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Ein "Experiment" mit ungeahnten Folgen

Feuerwehrarzt Hermann-Josef Dixius und die Sanitäter des DRK Ehrang versorgen die Geretteten.Foto: Elmar Kanz
Feuerwehrarzt Hermann-Josef Dixius und die Sanitäter des DRK Ehrang versorgen die Geretteten.Foto: Elmar Kanz
KORDEL. (ka) "Hurra, die Schule brennt." Der uralte Traum einer jeden Schülergeneration war in Kordel Wirklichkeit geworden. Allerdings nur als Jahresabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr. Natürlich hatten die Wehrleute alles im Griff. ARRAY(0x2c9356f68)

Dabei hatte sich die Feuerwehr eine Menge einfallen lassen, um den zahlreichen Zuschauern, den Einsatzkräften, besonders den Kindern, das Geschehen so realistisch wie möglich darzustellen. Schwarze und weiße Rauchschwaden quollen furchterregend aus den halb geöffneten Fenstern und Türen der Schule und ließen Schlimmes ahnen. Wehrführer Günter Plorin kommentierte den Ablauf. Durch ein naturwissenschaftliches Experiment, heimlich von drei Schülern ausgeführt, kam es zur Katastrophe. Auf den Feueralarm hin evakuierte eine Klassenlehrerin unverzüglich ihre Schulklasse. Beim Zählen außerhalb des Schulgebäudes stellte sich heraus, dass die drei Experimentierer fehlten. Die eintreffenden Feuerwehrkräfte wurden entsprechend informiert. Der Einsatzleiter beorderte sofort zwei Suchtrupps in das qualmende Gebäude. Den ersten Schüler retteten sie über eine Leiter. Wenig später trugen die mit schwerem Atemschutzgerät ausgestatteten Trupps auch die beiden anderen Schüler ins Freie. Kordels Feuerwehr-Arzt Hermann-Josef Dixius und die Sanitäter des DRK Ehrang nahmen die drei in ihre Obhut. Weil sich während der Übung die Wasserversorgung aus dem Hydranten als nicht ausreichend erwies, legten die Wehrleute eine Schlauchleitung von der Kyll zur Brandstelle. Auch die Kordeler Jugendfeuerwehr war maßgeblich beteiligt. Dazu Wehrführer Plorin: "Es ist erlaubt, dass auch Mitglieder der Jugendfeuerwehren im Einsatzfall tätig werden, solange dies außerhalb des Gefahrenbereichs und unter Aufsicht erfahrener Feuerwehrmänner geschieht." Finaler Höhepunkt der Übung war der spektakuläre Einsatz der 18 Meter langen Anhängeleiter. Ein Feuerwehrmann erklomm sie mit Schlauch und Strahlrohr und kühlte aus schwindelnder Höhe das Schuldach. Für Kordels Kinder aber dürfte eine ausgebrannte Schule wohl auch weiterhin nur Vision und Wunschtraum bleiben. Die Floriansjünger lassen nichts anbrennen.