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Dorfentwicklung
Der Traum vom Kunstrasenplatz

Bei schönem Wetter kann der SV Schwarz-Weiß Wincheringen, hier im Spiel gegen den SV Kirf, den Platz gut nutzen. Doch der nächste Winter kommt bestimmt.
Bei schönem Wetter kann der SV Schwarz-Weiß Wincheringen, hier im Spiel gegen den SV Kirf, den Platz gut nutzen. Doch der nächste Winter kommt bestimmt. FOTO: Herbert Thormeyer
WINCHERINGEN. Der Ortsgemeinderat Wincheringen spielt mit dem Gedanken, den Naturrasenplatz in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. Dafür wurden bereits zwei Ingenieurbüros mit der Baugrunduntersuchung beaufragt.  Von Herbert Thormeyer

Der Wincheringer Ortsbürgermeister Elmar Schömann will nicht gleich zu viel Euphorie aufkommen lassen: „Es gibt Überlegungen, den Naturrasenplatz in einem Kunstrasenplatz umzuwandeln.“ Dazu habe der Ortsgemeinderat zwei Ingenieurbüros in Trier, SBT und Geoplan, mit der Baugrunduntersuchung und der Vermessung des Platzes beauftragt. „Das ist ein erster Schritt, mehr nicht“, sagt der Ortschef.

Den Auftrag an die beiden Büros lässt sich Wincheringen 4000 Euro kosten. Doch vor die Zuschüsse hat das Land mit seiner Sportanlagenförderung die Vorlage eines Finanzierungs- und Planungskonzeptes gestellt, das bei der Kreisverwaltung einzureichen ist. Die genauen Kosten sind zu ermitteln. Von Vorteil sei dabei, dass der Platz auch von den Schülern der benachbarten Grundschule genutzt wird.

Für den Trainer des SV Schwarz-Weiß Wincheringen, Uwe Repplinger, liegen die Vorteile eines Kunstrasenplatzes auf der Hand: „Nur auf solch einem Platz ist ein ganzjähriger Spielbetrieb möglich.“ Der heutige Naturrasen verträgt höchstens ein halbes Jahr.

Durch das Ausweichen auf die Plätze in Palzem und Merzkirchen lasse die Trainingsbeteiligung nach. „Wir haben deshalb auch schon Spieler an andere Vereine verloren“, bedauert der Coach. Kunstrasen hebt anscheinend die Moral der Truppe und steigert damit auch die Leistung.

„Unser Platz hat nur eine dünne Tragschicht von 15 Zentimetern“, rechnet SV-Vorsitzender Reiner Hoffeld vor. Das sei kein aus dem Boden gewachsener Rasen und vertrage deshalb nur 25 Stunden Nutzung pro Woche anstatt 40.

Rund 200 Aktive, von Bambini bis zu den Senioren und Altherren, trainieren und spielen im SV Schwarz-Weiß. Spieler Marco Baumann, gleichzeitig Geschäftsführer des Vereins, kann sich noch gut an die „Braschenzeiten“ erinnern: „Da ist die Verletzungsgefahr einfach zu groß.“

Auch er hofft mit einer attraktiven Sportanlage mit Kunstrasen auf neue, junge Talente für den Verein. „Auch der Altersdurchschnitt könnte so wieder sinken“, sagt er voraus. Der SV Schwarz-Weiß spielt in der C- und D-Liga. Die neue Saison ist gerade wieder eröffnet worden. Ziel ist das obere Drittel der Tabelle.

Auch Eigenleistungen will der Verein im Zuge eines Umbaus auf Kunstrasen anbieten. Weniger Arbeit macht ein Kunstrasen im Vergleich zum Naturrasen jedoch nicht. „Das Mähen fällt zwar weg, aber bewässert muss er werden, und das Einkehren von Granulat darf man nicht vernachlässigen“, weiß Kassenwart Jürgen Loch. Sonst reißen die Kunsthalme ab.