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Ein Verein zum Feiern und Arbeiten

FOTO: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"
Palzem-Wehr. Der Wehrer Rosenberg, ein Seitenweg des Saar-Hunsrücksteigs, soll in diesem Jahr eingeweiht werden. Er ist neben der Dorfchronik das bislang größte Projekt des Heimat- und Kulturvereins Wehr. Der Verein nimmt Geld mit Festen ein. Herbert Thormeyer

Palzem-Wehr. Feste arbeiten, Feste feiern und dabei die gute Tat nicht vergessen - das sind die Grundsätze des Heimat- und Kulturvereins Wehr. In diesem Ortsteil von Palzem mit 270 Einwohnern sind die rund 100 Mitglieder gerade dabei, dem 4,7 Kilometer langen Seitensprung des Moselsteigs, Wehrer Rosenberg genannt, den letzten Schliff zu geben. Die Mitglieder, die den Weg künftig auch betreuen, gestalten derzeit beispielsweise schlecht begehbare Schrägen ebener.
Noch in diesem Jahr wird die offizielle Eröffnung des Seitensprungs gefeiert. Wann genau ist noch unklar. "Das wird ein großes Fest am Bahnhaltepunkt", verspricht der Vorsitzende, Ortsvorsteher und Palzemer Ortsbürgermeister Florian Wagner. Tatsächlich sind es die Feste, die es dem im Januar 1997 gegründeten Verein ermöglichen, solche Projekte anzugehen. Von 1998 bis 2000 hat er Schlachtfeste organisiert. Die selbst gemachte Blut- und Leberwurst sowie die Bratkartoffeln dazu haben viele Menschen auch aus der Umgebung angelockt. Im Jahr 2000 hat der Verein die 850-Jahr-Feier ausgerichtet. Heute beschränkt sich die Wehrer Gruppe auf die Adventsfeier. "Für die Beteiligung am Rosenberg mit Klettersteig und Pavillon haben wir 20 000 Euro aufgebracht", sagt Wagner stolz. Auf genügend Mitglieder, die sich mit Arbeitseinsätzen einbringen, kann er sich verlassen. Der Heimat- und Kulturverein Wehr wurde gegründet, um rechtzeitig zur 850-Jahrfeier des Dorfs eine Chronik fertigzustellen. Christa Blasius wurde damals federführend mit dem Projekt beauftragt.Heimat und Simbabwe


Die dafür nötigen 24 000 Euro waren die erste große Ausgabe des noch jungen Vereins, der sich besonders der Heimatkunde, der Pflege der Mundart, des Brauchtums, historischen Erinnerungen, der Natur- und Landschaftspflege sowie der Denkmalpflege verpflichtet sieht.
Die Einnahmen aus den Festen ermöglichten nicht nur Projekte wie die Sanierung der Friedhofsmauer, die Gestaltung der Ortseingänge und den Unterhalt des Bürgerhauses. Auch Pater Karl Steffens, der Saarburger, der in Simbabwe eine Missionsstation betreibt, bekommt Geld geschickt, das in die Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort fließt. Das waren bislang 18 317 Euro.
"Das Geld ist insbesondere für die Ausbildung der Bevölkerung in Handwerksberufen, der Landwirtschaft und der Jugend mit Allgemeinbildung in Simbabwe bestimmt", sagt Wagner.
Bis zum Jubiläumsjahr 2017 des Vereins sollen schön gestaltete Ortseingangsschilder Palzem-Wehr schmücken und weitere Mitglieder, besonders Neubürger, gewonnen werden. "Gerade haben wir die Gemeinnützigkeit wieder bestätigt bekommen", freut sich der Vorsitzende. Wagner zählt zusammen: "53 500 Euro haben wir bis heute zusammengebracht."
Mit der ortsbildprägenden Arbeit ist gerade eine größere Gruppe Vereinsmitglieder beschäftigt. Sie legt eine neue Treppe an und verschönert den Ausblick ins Moseltal mit einer neuen Bank zum Entspannen. Was das alles persönlich bringt, sagt Vorstandsmitglied Tanja Sauerwein: "Wehr ist ein schönes Dorf, das wir alle mitgestalten, auch als Vorbild für unsere Kinder." Der zweite Vorsitzende Armin Gumny findet: "Diese Arbeit ist wichtig für unser aller Lebensumfeld."
Er sei stolz darauf, daran beteiligt zu sein. Und Vorsitzender Florian Wagner fügt hinzu: "Es gibt immer was zu tun. Packen wir's an."Extra

Der Wehrer Rosenberg, ein Seitenweg des Premiumwegs Moselsteig, ist 4,7 Kilometer lang. Seit etwa einem Jahr ist der Weg, den die Ortsgemeinde Palzem mit Hilfe von EU-Fördermitteln geplant hat, bereits begehbar. Die Eröffnung erfolgt erst in diesem Jahr, weil die Zertifizierung und Nachbearbeitung noch erfolgen mussten. Laut Saar-Obermosel-Touristik dauert es zwei Stunden, den mittelschweren Weg abzulaufen. Die Tour, die auch über Trittleitern geht, wird auf den Internetseiten der Saar-Obermoseltouristik ( www.saar-obermosel.de ) wie folgt beschrieben: Vom Parkplatz an der Bahnhaltestelle Wehr aus führt der Weg zunächst am Moselufer entlang bis zur Helterbachmündung. Nach einer Bahnunterquerung und der Helterbach-Überquerung geht es steil bergan zur Sperre bei Wehr und den Überresten einer frühmittelalterlichen Fliehburg. An der Helfanter Mühle wird das Bett des Spirzinger Bachs auf Trittsteinen überquert. Durch das wildromantische Helterbachtal führt der Pfad zur Weinbergslage Wehrer Rosenberg. Der steile Anstieg mit Trittleitern und Seilsicherungen wird mit einer herrlichen Aussicht am Pavillon belohnt. Dort ist der Moselmeander zwischen Palzem und Wehr zu sehen, der Ort Palzem und das Luxemburger Nachbarland. Bequem bergab, mit schönen Aussichten ins Moseltal, führt der Weg dann zurück zum Parkplatz am Bahnhof Wehr. mai

FOTO: Birgit Keiser