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Edeka in Saarburg-Beurig auf ehemaligem Kasernengelände
Kunden kaufen, wo einst Offiziere hausten

FOTO: Marion Maier
Saarburg . Am Tag der Eröffnung war viel los im neuen Edeka und den anderen drei Läden auf dem ehemaligen Kasernengelände in Saarburg. Weiter geplant sind dort unter anderem ein Ärztehaus und ein Parkplatz für Luxemburg-Pendler. Von Marion Maier
Marion Maier

Am Mittwochmorgen ist der Parkplatz beim neuen Edeka an der Irscher Straße in Beurig gut gefüllt. Gegen 10 Uhr parken dort 156 Autos, für 190 ist Platz. Im 2100 Quadratmeter großen Markt, einem Edeka mittlerer Größe, ist entsprechend viel los. Einige schauen sich vor allem um, andere laden sich den Einkaufswagen voll.

Marktbetreiber Michael Eble ist pausenlos unterwegs. Mal bittet er einen Mitarbeiter, die Regale aufzufüllen, mal sucht er für eine Kundin Batterien heraus oder hebt eine runtergefallene Dose Katzenfutter auf. Es gehöre zu seiner Philosophie, immer draußen bei den Kunden zu sein, sagt der 28-Jährige, der aus dem Badenland stammt. 36 Mitarbeiter hat er für den Markt, in dem 30.000 Artikel verkauft werden, eingestellt. Eble: „Wir haben einen relativ hohen Personalstand, um die Servicequalität hochzuhalten.“ Ansonsten seien ihm frische und auch regionale Produkte wichtig. Er arbeitet mit 15 Lieferanten aus der Region zusammen, die er lieber Partner nennt. An einem eigenen Stand werden Backwaren der Biebelhausener Mühle verkauft. Eble hat Betriebswirtschaftslehre studiert und bereits vier Märkte geleitet. Er sagt: „Als Springer habe ich die Märkte übernommen, die nicht gut liefen und habe sie aufgewirtschaftet.“ Dies sei nun sein eigener Laden.

Und dem habe er die eigene Handschrift verpasst, sagt Projektleiter Detlef Mengler. Er weist auf eine Sitzecke mit Kinderbuch und die Hocker an der Wursttheke für die Kleinen hin sowie auf das Bild von Saarburg am Eingang.

Nicht nur im Edeka-Markt, in dem Popcorn und Weihnachtssterne verschenkt werden, ist an dem Morgen einiges los. Auch Floristin Petra Barbara meldet für ihr benachbartes Geschäft: „Es ist gut angelaufen.“ Sie hat ihren Blumenladen in Wellen nun geschlossen. Sascha Glaeser hingegen hat auf dem einstigen Kasernengelände eine zweite Reinigung eröffnet.  Die Kapazität am ersten Standort in der Kammerforststraße in Saarburg sei erschöpft, sagt er. Auch Issah Fahs hat eine zweite Filiale in Beurig aufgemacht, einen Barbershop. Seinen ersten Friseurladen nur für Männer betriebt er im Zentrum der Stadt.

Saarburgs Bürgermeister Jürgen Dixius weist darauf hin, dass es gerade mal zwei Jahre vom ersten Infogespräch bis zur Realisierung des Projekts gedauert habe. Investor und Entwickler hätten sich als zuverlässige Partner erwiesen, sagt er. Für ihn sind die Geschäfte auf dem einstigen Standort der Unteroffiziersmesse der Franzosen Teil der Infrastruktur für die geplante Wohnbebauung in der Nachbarschaft. Dort sollen etwa 390 Wohnungen für mehr als 1000 Menschen entstehen.

Der 28-jährige Marktbetreiber Michael Eble freut sich über die vielen Kunden, die am ersten Tag in sein Geschäft gekommen sind.
Der 28-jährige Marktbetreiber Michael Eble freut sich über die vielen Kunden, die am ersten Tag in sein Geschäft gekommen sind. FOTO: Marion Maier

Eine Kita sei in der Offiziersmesse bereits entstanden. Im Gebäudeblock oberhalb des Fortbildungszentrums für den Bundesfreiwilligendienst würden Wohn- und Gewerbeflächen entwickelt. Oberhalb davon entstehe ein Ärztehaus mit Apotheke. Auf der Grünfläche an der Irscher Straße nahe des Edekas ist laut Dixius ein Quartiersparkplatz für Besucher und Bewohner der umliegenden Orte geplant. Dort soll der Pendlerbus nach Luxemburg starten. Dixius: „Zusammen mit der Naherholung im Kammerforst ermöglicht dies, auf einen Zweitwagen zu verzichten.“