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Gesellschaft
Gemeinsam erleben, gemeinsam freuen

Der neue Vorstand der Alzheimer-Gesellschaft mit Maurice Meysenburg, Gabriele Wacht-Marx, Gruppenbetreuerin Anne Kammer, Edgar Berg und Marita Schlotter (von links) kann weiterhelfen, um Betroffenen und ihren Angehörigen das Leben zu erleichtern.
Der neue Vorstand der Alzheimer-Gesellschaft mit Maurice Meysenburg, Gabriele Wacht-Marx, Gruppenbetreuerin Anne Kammer, Edgar Berg und Marita Schlotter (von links) kann weiterhelfen, um Betroffenen und ihren Angehörigen das Leben zu erleichtern. FOTO: Herbert Thormeyer
Paschel. Der neue Vorstand der Alzheimer-Gesellschaft Region Trier will für eine bessere Betreuung einen Fahrdienst organisieren.

Verständnis für die Betroffenen, Entlastung der Angehörigen, Aufklärung und Unterstützung beim Umgang mit der Krankheit – das hat sich die Alzheimer-Gesellschaft Region Trier als Aufgabe gewählt. 2004 wurde dafür eine Betreuungsgruppe in der Alten Schule in Kanzem gegründet, die 2006 ein neues Domizil in der Alten Schule in Paschel gefunden hat. Gerade hat der Verein einen neuen Vorstand gewählt. Das nächste große Ziel ist, einen Fahrdienst zu organisieren, um die Teilnahme am Betreuungsangebot weiter zu erleichtern. Vorsitzender Edgar Berg ist sicher: „Wir müssen auf den demografischen Wandel reagieren.“ Denn wenn immer mehr Menschen immer älter werden, gebe es auch vermehrt demenziell Erkrankte. Derzeit leiden etwa drei Millionen Menschen in Deutschland unter Alzheimer, nur eine der Erscheinungsformen von Demenz.

In der Alten Schule in Paschel, die auch als Bürgerhaus dient, treffen sich derzeit zehn Senioren im Alter von 71 bis 94 Jahren. Und zwar drei Mal die Woche: montags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 16.30 Uhr. Sie kommen aus dem Konzer, Saarburger, Keller und auch Trierer Raum. Drei Betreuerinnen helfen unter der Leitung von Anne Kammer so viel Erinnerungsvermögen wie möglich zu erhalten.

„Es gibt gemeinsame Mahlzeiten, eine Sing- und Erzählrunde, kochen und Brot backen, Sitztänze, Spiele, basteln, kurze Spaziergänge, Ausflüge, aber auch Ruhezeiten“, zählt die ehemalige Altenpflegerin auf. Großer Wert wird auf eine familiäre Atmosphäre und einen strukturierten Tagesablauf gelegt. „Die Betreuten sollen den Alltag so erleben wie Zuhause“, erklärt Gruppenleiterin Kammer. Auf jeden Einzelnen werde individuell eingegangen und damit die Angehörigen zu Hause entlastet.

Es gibt ein gesundes Frühstück, es wird aus dem Trierischen Volksfreund vorgelesen oder Lieder gespielt, die in der Jugend der Betroffenen Gassenhauer waren. „Möglichst alle Sinne sollen angesprochen werden“, sagt die Gruppenleiterin. „Es ist ein geschützter Raum, in dem Erinnerungen leichter wieder hoch kommen können“, ergänzt Vorsitzender Berg.

Reichlich Erfahrung hat die zweite Vorsitzende, Marita Schlotter, mit ihrer Mutter gesammelt, die sie viele Jahr lang pflegte. „Der schlimmste Moment ist, wenn dich deine eigene Mutter nicht mehr erkennt“, weiß sie noch gut. In einer solchen Gruppe seien auch Fortschritte zu beobachten. Doch die Krankheit Demenz ist unheilbar. Die Alzheimer-Gesellschaft bietet auch Schulungen für Private in Paschel an, um richtig auf die Krankheit ihrer Angehörigen reagieren zu lernen.

Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich. Einzige Angestellte ist Gruppenleiterin Anne Kammer. Der neue Vorstand arbeitet jetzt an der Organisation eines Fahrdienstes, damit Angehörige weiter entlastet werden können. Bislang werden die Teilnehmer von ihnen gebracht und wieder abgeholt.