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Weinmesse
Saarweine im Fokus der Genießer

Fachsimpeln und genießen beim Saarburger Weinfrühling. Die Stände in der Glockengießerei sind umlagert.
Fachsimpeln und genießen beim Saarburger Weinfrühling. Die Stände in der Glockengießerei sind umlagert. FOTO: Dirk Tenbrock
Saarburg. Der „Weinfrühling“ des Vereins Saar-Riesling lockt 300 Besucher in die Gießhalle und den Hof der ehemaligen Saarburger Glockengießerei. Eins ist den Winzern dabei besonders wichtig. Von Dirk Tenbrock

Probieren, fachsimpeln und entspannt genießen, das sind am Wochenende die Maximen der Besucher des vierten „Weinfrühlings“.

In der ehemaligen Glockengießerei am Ufer der Saar haben, auf Initiative des Vereins Saar-Riesling, zwölf Winzer aus der nahen Umgebung ihr Stände aufgebaut und ihre besten jungen Weine mitgebracht. „Wo sonst kann man – für 15 Euro Eintritt – rund 70 Gewächse probieren“, fragt ein Besucher, der mit seinem Wohnmobil am Saar-Ufer campiert. „Die Weine haben ein super Preis-Leistungs-Verhältnis, hier bekommt man schon für sechs bis acht Euro eine sehr anständige Flasche“, sagt Weinliebhaber Franz-Josef Bauschert aus Ayl, nachdem er die erste Probier-Runde gedreht hat.

Zum Abschluss trinkt er einen 2016 Cuvée Pinot Sekt vom Weingut Würtzberg aus Serrig, der – von blassroter Farbe – mit seiner Feinperligkeit überzeugt. Die Familie Heimes hatte das Weingut im Jahr 2016 vom Vorbesitzer Dr. Siemens gekauft und freut sich über den Boom, den der Saar-Wein momentan erlebt: „Als wir kürzlich auf einer Messe in Amsterdam unsere Weine präsentiert haben, sind die Sommeliers und Händler gezielt auf der Suche nach Weinen der Region gewesen, der Fokus liegt  auf der Saar“, sagt Besitzerin Dorothee Heimes.

Die stammt übrigens aus Saarburg und hat viele Jahre im Süden Deutschlands verbracht. Als sich die Familie dann intensiv auf die Suche nach einem Weingut gemacht hat, wurde man schließlich in Serrig fündig. Während ihr Mann, Ludger Neuwinger-Heimes, in der Finanzbranche arbeitet, ist Sohn Felix, zusammen mit dem langjährigen Kellermeister Franz Lenz, für die Weine verantwortlich. Der junge Mann ist Absolvent der renommierten Wein-Uni in Geisenheim und hat schon Praktika in Neuseeland und Südafrika abgeleistet.

Auffällig ist der hohe Anteil an Burgunder Rebsorten bei Würtzberg, das kommt vor allem bei säureempfindlichen Kunden gut an. So ist denn auch der Stand schon am Samstagnachmittag, als sich die alte Gießhalle mit Kunden aus der Region, Touristen und Profis aus der Gastronomie füllt, umlagert.

Das historisch-handwerkliche Ambiente trägt seinen Teil zum Erfolg der Veranstaltung bei. „Wichtig ist uns die Zufriedenheit der Kunden“, sagt Winzer Bernd Eilenz von der Ayler Kupp.

Entspannt und fachkundig genießen auch der Geschäftsführer des Verbandes der Prädikatsweingüter, Fabian Theiss, und Johannes Kölling aus Saarburg. Sie loben die „hervorragende Gesamtpalette“ der Weine und fachsimpeln mit der Weinkönigin der Saar-Obermosel, Antonia Reinsbach aus Saarburg, und ihrer Prinzessin Lena Marx aus Wawern.