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Helfer finden vermisste 72-Jährige lebend - Wuppertalerin hat sich beim Wandern verirrt

Freudenburg. Glück im Unglück hatte eine 72-Jährige, die ihre Schwester in Freudenburg besucht hat und von einer langen Wanderung nicht wiedergekehrt ist. Ohne eine aufmerksame Kirferin hätten die Rettungskräfte die Frau laut Polizei wohl nicht rechtzeitig gefunden. Nicolaj Meyer und Benedikt Laubert

Um 22.45 Uhr konnten die 150 Rettungskräfte und die Familie erleichtert aufatmen: Nach einer gut fünfstündigen Vermisstensuche führte der Spürhund den Suchtrupp zu der 72-jährigen Frau, die am späten Sonntagnachmittag vermisst gemeldet worden war. Sie saß auf einer Sandbank an der Leuk im Bereich Kollesleuker Schweiz und war zu dem Zeitpunkt laut Polizeiangaben etwas erschöpft und unterkühlt, aber ansonsten wohlbehalten. "Ihr dicker Daunenmantel und ihre gute körperliche Konstitution haben sie gerettet", sagte Markus Kohl, Leiter der Polizeiinspektion Saarburg. Und der Hinweis einer aufmerksamen Frau. Die Bewohnerin aus Kirf konnte nach Polizeiangaben den entscheidenden Hinweis geben, dass sich die Gesuchte wohl am Nachmittag in Kirf aufgehalten und nach dem Weg nach Freudenburg gefragt hatte. Am Haus der Hinweisgeberin begann später die Suche nach der Vermissten mit einem Personenspürhund. Bevor die Polizei den Hinweis erhalten hatte, suchte sie am Eidersberg bei Freudenburg, denn die Gesuchte hatte ursprünglich vor, in diese Richtung aufzubrechen.

Die rüstige Rentnerin war zwei Tage zuvor aus ihrer Heimat Wuppertal angereist und hatte den Jahreswechsel mit ihrer Schwester in Freudenburg verbracht, wie die Polizei mitteilt. Am Neujahrstag habe sie sich gegen 11.45 Uhr auf den Weg gemacht, um wandern zu gehen - die Schwester sei wegen einer Erkältung zu Hause geblieben. Die später vermisste Frau, die sich im Bereich Freudenburg und Umgebung nicht auskenne, sei den Rest des Tages zu Fuß unterwegs gewesen.

Hubschrauber kann nicht starten

"Als es dunkel wurde und die Frau noch nicht zurückgekehrt war, machten sich die Schwester und der Schwager Sorgen", sagte Kohl. Sie hätte längst zu Hause sein müssen, und ihr Handy sei ausgeschalten gewesen. Schließlich habe der Schwager eine telefonische Vermisstenmeldung aufgegeben, woraufhin die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Saarburg eine groß angelegte Suche organisiert habe, an der sich auch das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Polizei beteiligt hätten.

"Eine solche Suche geht deutlich schneller vonstatten, wenn wir Hubschrauber einsetzen", so Kohl. "Am Sonntagabend konnten wir wegen dichten Nebels allerdings keinen starten." Hubschrauberpiloten seien bei einer Personensuche darauf angewiesen, im Wege stehende Strommasten und Häuser von weitem erkennen zu können. Doch die Frau hatte Glück: Die Nacht bei gemeldeten Minusgraden hätte die Rentnerin in ihrer hilflosen Lage laut Polizei kaum überlebt.

Als die Einsatzkräfte die Dame auf der Sandbank sitzend fanden, sei sie unverletzt und ansprechbar gewesen. Zur Sicherheit sei sie dennoch zur Untersuchung in ein Trierer Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei Saarburg schließt eine Straftat aus - am Verschwinden der Frau sei kein anderer beteiligt gewesen. Sie habe sich verlaufen. Da der Polizeieinsatz inzwischen beendet sei, hat die Polizei keine Informationen darüber, ob sie inzwischen nach Hause entlassen worden ist. Gleich nach dem Einsatz machte sich ihre Familie auf, um sie im Krankenhaus zu besuchen. Ihre Tochter kam aus Leverkusen mit dem Auto ins Krankenhaus nach Trier.

Im Einsatz befanden sich circa 150 Rettungskräfte der Feuerwehren aus Freudenburg, Kastel, Taben, Trassem, Kirf, Weiten und Orscholz, der Höhenrettung der Saarburger Feuerwehr, der Funkeinsatzzentrale sowie der Rettungshundestaffel von Berufsfeuerwehr Trier und DRK. Weiterhin befanden sich mehrere Rettungswagen des DRK, das THW Saarbrücken und die Polizei Saarburg im Einsatz.

Auch der Verbandsbürgermeister der VG Saarburg, Jürgen Dixius, verfolgte die Suche und war während der gesamten Einsatzdauer vor Ort. Er bedankte sich nach der erfolgreichen Suche bei den Rettungskräften für die zügige und professionelle Arbeit. Den Freudenburger Bürgermeister Bernd Gödert erreichte die gute Nachricht am Montagmorgen. "Ich bin erleichtert, dass die Suche erfolgreich war", sagte er. Mit seinem professionellen Einsatz habe der Suchtrupp der Frau das Leben gerettet.

 In Kirf nimmt der Spürhund die Fährte der Wuppertalerin auf und führt den Suchtrupp zu einer Sandbank, auf der die Gesuchte sitzt. TV-Foto: Wilfried Hoffmann
In Kirf nimmt der Spürhund die Fährte der Wuppertalerin auf und führt den Suchtrupp zu einer Sandbank, auf der die Gesuchte sitzt. TV-Foto: Wilfried Hoffmann FOTO: Wilfried Hoffmann