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Bürgerhaus-Sanierung hat Priorität

Dieses Bild lässt ahnen, warum die Sanierung des Bürgerhauses Trassem so teuer ist: Alle Fenster müssen ausgetauscht werden. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Dieses Bild lässt ahnen, warum die Sanierung des Bürgerhauses Trassem so teuer ist: Alle Fenster müssen ausgetauscht werden. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Trassem. Dicke Brocken stehen auf dem Wunschzettel der Ortsgemeinde Trassem. Wann ein Neubaugebiet, der Ausbau der Kirchstraße und die Sanierung des Bürgerhauses umgesetzt werden können, steht noch in den Sternen. Alles hängt von Zuschüssen aus Mainz ab. Herbert Thormeyer

Trassem. Die Ortsgemeinde Trassem hat große Pläne: Das Neubaugebiet Halstenberg für knapp 2,2 Millionen Euro, der Ausbau der Kirchstraße für 1,3 Millionen Euro und die Sanierung des Jugend- und Bürgerhauses für 343 400 Euro sind die dicksten Brocken im Investitionsplan für 2012. Ob es lediglich Wünsche bleiben, entscheiden die Zuschussgeber der Landesregierung in Mainz.
"Das Baugebiet ist noch lange nicht spruchreif", schränkt Ortsbürgermeister Wolfgang Benter Hoffnungen auf Neubürger ein. Die Verbandsgemeinde Saarburg und die Verbandsgemeindewerke wollen noch die genauen Kosten ermitteln. Die Planung des Ausbaus der Kirchstraße hat der Ortsgemeinderat zugunsten einer energetischen Sanierung des Jugend- und Bürgerhauses zurückgestellt.
Bislang werden pro Jahr in diesem Haus 10 000 Liter Heizöl verbrannt. Eine neue Heizung, vorzugsweise mit Pellets oder Holzhackschnitzeln befeuert, sollte effektiver arbeiten. Isolierung von Decken, Fassaden, des Daches, der Austausch aller Fenster, und das sind an diesem Haus allein an der Rückfront 25, laufen ins Geld. Auch alle Türen müssen ersetzt werden.
"Die Maßnahme ist abhängig davon, ob wir Geld aus dem Investitionsstock der Landesregierung bekommen", erklärt der Ortschef, denn die Kommunalaufsicht des Kreises prüfe genau, ob Trassem sich das leisten kann.
Je kleiner die Maßnahme, umso größer die Hoffnung auf Umsetzung. So zum Beispiel eine Kulturbühne in der Nähe des Walderlebniszentrums, die im nächsten Jahr im Zuge eines "Workcamps" mit Jugendlichen aus vielen Nationen errichtet werden soll.
Die Kosten von 26 800 Euro werden von der Europäischen Union (4390 Euro), dem Naturpark Saar- Hunsrück (7000 Euro) und weiteren Sponsoren gefördert, so dass die Ortsgemeinde nur noch 5110 Euro schultern muss.
Ein Erlebnispark für Senioren, den die Ortsgemeinderäte in der Nähe des Bolzplatzes an der renaturierten Leuk vorgesehen haben, soll Schritt für Schritt entstehen. "Die Fitnessgeräte für Ältere müssen wir ja nicht alle auf einmal anschaffen", findet Benter. Die nötigen 10 000 Euro dafür sollen nach und nach als Erlös aus Veranstaltungen kommen. Einen großen Gewinn aus dem Forst darf Trassem auch nicht erwarten. "Rund 1000 Euro in diesem und noch mal 1000 Euro im nächsten Jahr werden die 470 Hektar abwerfen", rechnete Revierförster Herbert Kirchartz dem Rat in seiner jüngsten Sitzung vor. Viele kleine Flächen, Hanglagen und schwer zu bewirtschaftende Mischwälder treiben die Kosten hoch. Die Waldwege in der touristisch wichtigen Region brauchen besonders viel Pflege. "Bei hohen Kosten helfen auch die besten Holzpreise nichts", bedauert der Förster.