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In den Tiefen des Sherwood-Forest

Soll er nur kommen, der böse Sheriff von Nottingham. In diesem Versteck fühlen sich die Anhänger von Robin Hood absolut unbesiegbar. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Soll er nur kommen, der böse Sheriff von Nottingham. In diesem Versteck fühlen sich die Anhänger von Robin Hood absolut unbesiegbar. TV-Foto: Herbert Thormeyer FOTO: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"
Trassem. Bei den Ferien-Waldwochen in Trassem haben die Kinder viel gelernt. Und auf eine ganz spezielle Art und Weise auch den bösen Sheriff gefangen. Herbert Thormeyer

Trassem Rund um das Walderlebniszentrum Trassem liegt der Sherwood-Forest - zumindest während der Ferien-Waldwochen, die nun zum elften Mal veranstaltet wurden. Mittendrin die Getreuen von Robin Hood, fest entschlossen, dem üblen Sheriff von Nottingham die Stirn zu bieten. Der hat nur eines im Sinn: Steuern kassieren! Bald kommt ja Richard Löwenherz von seinem Kreuzzug zurück, und der wird's dem Kerl schon zeigen.
So werden die Abenteuer von 170 Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren in ein sehr bekanntes Thema gegossen, dem auch der schlimmste Regen nichts anhaben kann. Viele Ideen der Kinder selbst werden umgesetzt. "Mir hat alles gefallen. Den Regen habe ich gar nicht bemerkt", sagt die siebenjährige Lena Hochgürtel aus Wasserliesch und malt weiter an ihrer bunten Trommel, die aus einem Blumentopf, Pappe und viel Farbe besteht. Seit 2012 ist Philipp Weckbecker Betreuer. Nach einem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) beim Forstamt Saarburg kommt der 25-Jährige, der inzwischen Förster ist, jedes Jahr wieder. Was ihn fasziniert: "Die Kinder haben selbst tolle Ideen, bauen sich die Waffen, um sich gegen den Sheriff zu wehren aus Holz, und als er angreift, haben sie ihn gefangen und ihm einen Sack über den Kopf gestülpt."
Aber die Idee des Freiheitskämpfers Robin Hood trägt auch bei der Umweltbildung. Was gibt mir der Wald zum Überleben? Diese Frage wird mit einem erlegten Reh, das ein Jäger vorbeibringt, zerteilt und zubereitet, für manchen etwas drastisch beantwortet. "Da kamen beim Wildgulasch am Lagerfeuer durchaus Diskussionen auf übers Fleisch essen", sagt Dietmar Schwarz, der beim Forstamt Saarburg für die Umweltbildung zuständig ist.
Es wird aber auch viel gelernt, etwa wie Honig geschleudert wird und welche Kräuter genießbar sind. "Die Phantasie der Kinder wird angeregt. Das ist ganz deutlich geworden", erkennt Betreuer Weckbecker.
Seine Kollegin Theresa Schwan ist Erzieherin. Die 24-Jährige aus Trassem freut sich: "Es ist interessant, den Kindern beim Spielen zuzusehen. Diese praktische Erfahrung mit dem Thema Wald kann ich auch beruflich nutzen."
Der elfjährige Louis Decker aus Niederleuken ist ganz begeistert von seiner Zeit im Wald: "Hier kann man so viele Sachen machen." Den Wald habe er jetzt erst so richtig schätzen gelernt.
Eine der Jüngsten ist die achtjährige Anna Loch aus Schoden. Sie sagt: "Ich konnte hier Kopfschmuck und andere Sachen basteln." Auch einen Baum hoch zu klettern hat sie sich getraut. Da helfen allerdings Betreuer, die das mit Seilen absichern.
Dietmar Schwarz lobt sein 20-köpfiges Leitungsteam, das so viele Kinder locker beschäftigen und begeistern konnte: "Ein solcher Aufenthalt im Wald verändert ein Kind vielleicht nicht kurzfristig, aber es bleiben Erfahrungen, die helfen, sich später für die Natur und den Wald einzusetzen." Sein Smartphone habe niemand vermisst. Die ersten Anfragen für nächstes Jahr sind schon da.Extra: WER STEHT HINTER DEN FERIEN-WALDWOCHEN?


Rund 23 000 Euro kosten die beiden Ferien-Waldwochen rund um das Walderlebniszentrum in Trassem. Zuschüsse gibt es zu den Elternbeiträgen vom Land, dem Kreis und der Verbandsgemeinde Saarburg. Die Aktion für Abenteuer und Naturschutzbildung ist eine gemeinsame Aktion der Trassemer Waldjugend Falkenhorst, dem Forstamt Saarburg und der Ortsgemeinde.