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Verein
Haus gewonnen – Jetzt feiern die Narren

Da fehlen genau fünf Meter: Zwischen Halle und dem  neuen, beim Wettbewerb gewonnenen Haus  soll ein Zweckbau mit Toilette, Teeküche sowie einem Stuhl- und Tischlager entstehen. Dafür werden Zuschüsse gebraucht.   
Da fehlen genau fünf Meter: Zwischen Halle und dem neuen, beim Wettbewerb gewonnenen Haus soll ein Zweckbau mit Toilette, Teeküche sowie einem Stuhl- und Tischlager entstehen. Dafür werden Zuschüsse gebraucht.   FOTO: Herbert Thormeyer
Irsch. Die Karnevalsgesellschaft (KG) Närrisches Saarschiff Irsch besitzt nach einem Wettbewerb ein kleines Musterhaus. Sie will damit die Volksbankhalle erweitern. Von Herbert Thormeyer

  Für das Närrische Saarschiff in Irsch ist es wie ein Wunder: Bei einem Wettbewerb der Firma Wolf-Systemhaus im bayrischen Osterhofen zum 50. Firmenjubiläum hat der Karnevalsverein ein kleines Systemhaus gewonnen. Voraussetzung war, dem Unternehmen ein Konzept der Jugend- und Integrationsarbeit vorzulegen, und die spätere Nutzung des Hauses als barrierefreie Begegnungsstätte für Jung und Alt zu erläutern –  das überzeugte.

„Wir haben uns da bundesweit gegen 20 Mitbewerber durchgesetzt“, sagt Vorsitzender Rüdiger Schneider mit Stolz. Allerdings habe man dieses Konzept professionell vortragen müssen, als ginge es um eine große Firma.

Der Kontakt mit der Baufirma Wolf kam auf der Immobilienmesse im vergangenen  Jahr in Trier zustande. „Ein Außendienstmitarbeiter hat unseren Vorsitzenden auf den Wettbewerb hingewiesen“, erklärt die zweite  Vorsitzende, Gilla Wallrich.

Es ging um ein Musterhaus, wie es Wolf im Wincheringer Baugebiet Auf Mont betreibt, nur in Kleinformat mit acht auf fünf Metern Grundfläche. 53 000 Euro ist es wert. Doch jetzt ging die Arbeit erst so richtig los. 12 000 Euro, einschließlich 2000 Euro Eigenleistung, hat der Verein in die Bodenplatte gesteckt, auf der das Haus aufgebaut worden ist.

„Jetzt strebt das Vereinsvermögen gegen Null. Um es wieder aufzustocken müssen wir in der nächsten Session richtig gut sein und effektiv feiern“, lacht der Vorsitzende.

Die Änderung des Bebauungsplanes der Ortsgemeinde Irsch und die Genehmigung des Baus selbst mussten beantragt werden.

Mit diesem Glückstreffer will Rüdiger Schneider für das Närrische Saarschiff aber noch weitere Probleme lösen: „Es ist abzusehen, dass mit der Einführung der Ganztagsschule uns Probenräume im Schulgebäude nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Deshalb biete das neue Haus erst mal einen Probe- und Besprechungsraum.

Doch der Karnevalsverein will immer auch etwas für die Allgemeinheit tun. Wenn nicht gerade der Karneval Hochsaison hat, können andere Vereine und Gruppen hier tagen. Nur eines will der KV nicht: Es werden keine Privatfeiern zugelassen.

Auffallend ist: Das Haus steht exakt fünf Meter von der Volksbankhalle entfernt. Nicht ohne Grund, denn hier soll ein Zwischentrakt ein Stuhl- und Tischlager, eine Toilettenanlage und eine Teeküche beherbergen. Außerdem wird hier der Zugang zur Begegnungsstätte sein, alles barrierefrei versteht sich.

Dafür werden etwa 40 000 Euro gebraucht, denn Eigenleistungen sind allein schon aus Gewährleistungsgründen nur eingeschränkt möglich. Dem Ortsgemeinderat Irsch fiel es jedoch leicht, einen Zuschuss zu befürworten, denn es musste nur zugestimmt werden, dass der Antrag des Vereins an die Verbandsgemeinde weitergeleitet wird. Dort wird der Förderantrag geprüft und nachgeschaut, was noch in diversen „Töpfen“ drin ist. Am 11. September erwartet das Närrische Saarschiff hohen Besuch vom Bundeslandwirtschaftsministerium, das auch für die Förderung des Ländlichen Raumes und den demografischen Wandel zuständig ist. „Mit den Ministeriumsvertretern und der Kreisverwaltung wollen wir das künftige Nutzungskonzept diskutieren“, kündigt Rüdiger Schneider an und hofft auf weitere Unterstützung. Derweil werden der Innenausbau und die Außengestaltung des neuen Hauses angepackt.