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Fest
Lebensglück kann doch von Dauer sein

Ihr Glück sieht man ihnen bis heute an: Emmy und Arthur Britten feiern eiserne Hochzeit.
Ihr Glück sieht man ihnen bis heute an: Emmy und Arthur Britten feiern eiserne Hochzeit. FOTO: Herbert Thormeyer
AYL. Emmy und Arthur Britten haben in Ayl eiserne Hochzeit gefeiert. 65 Jahre sind sie nun miteinander verheiratet. Sie kennen sich schon ein Leben lang. Von Herbert Thormeyer

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück so nahe liegt? Emmy, geborene Steinmetz, ist Jahrgang 1932. Ihr Gatte Arthur Britten erblickte 1930 das Licht der Welt. Beide wuchsen nur 100 Meter voneinander entfernt in Ayl auf. „Wir kannten uns schon immer“, erinnert sich Arthur Britten. Aber erst als seine Emmy 15 und er 17 Jahre alt war, sahen sie sich plötzlich mit anderen Augen – die Liebe erwachte.

Am 9. Februar 1953 haben die beiden geheiratet. Es wurde eine glückliche Ehe, die nun nach 65 Jahren mit der eisernen Hochzeit einen vorläufigen Höhepunkt gefunden hat.

„Wir waren fünf Mädchen zu Hause, zwei Brüder blieben im Krieg“, erklärt Emmy Britten die Ausgangslage. Die Mädels mussten die heimische Landwirtschaft stemmen. Ihr Mann Arthur lernte unterdessen Schachtmeister und baute zunächst im Saarland Straßen, später sogar im eigenen Ort die Biebelhausener Straße. „Arbeit gab es direkt nach dem Krieg nur im Saarland. Auftraggeber waren die Franzosen“, erinnert er sich.

Schwere Arbeit gewohnt, wurde auch ein ganz großes Projekt angegangen: Im Jahr 1955 wurde das eigene, selbst gebaute Haus bezogen. Vier Kinder bekam das Paar. Der schwerste Schicksalsschlag war der Tod von Sohn Herbert, der mit 51 Jahren an Krebs starb.

Als Nebenerwerb wurde ein Weinbaubetrieb auf der Ayler Kupp aufgebaut, den Arthur Britten erst mit 70 Jahren aufgab. Die Flächen verkaufte oder verpachtete er.

Es gab also immer reichlich Arbeit im Hause Britten, und kaum Zeit für Reisen. „Eine Hochzeitsreise konnten wir uns nicht leisten, dafür hatten wir kein Geld“, sagt der Jubilar, denn die Nachkriegszeiten waren hart. Aber es gab mehr Zeit für die Familie. „Wir haben abends zusammengesessen, ein Glas Wein getrunken und Karten gespielt“, erinnert sich Emmy. Das Paar unternahm nie Reisen, die über Trier hinausgingen und blieb Ayl immer treu.

„Ich lese jeden Tag den Trierischen Volksfreund. Das ist mir wichtig“, sagt Arthur Britten spontan, als er nach einer Freizeitbeschäftigung gefragt wird. Am Jubiläumstag kommt viel Besuch, darunter Kreisbeigeordneter Helmut Reis, der im Namen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landrat Günther Schartz gratuliert, und Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger, der Glückwünsche für den gesamten Ort überbringt.

„Ihr habt viel aufgebaut. Dafür danken wir euch“, sagt Siegfried Büdinger. Kreisbeigeordneter Helmut Reis konnte auch nur staunen, wie lange die Liebe harte Zeiten überdauert hat: „Vielen Dank für alles, war ihr für uns getan habt.“ Zur eisernen Hochzeit haben vier Kinder, fünf Enkel und auch vier Urenkel gratuliert.