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Sterbefall
Die erste gewählte Deutsche Weinkönigin ist tot

Die erste gewählte Weinkönigin: Marlies Pütz, spätere Steffen.
Die erste gewählte Weinkönigin: Marlies Pütz, spätere Steffen. FOTO: privat
Saarburg/Wuppertal. Gebürtige Saarburgerin stirbt mit 93. Der Bruder erinnert sich an die Krönung.

Die aus Beurig stammende erste gewählte Deutsche Weinkönigin Marlies Steffen, geborene Pütz ist tot. Wenige Tage nach Vollendung ihres 93. Lebensjahres ist sie in Wuppertal gestorben.

Mit 25 Jahren ist die Winzerstochter 1950 in Neustadt an der Weinstraße zur Deutschen Weinkönigin gewählt worden. Ihre Vorgängerin, die erste Deutsche Weinkönigin, ist  ohne Wahl bestimmt worden. Karl Pütz, der 88 Jahre alte Bruder von Marlies Steffen, der in Beurig lebt, erinnert sich: „Das war ein großer Jubel, als Marlies aus Neustadt zurückgekehrt ist. Die Leute haben an der Straße gestanden, sich am Rathaus versammelt und der Königin zugejubelt. Es war Nachkriegszeit.“ Für den Saarwein habe das einen großen Schub bedeutet.

Zu Hause seien sie fünf Kinder gewesen, alle hätten im Weinberg gearbeitet. Karl Pütz hat den elterlichen Betrieb übernommen und die Weinberge verkauft, als er in Ruhestand ging. Seine Schwester hat die Kaufmännische Handelsschule besucht und im Krieg als Sekretärin im Reservelazarett in der Saarburger Kaserne gearbeitet. Noch als Weinkönigin hat Marlies Steffen ihre Jugendliebe aus Saarburg geheiratet. Mit dem Ingenieur ging sie nach Nordrhein-Westfalen und hat dort zwei Kinder zur Welt gebracht. Von 1960 bis zu ihrem Tod hat sie in Wuppertal gelebt. Dort war sie 20 Jahre lang Stadtverordnete im Rat der Stadt. Sie ist mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und dem Ehrenring der Stadt Wuppertal ausgezeichnet worden.