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Großprojekt "geangelt"

Am Rand des zukünftigen Baugrundstücks : Wolfgang Annen (rechts) präsentiert mit dem ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Ruwer, Günter Jakobs, die "Projekta"-Pläne.Foto: Friedhelm Knopp
Am Rand des zukünftigen Baugrundstücks : Wolfgang Annen (rechts) präsentiert mit dem ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Ruwer, Günter Jakobs, die "Projekta"-Pläne.Foto: Friedhelm Knopp
PLUWIG. (f.k.) Die rund 1500 Einwohner zählende Ortsgemeinde Pluwig hat gestern Nachmittag ihre Pläne für den Bau eines privaten Seniorenzentrums bekanntgegeben. Mit einem Investitionsvolumen von 6,5 Millionen Euro handelt es sich um das größte private Vorhaben seit Jahren in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer. Von unserem Redakteur <br>FRIEDHELM KNOPP

LautOrtsbürgermeister Wolfgang Annen, CDU-Kandidat für dieBürgermeisterwahl in der VG Ruwer am 29. Juni 2003, hatte dieOrtsgemeinde seit drei Jahren mit verschiedenen Investorenverhandelt. Am Donnerstag wurde der notarielle Vertrag zwischender Gemeinde und der Prümer Investorfirma "Projekta -Gesellschaft für Sozialimmobilien" unterzeichnet. Vertragsinhaltesind der Kauf des gemeindeeigenen Grundstücks und weitereDetailvereinbarungen. Die "Projekta" wird das Haus errichten undes anschließend an einen Betreiber verkaufen. Das gesamte Projektsoll allein durch private Mittel - also ohne jede staatlicheFörderung - finanziert werden. Möglicherweise kann der Bau nochin diesem Jahr beginnen. Als Standort der zukünftigen Seniorenresidenz ist eine rund 5000 Quadratmeter große Fläche im Ortskern vorgesehen. Geplant sind 70 bis 90 Wohneinheiten für Senioren - davon sollen etwa 80 Prozent als Einzelappartements angelegt werden. Hinzu kommen großzügige Wohn- und Aufenthaltsräume, Kommunikationsreinrichtungen, Therapieräume und sonstige Räume, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Zu den Dienstleistungsangeboten zählen je nach Bedarf auch vollstationäre Tagespflege und Kurzzeitpflege. Auch über eine Tagespflege in Waldrach in Zusammenarbeit mit der dortigen Sozialstation könnte nach Auffassung von Annen nachgedacht werden. Durch den Betrieb des Hauses werden dauerhaft etwa 60 Arbeits- und Ausbildungsplätze in Pluwig entstehen. Außerdem soll das Seniorenzentrum der Gemeinde Pluwig - aber auch anderen Orten in der VG Ruwer - ein jährliches Plus an Kaufkraft in Höhe von rund drei Millionen Euro bringen. Diese Angabe beruht auf Vergleichen mit ähnlichen Zentren in anderen Orten.

Aus geschäftstaktischen Erwägungen habe man in den vergangenen drei Jahren in aller Stille verhandelt, sagt Annen, zumal auch andere Standorte in der VG Ruwer im Gespräch gewesen seien. Annen: "Eine öffentliche Diskussion wäre da nicht förderlich gewesen."

Bedenken, dass sich das ganze als Windei entpuppen könnte, haben Annen und der erste Beigeordnete der VG-Ruwer, Günther Jakobs, nicht. Schließlich habe die "Projekta" GmbH große Erfahrung mit dem Bau solcher Zentren. Und auf Anfrage meint "Projekta"-Geschäftsführer Wilfried Hack zu den Vermarktungsaussichten: "Natürlich haben wir eine genaue Bedarfsanalyse erstellt. Pluwig ist dort der günstigste Standort für einen Umkreis von etwa zehn Kilometern." Pro Jahr erstelle die "Projekta" ein bis zwei solche Objekte - und dies seit zehn Jahren mit Erfolg.