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Ein Erbe schlägt hohe Wellen

Die Fischer Traumtänzer warten mit überzeugenden Charakteren auf. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Die Fischer Traumtänzer warten mit überzeugenden Charakteren auf. TV-Foto: Herbert Thormeyer FOTO: Herbert Thormeyer (doth), HERBERT THORMEYER ("TV-Upload Thormeyer"
Fisch. Eine innige Hassliebe verbindet die Dörfer Fisch und Mannebach - auf der Bühne. Vor diesem Hintergrund eskaliert ein Streit um eine gestiftete Glocke. Die Fischer Traumtänzer haben ein Stück für ihre Zwecke umgeschrieben. Regisseurin Brigitte Jakob fügte sogar zwei weitere Rollen hinzu.

Fisch. Die Bühne des Jakobushauses hat sich in einen frommen Ort mit Heiligenbildern und Statuen verwandelt: ein Pfarrhaus. Aber beschaulich geht es hier ganz und gar nicht zu. Das Erbe von Gräfin Eichelsknop, die dritte, große Glocke für die Fischer Kirche, macht Pastor Niedergehen und seinem Pfarrgemeinderat schwer zu schaffen. Das Problem: Laut Testament soll die Glocke der heiligen Anna geweiht werden, der Schutzpatronin des verfeindeten Mannebach, und nicht etwa dem eigenen heiligen Jakobus.
Es ist das 13. Stück, das die Fischer Traumtänzer seit 1993 aufführen. Regisseurin Brigitte Jakob hat das ursprüngliche Werk von Erfried Smija, "Die Appoloniaglocke", in die Heimat versetzt, umgeschrieben und um zwei Rollen erweitert. Rund 30 Stücke hat sich die zwölfköpfige Theatertruppe von den Verlagen kommen lassen. Die Inszenierung ist nicht einfach, denn, so Jakob: "Die meisten Stücke sind für viel weniger Leute geschrieben. Wir sind aber zwölf." Beim Lesen sehe sie schon die Figuren vor sich, und wisse, wer was am überzeugendsten spielen kann.
Seit Ende Oktober wurde geprobt und das Bühnenbild im Dorf zusammengesucht. Die Heiligenfiguren kamen von den Familien Valentin und Lutz. Fiktiv ist, dass Fisch ein Pfarrhaus und einen eigenen Pastor hat. Dort gibt es richtig Zoff um den Glockennamen, der so gar nicht nach Fisch passen will. Und eine Heirat eines Fischer Mädchens mit einem Mannebacher Buben - das geht erst recht nicht.
Zwischendurch fließt reichlich Alkohol, um in die Untiefen der Problematik besser einsteigen zu können. Bei der Kirmes in Wincheringen eskaliert die Situation: Es kommt zur Massenschlägerei. Entsprechend ramponiert sehen Organist Heini, der von seiner Frau unterdrückte Karl und Küster Anton danach aus. Dann begeht auch noch jemand eine Schandtat. Pastor Niedergehen muss kriminalistische Fähigkeiten entwickeln. Die Darsteller: Heiko Valentin, Monika Boesen, Anja Valentin, Anke Clemens, Andreas Summer, Hartmut Niebling, Martina Summer, Karin Schneider, Jürgen Dax, Kathrin Kaiser, Andreas Zitzelsberger und Brigitte Jakob.
"Die sind immer wieder gut", findet Silke Fuchsen aus Kahren nach der Vorstellung. Diese Akteure seien alles Unikate und brächten jeden zum Lachen. Auch Bruno Heß aus Fisch amüsierte sich köstlich: "Mit der Scherzfrage nach dem Heiligen mit vier Beinen, dem Heiligen Stuhl, hätte ich nicht gerechnet." Wie das alles endet, soll hier noch nicht verraten werden.
In Fisch haben bislang 600 Besucher das Stück gesehen. In Saarburg könnten es doppelt so viele werden. doth
Karten für die Gastspieltermine in der Saarburger Stadthalle am 22. und 29. April, jeweils um 20 Uhr, gibt es in der Stadthalle selbst, im Saarburger Amüseum und im Fischer Friseursalon Die Schönmacherin.