maier

Noch bevor der Saarburger Verbandsgemeinderat am 14. November über die Anpassung des Abrechnungssystems in der VG berät, haben Bürgermeister Jürgen Dixius und Werkleiter Franz Petri zum Pressegespräch eingeladen. "Wir wollen bewusst vor der Entscheidung informieren", betont der Verwaltungschef.
Immerhin trifft die mögliche Systemanpassung die Geldbeutel der Menschen in der VG, und es ist klar: Von denjenigen, die künftig mehr zahlen müssen, werden wohl einige nachhaken. Doch Dixius beruhigt: "Teurer wird es vermutlich nur für 200 bis 300 Leute. Die meisten zahlen vermutlich etwas weniger als vorher. Für um die 500 Grundstücksbesitzer bleibt der Betrag gleich."

Wen betrifft es? Ändern wird sich die Abrechnung für rund 3800 Grundstücke, die großteils im Westen der Verbandsgemeinde liegen (siehe Grafik), also in Ayl, Fisch, Kirf, Mannebach, Palzem, Saarburg-Kahren, Schoden, Wincheringen und Merzkirchen. Sie befinden sich im Versorgungsbereich II. Früher erhielten sie ihr Wasser über das Kreiswasserwerk. Dieses wurde 2009 aufgelöst, seine Abrechnungsart jedoch beibehalten.

Warum wird angepasst? Also schlugen sich die Saarburger Werke von da an mit zwei Abrechnungsmodi herum. Das soll sich nun ändern. Der Werksausschuss der Verbandsgemeinde hat dem VG-Rat einstimmig empfohlen, künftig überall so abzurechnen wie im Versorgungsbereich I, zu dem Freudenburg, Irsch, Kastel-Staadt, Ockfen, Saarburg inklusive Krutweiler und Beu rig, Serrig, Taben-Rodt und Trassem gehören. Zu den Gründen sagt Dixius: "Dann haben wir ein Abrechnungssystem in der Verbandsgemeinde. Das ist gerechter, denn alle Grundstückseigentümer werden gleich behandelt. Das ist aber auch effizienter." Die Einnahmen für die Werke würden insgesamt gleich bleiben. Auf Nachfrage erklärt der Verwaltungschef, dass auch in der VG Kell am See so abgerechnet werde wie im Versorgungsbereich I, dass dies aber nicht ausschlaggebend gewesen sei.

Wie wird geändert? Im Versorgungsbereich I - und künftig vermutlich in der ganzen VG - wird entsprechend der Größe der erschlossenen Grundstücke nach dem Prinzip der wiederkehrenden Beiträge abgerechnet. Konkret bedeutet dies: Grundstücksbesitzer zahlen 1,33 Euro pro Kubikmeter als Wassergebühr und 6 Cent pro Quadratmeter veranlagte Fläche als wiederkehrenden Beitrag. Im Versorgungsbereich II, in dem sich die Menschen dann umstellen müssten, richtet sich bislang der wiederkehrende Beitrag Wasser bei bebauten Grundstücken nach der Größe des eingebauten Zählers. Die Grundstücksbesitzer zahlen also 60 Euro pro Standardzähler (bis zu 280 Euro pro Jahr) und auch 1,33 Euro pro Kubikmeter Wasser. Bei unbebauten Flächen wird eine Pauschale von 60 Euro erhoben.Der Zeitplan Der VG-Rat entscheidet am Donnerstag, 14. November, über die Änderung des Abrechnungssystems. In Kraft treten soll sie am 1. Januar 2018. Bürgermeister Dixius bittet Grundstücksbesitzer, die vorab wissen möchten, was auf sie zukommt, um Geduld. Die künftigen Kosten vorab auszurechnen dauere lange, das würden die Mitarbeiter nicht schaffen. Für ein Grundstück müsse 15 bis 20 Minuten gerechnet werden. Dixius schätzt, dass die Neuberechnung für die 3800 Grundstücke vier bis fünf Monate in Anspruch nimmt.

Meinung

Zeit, dass sich was dreht

Dass die Werke das Wasser in Merzkirchen anders abrechnen als im 4,5 Kilometer entfernten Trassem und dass überhaupt zwei Abrechnungsweisen im Gebiet der Werke angewandt werden, ist nicht vermittelbar. Klar, es hat historische Gründe, aber acht Jahre nach der dafür ursächlichen Auflösung des Kreiswasserwerks ist es an der Zeit, die Sache zu vereinheitlichen. Zumal es tatsächlich gerechter ist und nur eine Minderheit mehr zahlen muss.

m.maier@volksfreund.de

Eine Beispielrechnung

Ein Vier-Personen-Haushalt mit einer Grundstücksfläche von 600 Quadratmetern im heutigen Versorgungsbereich II würde nach der geplanten Umstellung - wie die meisten Grundstücksbesitzer - weniger zahlen. Derzeit werden ihm bei einem Verbrauch von 140 Kubikmetern pro Jahr 186,20 Euro für das Wasser angerechnet. Sein wiederkehrender Beitrag liegt bei 60 Euro. Macht zusammen 246,20 Euro. Mit Mehrwertsteuer zahlt er insgesamt 263,43 Euro. Nach der Umstellung ändert sich lediglich der wiederkehrende Beitrag. Für diesen werden zu den 600 Kubikmetern Fläche per Satzung automatisch das Produkt aus Flächengröße mal zwei mal 15 Prozent (für zwei angenommene Vollgeschosse) addiert, macht 780. Dieser Wert wird mit 0,06 Euro multipliziert. Macht: 46,80 Euro. Zusammen mit 186,20 Euro für das Wasser und der Mehrwertsteuer ergibt dies eine Summe von 249,31 Euro. Dieser Haushalt würde also nach der Umstellung 14,12 Euro sparen.