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"Es bringt uns Liebe und Spaß"

"Mittendrin" in Nittel: Esther Joustra und Marco Zandbergen. Foto: Susanne Windfuhr
"Mittendrin" in Nittel: Esther Joustra und Marco Zandbergen. Foto: Susanne Windfuhr
NITTEL. Die Nitteler sind "ihren Schandfleck" los: Das niederländische Hotelier-Paar Esther Joustra und Marco Zandbergen hat dem Hotel "Nitteler Hof", das mehr als vier Jahre leer stand, neues Leben eingehaucht. Mit einem Tag der offenen Tür haben die jungen Unternehmer ihr Haus offiziell eröffnet. ARRAY(0x12d3356b0)

Ein neues Hotel, zwei neue Einwohner und bereits jetzt zahlreiche zusätzliche Gäste auch aus dem Ausland - das bescheren zwei ambitionierte Niederländer der 2000-Seelen-Gemeinde Nittel. Innerhalb von acht Monaten haben Esther Joustra und ihr Verlobter Marco Zandbergen den seit Jahren leer stehenden und runtergekommenen "Nitteler Hof" auf Vordermann gebracht. Am Freitag haben sie das Haus offiziell eröffnet und während eines Tages der offenen Tür vorgestellt. Dabei lief der Termin wenig offiziell, stattdessen locker und familiär ab. Mit "Küsschen links und rechts" und festen Umarmungen begrüßte das junge Paar die meisten der Gäste. Die Herzen der Nitteler scheint das Prinzenpaar der zurückliegenden Session nicht erst während der "tollen Tage" erobert zu haben. "Das wird eine erfolgreiche Sache"

"Ihr seid mittendrin in Nittel und wie in einer Hitparade von Null auf Eins aufgestiegen", meinte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Frieden in seiner Ansprache. "Da gehört viel Mut zu, habe ich nach unserem ersten Gespräch über das Hotel gedacht. Aber ich glaube, dass das hier eine erfolgreiche Sache wird", sagte Frieden. "Wir haben uns bemüht, Nittel sein Herz wiederzugeben. Der Gemeinde bringt das Hotel Arbeitsplätze und ökonomische Stimulanz. Uns bringt es Liebe und Spaß", meinten Esther Joustra und Marco Zandbergen, die nach eigener Auskunft mehrere Millionen Euro investierten. "Als Gast begrüßt, als Freund verabschiedet", lautet das Motto, das sich die 31-Jährige und der 37-Jährige für den Betrieb auf die Fahne, genauer gesagt, auf die T-Shirts geschrieben haben: Alle 16 Mitarbeiter tragen dieses Motto auf den einheitlich gestalteten Oberteilen. "Es ist so einfach zu sagen, dass sich unsere Gäste bei uns wohlfühlen sollen", sagte Zandbergen. "Aber wir möchten, dass sie mit einem breiten Lächeln unser Haus verlassen. Und das geht nur, wenn wir allen Sinnen zu essen geben." Wohl fühlen sollen sich die Besucher in 26 neu gestalteten Zimmern, dem im mediterranen Stil gestalteten Restaurant für 150 Gäste und einem Wellnessbereich mit Schwimmbad, Sauna und drei Behandlungskabinen. Restaurant und Wellnessbereich stehen auch Nicht-Hotelgästen zur Verfügung. Im Restaurant soll durch eine offene Küche mit Holzkohlengrill "immer was passieren". "Da gucken die Leute hin, das schafft Aktion", ist Zandbergen überzeugt. Eine Brasserie-Küche mit saisonal wechselnder Karte bietet das Haus. Zandbergen, der wie seine Verlobte das Metier von der Pike auf gelernt und in den vergangenen drei Jahren als General-Direktor der Intercontinental-Hotelkette tätig war, steht als Koch mit hinter dem Herd. Verlobte Joustra, bei der gleichen Kette zuletzt als Rezeptions-Managerin angestellt, kümmert sich in Nittel um Service und Rezeption. Die Benelux-Hotelkette "New Hampshire" unterstützt das Haus in puncto Werbung. 1800 Hotelgäste habe Joustra seit dem ersten Tag Ende März empfangen. Im Restaurant seien es etwa 2500 gewesen, darunter viele Nitteler. "Wir wünschen uns, dass jung und alt kommt und hier viel gelacht wird."