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In 24 Augenblicken durch das Jahr

Die Ausstellung "24 Stunden – ein Tag" ist zurzeit im Amüseum in Saarburg zu sehen. Foto: Volkshochschule Saarburg
Die Ausstellung "24 Stunden – ein Tag" ist zurzeit im Amüseum in Saarburg zu sehen. Foto: Volkshochschule Saarburg
SAARBURG. (red) Acht Menschen aus fünf Kulturen präsentieren je 24 Augenblicke in einer Ausstellung im Saarburger Amüseum. Sie ist das Ergebnis einer langen Reise, die vor etwas mehr als zwei Jahren begann. Acht Perspektiven in acht Stilen, die zusammengebracht Spannung erzeugen.

"24 Stunden - ein Tag - 24 Bilder" ist ein Projekt der Gruppe"com entusiasmo" über ungewöhnliche Alltagsperspektiven. Alltag ist zum Beispiel das Leben einer Künstlerin in Aktion wie das der Trierer Malerin Gisela Hubert, die der Franzose Philippe Vincent fotografisch begleitet hat. Kunst nicht abstrakt, ohne Kniffe und Überflüssiges. Alltag ist die bindende Klammer, die besondere Augenblicke der verschiedenen Individuen eint. Wer beachtet schon die eigenen Füße? Patrícia da Silva Weber aus Portugal rückt sie nicht nur ins rechte Licht, sie setzt sie in Szene und führt einen optischen Dialog mit "denen da unten". Paulo José (Portugal und Luxemburg) betrachtet in seinen Bildern die Gedanken über Ängste und Hoffnungen, Liebe, Tod und Natur - kaum bewusste, ständige Begleiter des Alltags. Die Fotos, Überlagerungen mehrerer Aufnahmen, symbolisieren die Verflechtung der Sinneseindrücke. Der Flüchtigkeit des Augenblicks stellt sich der Deutsche Markus Weber in der Auseinandersetzung mit der Sonnenuhr am Trierer Willy-Brandt-Platz: eingeteilte Einheit, zeitlich erfasster Alltag. Im Rahmen grafisch seziert, spiegeln Fotos Zeitpunkte im Wandel von Licht und Perspektive. In der Banalität des Augenblicks sucht Martin Knieling sein Glück. Die Langsamkeit eines Lastschiffes auf der Mosel macht der schnellgetakteten Wahrnehmung die Zähigkeit des Alltags erst bewusst. Der Morgen in Rot, das unsere Hoffnungen für den Tag symbolisiert. Der Abend in Blau, Ausdruck von Hoffnung und Traum; schließlich das Feuerwerk der Entspannung, die wir in der Nacht suchen. Dass es oft die kleinen Dinge sind, die unsere fünf Sinne wecken, entdeckt Ulrike Konz, ebenfalls aus Deutschland. Rissiggraue Rinde, koboldgleich, rauschendes Grün, löchrige Blätter im vergangenen Sommer, Fraß der Raupen, dem sie mit ihrer Kamera still zuschaut. Eine Seele bekommt eine Stimme auch durch die Kamera. Die pure Freude am Alltag tritt dem Betrachter in den Bildern der Japanerin Yuriko Knieling-Kinoshita entgegen. Das Lachen eines Kindes, ihrer Tochter Hana, überbrückt in den Fotos, die alle in ihrer Heimat entstanden sind, die Ferne einer anderen Kultur und lässt das Alltägliche im Fremden erkennen. Die Reise durch den Alltag, zu der Johannes C. Oberdorf einlädt, spannt schließlich den Bogen zum nicht mehr Alltäglichen. Seine "24 Augenblicke" verteilen sich über ein Jahr und beinhalten Eindrücke verschiedener Orte und Reiseziele wie zum Beispiel Portugal, sein Traumziel. Die Grenze von Jahr und Tag, zwischen dem Alltag im Urlaub und dem Besonderen im Alltag - jedes einzelnen Tages, verschwindet und lässt sich spielerisch überschreiten. Stand am Anfang der Wunsch der Gruppe "com entusiasmo", Gedanken zum Thema "24 Stunden - ein Tag" fotografisch umzusetzen, kann nun, über hundert Fotos und einiges an Arbeit später, das Ergebnis noch bis zum 25. Februar im Amüseum am Wasserfall in Saarburg betrachtet werden. Die Bilder der Ausstellung werden an bestimmten Tagen in einer Diavision, über den Wasserfall hinweg, in großem Format ins Licht gerückt. Die nächste Diavision ist am 11. Februar um 18.30 Uhr. Öffnungszeiten der Ausstellung: täglich 11 bis 16 Uhr, samstags geschlossen.