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Existenzgründern auf die Beine helfen

Schweichs Bürgermeister Vitus Blang (links) und Geschäftsführer Wolfgang Deutsch zeigen sich zufrieden mit der derzeitigen Entwicklung des Handwerkerhofs Schweich-Issel. Foto: Hans Michael Engelke
Schweichs Bürgermeister Vitus Blang (links) und Geschäftsführer Wolfgang Deutsch zeigen sich zufrieden mit der derzeitigen Entwicklung des Handwerkerhofs Schweich-Issel. Foto: Hans Michael Engelke
SCHWEICH. Es war eine schwere Geburt: Im vierten Jahr existiert nun der Handwerkerhof Schweich-Issel. Nach anfänglichen Irrungen und Wirrungen kann sich die bisherige Bilanz aber durchaus sehen lassen. ARRAY(0x17766e30)

Der Schweich-Isseler Handwerkerpark soll Existenzgründern auf die Beine zu helfen: Damit jungen Handwerksbetrieben der Start in die Selbstständigkeit gelingt, bietet eine gleichnamige GmbH dort günstige Miet-Konditionen für Interessenten. Die GmbH ist eine Gemeinschaft aus der Stadt Schweich, der Sparkasse Trier, der Volksbank und der Handwerkskammer Trier. Seit vier Jahren existiert nun dieser Zusammenschluss, und der bisherige Erfolg stimmt Geschäftsführer Wolfgang Deutsch zufrieden: "Zur Zeit sind von unserem Areal rund 67 Prozent belegt, in einem halben Jahr werden es voraussichtlich bis zu 85 Prozent sein." Das klang nicht immer so positiv - noch zu Beginn des vergangenen Jahres schrieb der Handwerkerhof rote Zahlen. Dies habe nicht zuletzt an dem langen Zeitraum des Planens und Bauen gelegen, sagt Deutsch. Stadtbürgermeister Vitus Blang ergänzt, es seien anfänglich einfach zu wenig Interessenten gewesen, aber "das ist Vergangenheit". Nachdem die Stadt Schweich und das Land zum wiederholten Mal Geld in das Projekt gesteckt hatte und am Nutzungskonzept gefeilt wurde, scheinen die Sorgen nun vom Tisch zu sein. Künftigen Unternehmern bietet der Handwerkerhof zwei Möglichkeiten. Da ist zum einen die etwa sechs Hektar große Freifläche. Sie wurde von der GmbH komplett erschlossen und wird von der Stadt Schweich, die bisher noch der Eigentümer des größten Teils der Fläche ist, vermarktet. Die Parzellen auf dieser Fläche sind bewusst klein gehalten, aber variabel. "Wir wollen hier keine großen Industriebetriebe", betont Deutsch. Die Größe der Parzellen sei so gewählt, dass sie vor allem den Ansprüchen junger Unternehmen entspreche. Schweichs Stadtbürgermeister Vitus Blang ergänzt: "Aufgrund der Landesfördermittel ist genau festgelegt, wer sich hier niederlassen darf: kein Einzelhandel und kein Verkaufsgewerbe." Es gehe nur um handwerkliche Existenzgründungen, wobei Übernahmen bereits bestehender Betriebe aus dem regionalen Raum allerdings auch berücksichtigt seien. Sieben Betriebe belegen bisher einen Teil der Freifläche, die komplett erschlossen für 25 Euro pro Quadratmeter erworben werden kann. Weiterer Pluspunkt: Es ist zulässig, dass gleichzeitig Eigentümer-Wohnraum geschaffen wird. Doch wird dabei auf ein entsprechendes Verhältnis geachtet. "200 Quadratmeter Wohnen und 100 Quadratmeter Betrieb geht natürlich nicht", sagt Bürgermeister Blang. Ziel des Handwerkerhofs sei es auch, auf diese Art bestehende Betriebe, etwa bei der Übergabe vom Vater auf den Sohn, aus der Innenstadt herauslocken zu können. Der zweite Schwerpunkt des Handwerkerhofs ist das Zentrum für Existenzgründer. Rund 1000 Quadratmeter Bürofläche stehen dafür zur Verfügung. Mit geringer Kapitalbindung können serviceorientierte Jungunternehmer hier auf eine leistungsfähige Infrastruktur unter günstigen Konditionen zurückgreifen. Wie zum Beispiel Alexander Hoffmann. Der Gründer des IT-Dienstleisters Trustonit ist begeistert von dem Umfeld im Gründerzentrum. "Die Lage ist sehr zentral zwischen Trier, Bitburg und Wittlich. Die Konditionen stimmen, und das Gebäude und die Büros machen etwas her." Sehr positiv sei auch die Zusammenarbeit mit der GmbH, sagt Hoffmann, der zwei feste und drei Aushilfsmitarbeiter beschäftigt. Die Büros im Gründerzentrum sind, ebenso wie die Freiflächen, flexibel. Trennwände können geöffnet oder ganz demontiert werden. Die Größe der Räume ist variabel, die Infrastruktur wie Toilettenräume wird gemeinsam genutzt und die Kosten dafür umgelegt. Zusätzlich existiert eine große Halle, die bereits komplett von zwei Mietern belegt ist. Wird weiterer Bedarf angemeldet, können Gründerzentrum und das Hallen-Angebot noch erweitert werden.Existenzgründer profitieren voneinander

"Wer sich hier bisher niedergelassen hat, ist auch zufrieden" , betont Vitus Blang. Insolvenzen habe es bei den Gründern bisher keine gegeben, lediglich einer sei wieder abgesprungen. Blang wünscht sich, dass sich die Existenzgründer mit der Anlage identifizieren. Wichtig sei es, dass die Betriebe auch voneinander profitieren. Dafür sorgen unter anderem gemeinsame Veranstaltungen und Projekte, bei denen sich die Existenzgründer gegenseitig kennen lernen. Weitere Informationen bei Wolfgang Deutsch, Telefon 06502/407702 und im Internet: www.hwh-schweich.de.