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Stadtentwicklung
Der Abbruch in der Saarburger Denkmalzone beginnt

Die beiden Häuser am Kunohof 21 und 23 (hellgrüne und die beiden gelblichen Fassaden) sollen abgerissen werden.
Die beiden Häuser am Kunohof 21 und 23 (hellgrüne und die beiden gelblichen Fassaden) sollen abgerissen werden. FOTO: Marion Maier
Saarburg. Zwei Häuser gegenüber der Saarburger Sankt-Laurentius-Kirche werden ab kommender Woche abgerissen. Damit beginnt die Umgestaltung des Kirchenvorplatzes, bei der auch ein Aussichtspunkt entsteht. Ein Förderverein soll das Projekt unterstützen. Von Marion Maier
Marion Maier

„Achtung! Herabstürzende Teile!“ So wird auf einem Schild im Eingangsbereich zum Pfarrhaus St. Laurentius gewarnt. Pastor Georg Goeres hat es aufgehängt, weil von den beiden nebenstehenden Häusern Kunohof 21 und 23 tatsächlich schon Teile heruntergefallen sind.

Der Abriss Es ist also dringend, dass etwas passiert. Und das geschieht auch. Ab der kommenden Woche werden die beiden baufälligen Häuser abgerissen. Pastor Georg Goeres sagt: „Der Abriss wird sechs bis acht Wochen dauern. Tageweise wird die Straße Kunohof dafür gesperrt. Wir bitten um Verständnis.“ Bei dem Abriss werde etappenweise vorgegangen, weil immer wieder Teile gesichert werden müssten. Die Kirche bleibe zugänglich. Das Pfarrhaus müsse durch den alten Eingang gegenüber dem Kircheneingang betreten werden. Neben den beiden Häusern soll auch die Garage zwischen Pfarrhaus und Kirche bis auf die mit Zinnen bekrönte Vorderwand weichen. Auch die alten Stützwände auf dem Platz und die Treppe zum Pfarrhaus sollen verschwinden.

Blick auf die Kirche St. Laurentius in Saarburg: Davor die beiden Häuser rechts im Bild sollen abgerissen werden.
Blick auf die Kirche St. Laurentius in Saarburg: Davor die beiden Häuser rechts im Bild sollen abgerissen werden. FOTO: Marion Maier

So wird umgestaltet Die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes soll laut Goeres Anfang 2019 beginnen und wird voraussichtlich etwa ein Jahr dauern. Die Pläne des Serriger Büros Jäger Henter Weimann seien in der rund 2800 Mitglieder zählenden Gemeinde bislang auf positive Resonanz gestoßen. Auch die Stadt befürworte das Projekt.

Hinter der Vorderwand der Garage zwischen Kirche und Pfarrhaus soll ein neuer Aussichtspunkt in Richtung Saar entstehen, der tagsüber öffentlich zugänglich ist. Das Garagentor wird dafür durch ein anderes Tor ersetzt. Auf Wunsch der Denkmalpflege bleibt die durch die Abrisse frei werdene Hauswand nicht kahl, sondern wird zweifach gegliedert. Zum einen bleibt quasi ein Stück vom Giebel des abgerissenen Hauses Kunohof 23 stehen. Zum andern wird ein kleines Torhaus aus Naturstein und mit Schieferdach angebaut, in den die Laurentiusfigur einziehen wird, die derzeit an der Seite der Kirche etwas untergeht. Auf dem Platz wird Basaltpflaster verlegt. Um den Höhenunterschied dort zu überwinden, wird eine geschwungene Stützwand aus Sandstein oberhalb der alten Mauer gebaut. Diese Stützwand wird in Richtung Straße und in Richtung Pfarrhaus durch Treppen begrenzt. In das Untergeschoss des Pfarrhauses wird zudem eine behindertengerechte Toilette eingebaut.

Sie wollen einen Förderverein gründen (von links): Ex-Bürgermeister Leo Lauer, Pastor Georg Goeres und Verwaltungsratsmitglied Franz-Josef Reiter. Sie stehen dort, wo der neue Aussichtspunkt entstehen soll.
Sie wollen einen Förderverein gründen (von links): Ex-Bürgermeister Leo Lauer, Pastor Georg Goeres und Verwaltungsratsmitglied Franz-Josef Reiter. Sie stehen dort, wo der neue Aussichtspunkt entstehen soll. FOTO: Marion Maier

Dafür ist der Platz gedacht Die Platzgröße wird sich durch die Umgestaltung verdoppeln. Der Pastor freut sich, dass dort ein Pfarrfest um die Kirche gefeiert werden kann, bei dem für Stromanschlüsse gesorgt ist. Bei Konzerten in der Kirche könnten Gäste draußen bewirtet werden. Auch für Empfänge bei Hochzeiten sei mehr Platz. Kirche und Pfarrhaus sollen durch die Umgestaltung zudem besser zur Geltung kommen.

Weil bereits Teile von den baufälligen Häusern hinuntergefallen sind, wird gewarnt.
Weil bereits Teile von den baufälligen Häusern hinuntergefallen sind, wird gewarnt. FOTO: Marion Maier

Förderer willkommen Umgestaltung und Abriss werden rund eine Million Euro kosten. Das Bistum steuert einen Zuschuss bei. Zudem fließen europäische Mittel des Programms Leader, mit dem innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Die Kirchengemeinde muss dann noch 200.000 Euro übernehmen. Deshalb lädt Pastor Goeres zusammen mit Saarburgs einstigem Bürgermeister Leo Lauer und Franz-Josef Reiter vom Verwaltungsrat ein, bei einem Förderverein mitzumachen. Der Verein soll im Oktober/November gegründet werden. Das Datum wird noch bekanntgegeben. Lauer sagt: Das ist ein Jahrhundertprojekt, kulturell und gestalterisch ein Gewinn.“ Reiter erinnert daran, dass die Gemeinde auch beim Orgelneubau vor 20 Jahren gute Erfahrungen mit einem Förderverein gesammelt hat. Damals kamen über Aktionen wie Konzerte und Orgelpfeifen-Patenschaften mehr als 300.000 Euro zusammen. Goeres ergänzt: „Sankt Laurentius ist die meistbesuchte Kirche zwischen Mettlach und Sankt Mattheis. 30.000 Opferkerzen werden hier pro Jahr verbraucht. Es herrscht ständiges Kommen und Gehen.“

St. Laurentius Saarburg
St. Laurentius Saarburg FOTO: Marion Maier