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Kommunalpolitik
Trotz anspruchsvoller Projekte wenig Schulden, keine Kredite

Wegen der Kälte ruhen die Arbeiten am Jakobushaus.
Wegen der Kälte ruhen die Arbeiten am Jakobushaus. FOTO: Herbert Thormeyer
 FISCH. Fisch beschließt trotz großer Investitionen einen ausgeglichenen Haushalt. Die Kita soll erweitert, das Jakobushaus vergrößert werden.

Der Fischer Ortsbürgermeister Otmar Wacht erklärt in der Haushaltssitzung des Ortsgemeinderats: „Wir müssen die Erweiterung der Kindertagesstätte vorfinanzieren, weil der Zuschuss der Landesregierung noch nicht eingetroffen ist.“ Nur deshalb sei die Gemeinde leicht ins Minus gerutscht. Eine dritte Gruppe soll in der Einrichtung Platz finden- und zwar schnell. „Im August ist der Anbau fertig“, verspricht Wacht. Er kostet 276 080 Euro. Vom Kreis kommen dafür 100 000 Euro. Vom Land sind 96 775 Euro bewilligt. Die Kostenbeteiligung der Stadt Saarburg und der Ortsgemeinde Mannebach sind mit 7819 und 31 278 Euro veranschlagt. Dem gegenüber stehen finanzielle Reserven und zwei Baugrundstücke, die noch verkauft werden sollen.

Nicht ganz so schnell geht es mit dem Anbau am Jakobushaus weiter, denn der Frost bremst die Helfer derzeit aus. „Da sind wir wohl erst 2019 damit fertig“, schätzt der Ortschef, denn das ganze Haus musste erst trockengelegt und Kanäle erneuert werden. Der Neubau eines Aufenthaltsraums für den Sportverein und der Jugendraum am Jakobushaus schlagen mit 110 000 Euro zu Buche. Eigenleistung dabei: 30 000 Euro.

Was nach zwei Jahren keine Mehrkosten mehr verursacht sind die 16 von insgesamt 58 Straßenlaternen, die wegen zu hohen Stromverbrauchs auf LED-Technik umgerüstet werden.

Um eine brisante Verkehrssituation zu entschärfen wird die Bushaltestelle mit einem neuen Buswartehäuschen für 8000 Euro vom Römerweg in die Straße In der Heinert verlegt.

Dass der Rat in Fisch lieber auf etwas verzichtet, als sich unnötig zu verschulden, wird mit der Pilgerstation für 135 000 Euro und Renovierungen am Jakobushaus für 32 000 Euro gezeigt. Beides wird erst einmal verschoben. Für die Pilgerstation soll ein Pavillon errichtet werden. Zudem sind eine Frischwasserleitung, der Umbau des Brunnens und eine Toilettenanlage geplant.

„Trotz aller Investitionen ist dieser Haushalt zum Vorzeigen“, lobt der Saarburger Rathauschef Jürgen Dixius, der besonders hervorhebt, dass keine Liquiditätskredite nötig sind um auch große Maßnahmen zu finanzieren. Mit 226 Euro ist jeder der 426 Einwohner bei seiner Ortsgemeinde jetzt verschuldet. „Das wird bestimmt wieder zurückgefahren“, sagt Dixius. Er hebt die unglaubliche Kraft der Eigenleistungen in diesem Dorf hervor: „Das zeichnet diese Gemeinde aus und spiegelt sich im Haushalt wider.“ Fisch sei eine Vorzeigegemeinde, die Maßnahmen immer mit Augenmaß beschließe. Bereits 2019 gehe der Fehlbetrag wieder gegen Null, bestätigt der Finanzchef der Verwaltung, Wolfgang Meier, und das bei einer Investitionssumme von 512 080 Euro in diesem und voraussichtlich 32 000 Euro im nächsten Jahr.

Dixius schaut in Fisch auch in die Zukunft: „Die Baulandentwicklung ist wichtig. 2019 muss in die Planung eines neuen Baugebietes eingestiegen werden.“ 32 000 Euro sind für die Planung vorgesehen. Der Verbandsgemeindebürgermeister appelliert an Grundstückseigentümer, auch Bauflächen im Ort zu veräußern. Das führe den Ortskern besser zusammen. Immerhin sei die Zahl der Bürger in Fisch in zehn Jahren um mehr als zehn Prozent gewachsen. Ende 2017 wurden laut Statistischem Landesamt 426 Fischer Einwohner gezählt, zehn Jahre vorher 357. Macht einen Zuwachs von 19 Prozent.