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Es "riecht" nach Sabotage

Einfach durchgeschnitten: Fassungslos betrachtet Silke Mees aus Franzenheim die mehrfach zerschnittene Einzäunung der Pferdekoppel an der Kreisstraße zwischen Franzenheim und Ollmuth. Foto: Joachim Johanny
Einfach durchgeschnitten: Fassungslos betrachtet Silke Mees aus Franzenheim die mehrfach zerschnittene Einzäunung der Pferdekoppel an der Kreisstraße zwischen Franzenheim und Ollmuth. Foto: Joachim Johanny
FRANZENHEIM. Bei Landwirten und Pferdehaltern in Franzenheim geht die Angst um: Schon über mehrere Monate hinweg wurden dort Einzäunungen von Pferdekoppeln zerstört. Neuerdings macht sich der Täter auch an den Umzäunungen von Rinderweiden zu schaffen. ARRAY(0x13b39858)

Die Taten riechen deutlich nach Sabotage: Betroffen waren bisher stets die Zäune von Pferdekoppeln auf der Gemarkung - oft auch in unmittelbarerer Nähe von stark befahrenen Straßen. Der letzte Vorfall ereignete sich auf einer Koppel an der L 139 in Nähe der Abzweigung Franzenheim/Ollmuth. "Nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass es bisher noch nicht zu Unfällen zwischen den Pferden und Autos gekommen ist", sagt Wolfgang Mees, Eigentümer der Tiere. Er geht übrigens davon aus, dass der "Zaunschneider" aus Franzenheim stammt, denn "die meisten Taten zeigen, dass hier jemand mit genauer Ortskenntnis am Werk ist"."Wir dachten, das hört von selbst wieder auf"

Die Anschlagsserie zieht sich nun schon über mehrere Monate hin. Auch bei einer weiteren Pferdehalterin aus Franzenheim wurde die Einzäunung zerstört. Tatort war in diesem Fall eine Weide an der Franzenheimer Thomasstraße hinter dem dort angesiedelten Schreinereibetrieb. Auch auf dieser Weide standen zu dieser Zeit Pferde. Auf die Frage, warum man sich nicht schon früher an die Öffentlichkeit gewandt habe, sagt Mees: "Wir dachten immer noch, dass der Spuk von selbst wieder aufhört. Tatsächlich war auch einige Zeit Ruhe. Doch nun ist es schlimmer als je zuvor." Seit einigen Tagen hat/haben der oder die Täter sein/ihr "Betätigungsfeld" weiter ausgedehnt: Nicht mehr allein die Zäune um Pferdekoppeln sind nun das Ziel von Anschlägen. Die "neue Serie" begann vor einigen Tagen, als 35 auf einer Wiese gelagerte Heusilo-Rundballen aufgeschnitten und unbrauchbar gemacht wurden. Dann folgten Einbrüche in Scheunen und Gartenhäuser. In einem Fall wurden zwei Motorsägen und eine Motorsense gestohlen. Hinzu kommen nun total zerstörte Stacheldraht- und Elektrozäune um Rinderweiden. Und auch ein Wildzaun der Jagdgenossenschaft wurde schon demoliert. Die Theorie, wonach sich die Taten gezielt gegen Pferdehalter richten könnten, wäre damit entkräftet. Der zuständige Kontaktbeamte Edgar Heinz von der Polizeiinspektion Trier steht ebenso vor einem Rätsel wie die Geschädigten oder Ortsbürgermeister Johann Jäckels. Es gibt bisher einfach keine Anhaltspunkte.Der Ortsbürgermeister ist fassungslos

Auch Jäckels hatte erst spät von den Vorfällen im Ort erfahren - nun ist er sehr besorgt. "Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand aus dem Dorf als Täter in Frage kommt", sagt der Ortsbürgermeister und fügt hinzu: "Fest steht nur, dass die Taten gezielt und mit Überlegung begangen werden, sich aber nicht gegen bestimmte Personen richten, sondern praktisch gegen alle." Nach "Dumme-Jungen-Streichen" sehe dies jedenfalls nicht aus, glaubt Jäckels, der auch vor allzu voreiligen Schlüssen und Verdächtigungen warnt. Die Vorgehensweise an den verschiedenen Tatorten lässt auf ein und denselben Täter schließen, heißt es bei der Polizeiinspektion Trier. Die nächtlichen Kontrollen in und um Franzenheim wurden nun verstärkt. Auch die Franzenheimer Tierhalter sind inzwischen regelmäßig zur Nachtzeit draußen. Für Hinweise die zur Ergreifung der oder des Täter(s) führen, haben die Geschädigten eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Hinweise an die Polizeiinspektion Trier, Telefon 0651/9779-3200.