| 16:59 Uhr

Stadtentwicklung
Schöneres Stadtbild für Saarburg mit neuem Verein

Die Häuser am Kunohof sind abgerissen, der Bauschutt muss noch beseitigt werden.
Die Häuser am Kunohof sind abgerissen, der Bauschutt muss noch beseitigt werden. FOTO: Friedemann Vetter
Saarburg. Die Abrissarbeiten im Umfeld der Saarburger Kirche St. Laurentius laufen seit Anfang November. Der Platz vor dem Gotteshaus soll vergrößert und umgestaltet werden. Ein Förderverein hat sich für die Finanzierung des Großprojektes gegründet. Von Marlene Bucher

Es galt einige Hürden zu überwinden, doch jetzt sind die Arbeiten weit fortgeschritten. Die Häuser Kunohof 21 und 23 in Saarburg, die sich im Besitz des Bistums Trier befinden, wurden als erster Schritt einer umfangreichen Umgestaltung abgerissen (der TV berichtete).

Die Arbeiten, die verspätet am 5. November begonnen haben, sollten eigentlich bis zum Christkindlmarkt beendet sein. Denn die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge zur Altstadt sollte durch Straßensperrungen nicht behindert werden. Der Markt hat gestern begonnen hat, doch der Schutt muss noch beseitigt werden. Architekt Thomas Henter erklärt: „Die Firma agiert sehr vorsichtig. Das ist keine einfache Baustelle, das Umfeld ist sehr beengt.“ Die Straße müsse für die weiteren Arbeiten aber nicht mehr gesperrt werden.

Der Saarburger Pastor Georg Goeres sagt: „Die beiden Häuser, die hier abgerissen werden, sind selbst nicht denkmalgeschützt, also keine Einzeldenkmale. Allerdings stehen sie in der Denkmalschutzzone Burg, Unter- und Oberstadt.“ Aufgrund dieser Tatsache sei es außerdem kompliziert gewesen, mit der Landesdenkmalpflege eine Einigung zu erzielen.

Pastor Goeres beschreibt außerdem, wie die Stadt Saarburg von der Umgestaltung profitieren werde. „Mit dem Aussichtspunkt wird es zum Beispiel leichter werden, mit den Menschen, die hier wohnen oder uns hier besuchen, ins Gespräch zu kommen. Es wird also auch ein Berührungspunkt. Die Laurentiuskirche ist ohnehin schon die meistbesuchte Kirche zwischen Mettlach und der Abtei St. Matthias in Trier-Süd. Die Menschen sollen einen positiven Eindruck von Saarburg und seiner Kirche mit nach Hause nehmen.“

Wenn man die Straße Kunohof hinaufgeht, soll nach der Umgestaltung außerdem kein kahler Giebel zu sehen sein, der von dem übrig bleibenden Haus stammt: Der Giebel soll verkleidet werden, und es soll ein Torhaus entstehen. „Wie eine Art kleines Gebäude vor dem Haus“, so Goeres. „Außerdem zieht die Laurentiusfigur dorthin um. Zurzeit steht die noch vor der Kirche.“

Da standen sie noch, die Häuser am Kunohof in Saarburg. Es geht um die drei Gebäude an der Ecke, zwei von ihnen gehörten zusammen.
Da standen sie noch, die Häuser am Kunohof in Saarburg. Es geht um die drei Gebäude an der Ecke, zwei von ihnen gehörten zusammen. FOTO: Marion Maier

Eine Aufwertung des Stadtbildes und des Umfeldes der Kirche St. Laurentius seien dementsprechend wichtige Kernpunkte, die mit dem Großprojekt erreicht werden sollen. 20 Jahre habe es letztendlich gedauert, bis man sich bezüglich des Abrisses der beiden Häuser am Kunohof einig wurde. „Ein Vorteil ist auch, dass wir den größeren Platz dann als Veranstaltungsort nutzen können. Dabei hätten wir auch Stromanschlüsse und Toiletten.“

Eine barrierefreie Toilette ist ebenfalls Teil des Projekts und soll im Erdgeschoss des Pfarrhauses entstehen. „Der Plan ist, dass Menschen mit Behinderung mit Hilfe von Schlüsseln jederzeit Zugang zu den Toiletten haben. Und bei Veranstaltungen sind sie dann für diese Zeit für alle zugänglich.“

Das Projekt kostet insgesamt rund eine Million Euro. Das Bistum übernimmt davon eine halbe Million, darunter die Kosten für den Architekten. Weitere 180 000 Euro sind Mittel aus dem EU-Programm Leader. Zur Finanzierung der umfangreichen Neugestaltung hat sich am Montag der Förderverein St. Laurentius Saarburg gegründet. Pastor Goeres hat vorübergehend den Vorsitz übernommen, Thomas Schwarz die Stellvertretung.

Der Zweck dieses Fördervereins ist laut Satzung unter anderem die „Bewahrung des denkmalgeschützten Kirchengebäudes und seines Umfeldes“ und die „Förderung der kirchlichen Aufgaben in St. Laurentius Saarburg“.

Laut Pastor Georg Goeres ist es allerdings mehr: „Die Menschen sehen die Pfarrei häufig als eine Art großes Dach der Institution und wissen nicht, wen sie auf kleiner Ebene ansprechen sollen, wenn sie mitwirken möchten. Mit diesem Förderverein als Basis soll es die Möglichkeit dazu geben. Kommunikation und Zusammenarbeit sind die Zukunft unserer Pfarrei.“ Die 16 Gründungsmitglieder des Vereins haben damit zumindest schon einmal einen Grundstein gelegt. Kontakt: Pfarrbüro St. Laurentius, Telefon:  06581/2260.