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Ein erfülltes Leben am Lehrerpult

Der Chefsessel hat ausgedient: Josef Brittnacher geht in Pension. TV-Foto: Constanze Junk
Der Chefsessel hat ausgedient: Josef Brittnacher geht in Pension. TV-Foto: Constanze Junk
Er ist Pädagoge mit Leib und Seele: Hauptschulrektor Josef Brittnacher geht nach 40 Jahren Schuldienst in Ruhestand. Am Freitag, 2. Juli, wird er offiziell verabschiedet. Von unserer Reporterin Constanze Junk

Saarburg. Noch unerkannte Qualitäten entlocken und die positive Entwicklung eines Kindes fördern. Josef Brittnachers Antwort auf die Frage nach den Erfolgen seiner Schullaufbahn ist kurz und knapp. Und schülerorientiert. Denn für den Rektor der Saarburger Hauptschule standen während seiner gesamten Schullaufbahn die Schüler im Vordergrund. "Es ist wichtig, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen", erklärt er seinen pädagogischen Ansatz.

Seit seinem Eintritt in den Schuldienst im Jahr 1970 haben sich sowohl die pädagogischen Methoden als auch die Kinder und ihr Umfeld verändert, erzählt Brittnacher. Die Intensität der Arbeit sei jedoch gleichgeblieben, die Liebe zu seiner Arbeit auch: "Es ist befriedigend zu sehen, wie sich Schüler entwickeln."

Gerade an diesem Punkt habe die Saarburger Hauptschule gute Arbeit geleistet. "Schwache Grundschulkinder sind hier aufgeblüht", sagt er. "Sie haben die Erfahrung gemacht, Erfolg zu haben". Diese Motivation müsse auch in die neue Realschule plus mitgenommen werden, die nach den Sommerferien im Schulzentrum entstehen wird. Der Schritt zur neuen Schulform sei ein nötiger gewesen. "Es musste landesweit etwas geschehen", betont der scheidende Rektor. Denn die Hauptschule habe im Allgemeinen die Akzeptanz bei den Eltern und Betrieben verloren, sei als "Restschule" abgestempelt worden.

"Die neue Schule bietet eine Chance", sagt Brittnacher. "Wenn diese genutzt wird, ist sie ein zukunftsfähiges Modell."

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich Josef Brittnacher, der seit 1977 an der Hauptschule Saarburg ist und dort sei 2004 als Rektor fungiert, am Freitag, 2. Juli, vom Schuldienst. "Die Schule geht mit mir weg", bedauert er das Ende seiner Schullaufbahn und auch das der Hauptschule. "Ich hätte noch gerne die Ergebnisse unserer Vorarbeit erlebt. Denn schulmüde bin ich noch nicht."

Mehr lesen, mehr reisen und Holz machen



Vorfreudig blickt er jedoch seiner neu gewonnen Freizeit entgegen. Auf die Frage hin, wie er seinen Ruhestand gestalten will, antwortet Brittnacher schmunzelnd: "Das fragt mich zurzeit jeder. Ich habe noch keine Pläne. Erst mal will ich entspannen." Mehr lesen, mehr reisen und natürlich seinem großen Hobby, dem Holzmachen, will er in Zukunft vermehrt Zeit einräumen.

Rückblickend auf seine 40-jährige Arbeit und auch sein Privatleben ist der angehende Pensionär vollends zufrieden: "Ich habe im Leben sehr viel Glück gehabt."

Vor allem seine Frau und seine drei Söhne haben ihm in den vergangenen Jahrzehnten immer Kraft, ein "Nest und Geborgenheit" gegeben. Für seine Zukunft wünscht er sich außer dem anhaltenden familiären Glück noch eines: auch nach der Schulzeit nicht vergessen zu werden.