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Gemeinsam an den Stärken arbeiten

Haben 2003 den Burgführer vorgestellt (von links): Bernd Röder, Anette Barth, Franz-Josef Balinger.Foto:Andreas Jacob
Haben 2003 den Burgführer vorgestellt (von links): Bernd Röder, Anette Barth, Franz-Josef Balinger.Foto:Andreas Jacob
SAARBURG. Lust auf Saarburg und Umgebung möchte der Verein "Standortmarketing Saarburg" Einwohnern und Touristen machen. Seit eineinhalb Jahren engagieren sich Unternehmer, Privatpersonen und Gemeinden für eine attraktivere Stadt. Von unserer Redakteurin <br>SUSANNE WINDFUHR

Am Anfang stand ein Gutachten. Die vergleichende Analyse aus dem Jahr 1999 zu den Wirtschafts-Standorten und der Kaufkraftentwicklung in den Städten Schweich, Konz und Saarburg beförderte Alarmierendes zu Tage: Wies die Stadt Konz eine Kaufkraftbindung von rund 60 und Schweich von etwa 70 Prozent auf, so lag die Zahl in Saarburg bei 52 Prozent. Statt die Einkäufe des täglichen Bedarfs in ihrer Stadt zu erledigen, fahren die Saarburger nach Erkenntnissen der Untersuchung lieber nach Trier - dort liegt die Kaufkraftbindung bei 192 Prozent. Aber auch Saarlouis und Losheim steuern die Saarburger lieber an, als direkt vor der eigenen Haustür einzukaufen. "So wuchs vor vier Jahren der Wunsch, eine Initiative zu gründen, die Saarburg alsMittelzentrum und Einkaufsstadt attraktiver macht", erklärt Jürgen Dixius, Vorsitzender des Marketingvereins für die Stadt Saarburg und das Saarburger Land, kurz Standortmarketing Saarburg e.V. Im Juni 2002 schlossen sich 52 Mitglieder unter dieser Dachmarke zusammen. Darunter unter anderem die Stadt und Verbandsgemeinde (VG) Saarburg sowie alle Gemeinden der VG, Vereine, Unternehmer, IHK und Hwk, Privatpersonen, Bankinstitute und der Trierische Volksfreund . Mit im Boot seit der ersten Stunde: der alt eingesessene Saarburger Gewerbeverband. Dixius: "Wir stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern haben von Anfang an konstruktiv zusammengearbeitet. Wir ergänzen diese Einrichtung insofern, als der Gewerbeverband sich in seiner Arbeit von jeher auf die Stadt Saarburg beschränkt hat, wir auch die Region stärken möchten." Wie definiert sich der Standort, welche gemeinsamen Interessen gibt es, wie kann man sich ergänzen, waren Fragen, die zu Beginn aufgeworfen wurden. Synergien zu nutzen und den Informationsfluss zu verbessern, kristallisierte sich schnell als mittelfristiges Ziel heraus. Der Aufbau einer Unternehmens-Datei brachte Aufschluss darüber, welches die stärksten Wirtschaftszweige in der VG Saarburg sind. So bildet der Gesundheitsbereich die Spitze; Handel, Handwerk und Tourismus folgen auf der Rangliste. Umfängliche Befragungen unter Federführung der Marketingberatung Dr. Eggers in Unternehmen, bei Kunden und Schülern sollen eine detaillierte Stärke/Schwächen-Analyse des Handels ermöglichen. "Bis Ende dieses Jahres wollen wir die komplette Einschätzung haben", sagt Dixius. Erste Ergebnisse haben die Mitglieder zu Aktionen veranlasst: So möchte der Verein über die Volkshochschule Seminare anbieten, die die Kundenfreundlichkeit erhöhen. Auch das Vermitteln eines Grund-Wortschatzes in Niederländisch steht auf der Agenda. Dixius: "Damit die Geschäftsleute die zahlreichen holländischen Touristen wenigstens begrüßen und verabschieden können." Neben weiteren Aktionen hat Standortmarketing Saarburg - stets in Kooperation mit weiteren Organisationen und Vereinen - einen Stadtführer "Saarburger Rundgänge" umgesetzt sowie einen Burgführer "Geschichte der Burg". Außerdem hat der Verein sechs touristische Anbieter der Stadt zusammengeführt, die zielgruppenorientierte Werbung organisieren. 2005 ist eine große Direktvermarktermesse im Raum Merzkirchen geplant. Auch ein einheitlicher Werbeauftritt ist in Arbeit. Jürgen Dixius betont, dass auch Privatpersonen, die sich projektbezogen engagieren wollen, willkommen sind. Sie brauchen nicht Mitglied zu werden. Thomas Wallrich, kommissarischer Geschäftsführer, hofft, "dass sich Landwirte und Winzer stärker einbringen und als Partner gemeinsamen Marketings verstehen". Interessierte wenden sich an Thomas Wallrich, Telefon 06581/81280, oder an Jürgen Dixius, Telefon 06581/2214.