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Eltern klagen über Schulbusverkehr in Fisch

Der Schultag beginnt für viele Schüler aus Fisch an der Bushaltestelle. TV-Foto: Nathalie Hartl
Der Schultag beginnt für viele Schüler aus Fisch an der Bushaltestelle. TV-Foto: Nathalie Hartl FOTO: (h_sab )
Fisch. Die Beschwerden über die Schülerbeförderung haben sich gehäuft. Die Verantwortlichen reagieren. Nathalie Hartl

Die Aufregung in Fisch ist groß gewesen: Eltern und Schüler haben sich darüber beschwert, dass die Schulbussituation verheerend sei. "Mein Sohn steht auf dem Weg zur Schule an der Windschutzscheibe", sagt eine Mutter. Das sei "grob fahrlässig". Vor allem für Erstklässler, die schwere Schulranzen tragen müssen, sei es gefährlich, den Weg zur Schule ohne Sitzplatz anzutreten.

Die Kinder und Jugendlichen, die in dem knapp 400 Einwohner zählenden Dorf leben, pendeln unter der Woche jeden Tag nach Saarburg. Während die Jüngeren die Grundschule St. Marien in Saarburg-Beurig besuchen, sind die Älteren auf verschiedene weiterführende Schulen in der Stadt verteilt. Jeden März geben die Bildungseinrichtungen die voraussichtlichen Schülerzahlen für das neue Schuljahr an die Kreisverwaltung, die als Kostenträger auftritt, weiter. Dadurch soll frühzeitig sichergestellt werden, dass alle Schüler problemlos befördert werden können.

Die Fahrten selbst übernehmen eigenwirtschaftliche Unternehmen wie zum Beispiel Saargau Linie On Tour, die auch für den Schulbusverkehr in Fisch zuständig sind. Geschäftsführerin Claudia Schulligen-Maslo wehrt sich bei einem gemeinsamen Treffen gegen die Vorwürfe der Eltern. Man verstoße bei der Belegung gegen kein geltendes Recht. Friedrich Mick, der bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg unter anderem für die Schülerbeförderung zuständig ist, pflichtet der Unternehmerin bei. Es gebe genug Sitz- und Stehplätze für die Schüler. "Wir dürfen auch stehende Schüler fahren", sagt er und begründet dies damit, dass die Busse zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zählen.

Inzwischen setzt Saargau Linie On Tour zur Entlastung neben zwei ursprünglich geplanten größeren Bussen auch zwei kleinere zusätzliche Fahrzeuge in benachbarten Orten ein, obwohl dies laut Schulligen-Maslo nicht nötig sei, um die Vorgaben einzuhalten. Die Unternehmerin sieht ein Problem in dem Verhalten der jugendlichen Mitfahrer. "Viele ältere Schüler haben einen großen Rucksack neben sich stehen." Sie würden dadurch Sitzplätze belegen und mehr Kinder müssten stehen, wodurch die Busse voller wirken würden als sie seien.

Ein weiterer Kritikpunkt der Eltern: Es sei in den ersten Wochen nach den Sommerferien zu Verwirrung gekommen. Erstklässler hätten den Bus verlassen müssen, um am Heckingplatz in einen späteren Bus umzusteigen. Lediglich den älteren Schülern sei es zu verdanken, dass die Abc-Schützen zu Hause angekommen seien. "Die Grundschüler sollen nicht umsteigen", sagt Schulligen-Maslo. Planmäßig müssten sie auf direktem Weg nach Fisch gebracht werden. Derzeit werden die genauen Fahrpläne überarbeitet und nach Genehmigung auch im Internet auf der Seite des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT) veröffentlicht. Stephan Schmitz-Wenzel von der Kreisverwaltung sagt, dass es zum Schuljahresbeginn in einigen Ortsgemeinden zu Problemen bei der Schülerbeförderung kommt - beispielsweise wenn die Zahlen nicht korrekt sind. Schüler und Eltern sollten dann ein Formular auf der VRT-Internetseite ausfüllen, das an alle Zuständigen weitergeleitet wird.

Eine Idee der Eltern, in Zukunft Busbegleiter einzusetzen, die darauf achten, dass sich die Schüler richtig verhalten und die Sicherheit gewährleistet ist, sei nicht realistisch. Mick: "Das ist für die Schülerbeförderung nicht vorgesehen und wird auch in anderen Orten nicht gemacht."
Nach der laut Ortsbürgermeister Otmar Wacht "emotionalen Diskussion" haben sich die Wogen nun zumindest etwas geglättet.