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Musik
Bonfire rocken in Freudenburg: Kultband der 80er mit neuer Note (Fotos)

Bonfire lassen es beim Konzert im Freudenburger Ducsaal gewaltig krachen. Rechts im Bild Bandleader und Gitarrist Hans Ziller, letzter Verbliebener aus der Ursprungsbesetzung.
Bonfire lassen es beim Konzert im Freudenburger Ducsaal gewaltig krachen. Rechts im Bild Bandleader und Gitarrist Hans Ziller, letzter Verbliebener aus der Ursprungsbesetzung. FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Marcus Hormes
Freudenburg. Auch 32 Jahre nach ihrem ersten Album reißt die Kultband Bonfire ihre Fans noch mit – so wie beim Konzert in Freudenburg. Ducsaal-Chef Manfred Weber präsentiert dank seiner Kontakte weitere namhafte Künstler. Von Marcus Hormes
Marcus Hormes

Wie ein Wirbelsturm fegen Bonfire vom ersten Ton an durch den altehrwürdigen Ducsaal in Freudenburg. Wohl dem, der gute Ohrstöpsel trägt, um den gewaltigen Sound aus den Boxen gedämpft wahrzunehmen. Die meisten Fans lassen sich davon allerdings nicht abschrecken und trotzen dem Orkan unerschütterlich.

Hier treffen Rock-Veteranen aufeinander: eine Kultband aus den 80er Jahren und 200 durchweg schwarz gekleidete Zuhörer von Mitte 40 bis Mitte 60. Von der Ursprungsbesetzung der aus Ingolstadt stammenden Band ist einzig Hans Ziller (59) übrig. Der Gitarrist und Hauptkomponist gründete die Gruppe 1972 unter dem Namen Cacumen, 1986 folgte die Umbenennung in Bonfire.

Auf das Repertoire der drei Erfolgsalben Don’t touch the Light, Fire works und Point blank greift das Quintett auch beim Auftritt in Freudenburg zurück, streut aber jüngere Songs ein. Gleich zum Auftakt setzt Temple of Lies aus dem gleichnamigen aktuellen Album ein donnerndes Ausrufezeichen. Sänger Alexx Stahl, seit 2016 dabei, brilliert mit kraftvoll hoher Stimme wie einst Kai Hansen bei der Heavy-Metal-Band Helloween.

Stahl übernimmt an diesem Abend auch alle Ansagen. „Wir waren überrascht, normal sehen unsere Bühnen anders aus“, kommentiert der 43-Jährige das rustikale und familiäre Ambiente im Ducsaal. „So eine Atmosphäre hab’ ich lange nicht gesehen – vielleicht noch nie.“

Künstler, die normalerweise in großen Hallen spielen, schätzen den ungewöhnlichen direkten Kontakt zum Publikum, ohne Graben oder Securitys. Hinzu kommen die einmalig guten Kontakte, die Manfred Weber in mehr als 30 Jahren als Ducsaal-Betreiber aufgebaut hat. Jedes Jahr erreichen ihn Hunderte Anfragen von Bands, die bei ihm spielen wollen.

Sänger Alexx Stahl und Leadgitarrist Frank Pané bieten ein Wechselspiel zwischen harten Klängen und gefühlvollen Balladen.
Sänger Alexx Stahl und Leadgitarrist Frank Pané bieten ein Wechselspiel zwischen harten Klängen und gefühlvollen Balladen. FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Marcus Hormes

Randy Hanson tritt mit seinen Jimi-Hendrix-Songs am 17. November zum 32. Mal im Ducsaal auf. Bei „Manni“ Weber ist die Vorfreude auf seinen Dauergast schon groß: „Das Konzert wird wohl zum 32. Mal ausverkauft sein.“

Zum großen Einzugsgebiet des Clubs mit vielen Stammgästen gehören auch Luxemburg und das Saarland. Philip Becker aus Mersch (Luxemburg) hat durch Arbeitskollegen vom Bonfire-Konzert erfahren und ist zum ersten Mal im Ducsaal. „Das ist schon ein besonderes Flair hier. So nah war ich noch nie an einer Band“, sagt der 29-Jährige. „Das Konzert gefällt mir sehr gut.“

Aus Leiwen sind Alex (45) und Freundin Jenny (32) angereist. „Bonfire kennen wir von früher, haben sie aber noch nie live gesehen. Geil, so eine Band in einem kleinen Saal zu erleben.“

American Nights, S.D.I., Ready for Reaction, Give it a Try: Alles vertraute Klänge, in 30 Jahren gereift wie guter Wein. Als erste Zugabe spielen Bonfire ihre bekannteste Ballade You make me feel, einst auf der populären Sampler-Reihe Kuschelrock (5) vertreten. Nach knapp zwei Stunden inklusive Pause setzt der Song Champion den furiosen Schlusspunkt des offiziellen Programms.

Doch auch danach verschanzen sich die Musiker nicht hinter der Bühne, sondern schreiben bereitwillig Autogramme und stehen für Fotos und Smalltalk mit den Fans zur Verfügung. Für Künstler und Besucher das Sahnehäubchen eines Abends, der alte Erinnerungen aufleben lässt und neue schafft.

Bonfire-Konzert im Ducsaal Freudenburg FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Marcus Hormes