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Saarburg
Hau Ruck will Kartenverkauf überdenken

 Das Gartenballett bei der Saarburger Kappensitzung im Jahr 2018.
Das Gartenballett bei der Saarburger Kappensitzung im Jahr 2018. FOTO: Marion Maier
Saarburg. Weniger als fünf Prozent der rund 2000 Tickets für die Kappensitzungen hat die Karnevalsgesellschaft Hau Ruck in diesem Jahr im öffentlichen Verkauf angeboten. Präsident Johannes Kölling will sich auf Kritik hin des Themas annehmen. Von Marion Maier
Marion Maier

Wenn die Karnevalsgesellschaft Hau Ruck zur Kappensitzung einlädt, ist die Saarburger Stadthalle in der Regel voll. So wird es wohl auch in diesem Jahr sein. Die Karten für die vier Sitzungen sind alle weg. Für rund 500 Besucher wird bestuhlt. Macht zusammen 2000 Plätze.

Doch gerade mal 75 Karten (3,75 Prozent) sind vergangene Woche Sonntag (27. Januar) in den offenen Verkauf gegangen, wie der Verein in einem Post auf Facebook am Freitag zuvor mitteilte. Bei Karnevalsfreunden ist das wohl nicht auf Freude gestoßen. Auf Facebook gab es nur einen Kommentar. Sven Weimann schrieb: „Naja, was soll man als normaler Saarburger sagen? Für mich traurig. Von 2000 Karten so wenige in den offenen Verkauf. Wenn ihr wirklich Angst habt, ihr werdet eure Karten nicht anders los, dann macht doch direkt die Kappensitzungen unter euch.“

Doch bei dem Eintrag blieb es nicht. Der Kritiker suchte beim Kartenvorverkauf das Gespräch mit den Karnevalisten. Darauf hin schrieb der Verein auf Facebook: „Hallo Sven! Vielen Dank für das offene, persönliche Gespräch. Wir werden Deine Kritik gerne aufnehmen und bemühen uns, im kommenden Jahr eine Lösung zu finden.“

Auf TV-Nachfrage erklärt der Präsident von Hau Ruck, zunächst, wieso im freien Verkauf nur noch so wenige Karten zu haben sind. Kölling stellt klar, dass der Verein rund 450 aktive und inaktive Mitglieder hat. Jedes Mitglied habe Anspruch darauf, sechs Karten zu erwerben. Bei Kindern und Jugendlichen der jüngsten Garden seien es sogar nur zwei. Kölling führt aus, dass niemand außer den sieben Senatoren (auch nicht der Präsident oder die Büttenredner) kostenlose Karten (je zwei Stück) bekäme. Kölling: „Unschwer lässt sich berechnen, dass wir ein Platzproblem hätten, wenn alle Mitglieder von ihrem Anrecht Gebrauch machen würden.“

Der Präsident weist zudem darauf hin, dass die von den Mitgliedern erworbenen Karten nicht nur familienintern vergeben würden. Mindestens zwei Drittel dieser Karten gingen an Dritte. Kölling weiter: „Auch möchte ich erwähnen, dass beim Verkauf am Sonntag lediglich drei Personen waren, denen wir um 10.45 Uhr leider keine Karten mehr anbieten konnten. Dies bedauern wir natürlich sehr!“

Zu möglichen Lösungsansätzen teilt Kölling mit: „Die Idee des Beschwerdeführers war, wenigstens ein kleines Kontingent von circa 40 Karten pro Sitzung für den sonntäglichen Verkauf zurückzuhalten.“ Des Weiteren habe er seinen Unmut darüber geäußert, dass eine vierköpfige Familie theoretisch Anspruch auf 24 Karten hätte, wenn alle vier zahlende Mitglieder im Verein sind. Kölling: „Ich habe zugesagt, das noch mal kritisch zu beleuchten.“ Der Präsident kann sich laut eigener Aussage auch vorstellen, dass man sich mit dem Platzangebot in der Stadthalle nochmals beschäftigt. Wenn es praktisch möglich sei, könne man prüfen, ob eine zusätzliche Tischreihe aufgestellt werden könne.